Vogelsberg

Der Vogelsberg topografisch einzigartig.

Der Vogelsberg

Ein sanfter Riese, seit Millionen Jahren ist es ruhig geblieben unter Europas größtem Basaltgebiet. Einst floss hier heiße Lava aus Spalten und Schloten, doch heute zeigt sich der Vogelsberg grün und sanft gerundet, eine reizvolle Landschaft, in der Naturschutz früh begonnen wurde. Die wilde Mitte – ganz sanft: Einen Hauch von Wildheit und Abenteuerlichkeit birgt der Hochwald. 

 

Massige Blocksteinfelder und bizarre Basaltklippen unterstreichen die teils urwaldhaften Formen. Geradezu parkartig bietet sich dagegen das weite Umfeld dar. Wald- und Flussszenen, Seen, Felder und baumbestandene Wiesen wechseln einander rasch ab. Aussichten gibt es überreichlich – von kleinen reliefstarken Taleinblicken bis zu den extremen Weitsichten in Richtung Rhön, Taunus und Knüll. Die schönsten Strecken erwandern Sie auf dem Vulkanring Vogelsberg, einem 115 km langen Rundwanderweg und dem Residenzenring, der sich im westlichen Vogelsberg anschließt.

 

Erlebnisreiche Rundwanderwege in der Länge einer Tagestour sind Ausflugsziele für Aktive. Funkenflug auf dem Vulkanradweg: Gemächlich, ohne viel Steigung, erklomm früher die Bahn von der flachen Ebene der Wetterau kommend das Gebirge. Heute ist die Trasse mit einer Feinasphaltdecke als Vulkanradweg zur Marke für genüssliches Radfahren und Skaten geworden. Unzählige Radwege erschließen die flachwellige Landschaft und führen bis auf die höchsten Kuppen.

 

Am Wochenende von Mai bis Oktober erleichtern Freizeitbusse mit Radanhänger die Tourenplanung. Vielfältige Kulturerlebnisse gibt es in den romantische Kleinstädte zu entdecken. Lassen Sie sich einfangen von ambitionierten Kleinkunstbühnen, Festen, Konzerten, Ausstellungen und Museen. Oder entdecken Sie die Keltenwelt im archäologischen Park am Glauberg, die Sagenwelt im Museum Schloss Gedern oder die feurige Vergangenheit der Vulkanregion Vogelsberg im Vulkaneum in Schotten.

Quelle→ HA Hessen Agentur

 

 

Lage

Der Vogelsberg ist ein Mittelgebirge in Hessen und erreicht am Taufstein eine Höhe von 773 m ü. NHN [1]. Er ist Teil des Osthessischen Berglandes und das größte geschlossene Massiv aus Basalt in Europa. Große Teile seiner Hochlagen nimmt der Naturpark Hoher Vogelsberg ein. Über den Vogelsberg verläuft auch die Rhein-Weser-Wasserscheide. Er liegt im Vogelsbergkreis rund 60 km nordöstlich von Frankfurt zwischen Alsfeld, Fulda, Büdingen und Nidda. Im östlichen Norden schließt sich in einigem Abstand der Knüll an, im Osten die Rhön, im Südosten der Spessart und im Südwesten die tiefliegende Wetterau, die in gleicher Richtung in die südhessische Niederungslandschaft des Rhein-Main-Gebiets übergeht.

 

Demgegenüber geht der Vogelsberg in nordwestliche Richtungen in Teile des Westhessischen Berglandes über, die den Vogelsberg noch im Namen tragen und die Basaltgesteine ihres Namensgebers noch bis deutlich außerhalb des eigentlichen Vogelsberges weitertragen.

 

 

Geologische Entstehung

Der Vogelsberg ist mit 2.500 km² das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas.[2] Er ist kein ehemaliger Schildvulkan, sondern besteht aus vielen Einzelvulkanen, die sich überlagern. Er setzt sich demnach aus einer Vielzahl von übereinandergeschichteten Basaltdecken zusammen, die vom Oberwald, dem zentralen, 600 bis 773 m hochliegenden Plateaubereich, ringförmig und treppenartig zu seinen Rändern herabführen.

 

Die heutige Gestalt, die an einen großen, flach schildförmigen Vulkan mit einer zentralen Erhebung erinnert, ist das Ergebnis eines Zusammenspiels von Hebungsvorgängen und auf allen Seiten wirkender Abtragung.

 


Naturräumliche Gliederung

Die Gliederung des Vogelsberges in Einzelnaturräume [3] folgt zum einen dem Relief des Gebirges vom Höhenschwerpunkt nach außen, zum anderen den sich radial ausbreitenden Haupt-Einzugsgebieten von Eder (Schwalm), Unterer Fulda (v. a. Schlitz und Lüder), Main (Kinzig und Nidda) und Lahn (Ohm).

 

Böden und Gesteine sind in allen Teilen des Vogelsberges – der Gieseler Forst ausgenommen – in etwa gleich, jedoch sinkt zum Zentrum hin die jährliche Durchschnittstemperatur merklich (bis zu 5 K) und die Jahresniederschläge steigen zum Oberwald hin auf bis zu 1200 mm an.

 

Die Basaltfläche des Vogelsberges setzt sich nach Osten und Norden auch in benachbarte Naturräume fort, während der Gieseler Forst im Osten bereits, wie auch die sich in alle östlichen Richtungen anschließenden Naturräume, auf Buntsandstein steht. [4]

 

Das Vogelsbergmassiv besitzt Geröllhalden aus Basalt und Tuff, Hochmoore und urwaldartige Gebiete. Zahlreiche Wanderwege durchziehen nicht nur den Oberwald, siehe Wanderwege im Vogelsberg.

 

 

Lauterer Graben

Der Graben zieht sich vom Fuldaer Becken bei Großenlüder über den Süden Bad Salzschlirfs (bis hierhin Landkreis Fulda), Wartenberg, Lauterbach und Schwalmtal nach Nordwesten bis kurz vor Alsfeld (letztgenannte Vogelsbergkreis). Der nach Südosten fließend ins Fuldaer Becken übergehende Graben wird in südwestlicher Richtung vom Unteren Vogelsberg (Haupteinheit 350) und in nordöstlicher von Höhenzügen des Fulda-Haune-Tafellandes (355) begrenzt – dem Schlitzer Land (355.1) und, weiter nordwestlich, dem Ottrauer Bergland (355.0). Im äußersten Nordwesten verengt er sich, bevor sich anschließend die Alsfelder Mulde (343.02) auftut, die dann als deren südlichster Teil die Schwalm und damit auch die Westhessischen Senke (Haupteinheit 343) einleitet.

 

 

Wartenberger Land

Das Wartenberg Land im Großenlüder-Lauterbacher Graben folgt, vom Fuldaer Becken ausgehend, jeweils zunächst flussaufwärts, für einen kurzen Abschnitt der Lüder, nordwestlicher dann der Lauter (27,9 km), deren Nebenfluss Brenderwasser (20,4 km) und schließlich deren Nebenfluss Maar (4,9 km). Nachdem er über die Wasserscheide zwischen Schwalm und Fulda gelaufen ist, folgt der Graben schließlich flussabwärts dem Bach von Wallenrod (8,5 km) bis kurz hinter dessen Mündung in die Schwalm.

 

Das Bundesamt für Naturschutz zieht hier die Grenze etwas anders und lässt den Graben nach Nordwesten bereits östlich von Lauterbach enden; Lauterbach und Schwalmtal liegen hiernach im Unteren Vogelsberg.

 

 

Wartenberg

Wartenberg, die Gemeinde liegt an den östlichen Ausläufen des Vogelsberges, etwa 17 Kilometer westlich der Barockstadt Fulda und 3 Kilometer südöstlich der Stadt Lauterbach (Hessen) in einer waldreichen Mittelgebirgslandschaft.

 

Das Gebiet befindet sich in einer Höhe zwischen 248 m und 494 m über NHN. Der Waldanteil der Gemarkungsfläche beträgt 22.05 km² (= 56 Prozent). Durch die Gemeinde fließt die Lauter, die sich in Bad Salzschlirf mit der Altefeld zur Schlitz verbindet. 


Gewässer und Wasserversorgung

Über den Vogelsberg verläuft nicht nur ein Abschnitt der Rhein-Weser-Wasserscheide, sondern auch (Weser- bzw. Fulda-intern) die Wasserscheide zwischen Eder bzw. Schwalm und Unterer Fulda sowie (Rhein-intern) die zwischen Main und Lahn.

 

Grund- und Quellwasser aus dem Vogelsberg sichert neben Wasser aus dem Spessart und dem Hessischen Ried die Trinkwasserversorgung im Rhein-Main-Gebiet. Bereits 1876 wurden dazu Quellen im östlichen Vogelsberg gefasst und der Bau einer Wasserleitung aus dem Spessart und dem Vogelsberg nach Frankfurt am Main fertiggestellt. Ein Unverständnis für die besondere hydrogeologische und ökologische Situation im Vogelsberg und zu hohe Entnahmen hatten zur Folge, dass Quellen ausfielen, Setzungsrisse in Gebäuden entstanden und streckenweise der Boden absackte. Die Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG) sind die größten Wasserförderer im Vogelsberg: Sie pumpen jährlich ca. 30 Millionen Kubikmeter Grundwasser aus ihren Brunnen; davon werden etwa 2/3 ins Rhein-Main-Gebiet an die Stadt Frankfurt am Main abgegeben.

 

 


Wartenberg iNFO · Ausfall

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