Wetterrückblick 2021

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Mai 2021

Foto→ Hardy Schulz
Foto→ Hardy Schulz

Kältester Mai seit 2010

 

Der Mai 2021 ist seinem Ruf als Wonnemonat nicht gerecht geworden. Er war der kälteste seit elf Jahren. Zudem brachten Tiefs immer wieder Regen und viele Wolken. Doch einige Gegenden litten auch weiter unter der Frühjahrstrockenheit. Aprilwetter im Mai: Zahlreiche Schauer und Gewitter begleiten den Frühlingsmonat. Besonders abends sind viele Regenbögen zu beobachten gewesen.

Der Mai fiel für die Jahreszeit ungewöhnlich kalt aus. Mit einer Mitteltemperatur von etwa 10,7 Grad war der Frühlingsmonat rund anderthalb Grad kälter als das Gesamtmonatsmittel der vergangenen 30 Jahre. Nur der Mai 2010 unterbot diesen Wert noch etwas. Ein anderes Extrem: Im Mai vor drei Jahren lag die Durchschnittstemperatur rund sechs Grad höher als dieses Jahr. Dabei gab es besonders im ersten Monatsdrittel Bodenfrost. Am Morgen des 3. meldete Meßstetten auf der Schwäbischen Alb mit minus 4,5 Grad den tiefsten Monatswert. Im Zeitraum der Eisheiligen wurden dagegen nur ganz vereinzelt kalte Nächte registriert. Stattdessen erlebte man rund um den Muttertag ein kurzes Gastspiel des Frühsommers mit Höchstwerten bis rund 30 Grad. Wärmster Ort mit 31,3 Grad war am 9. Mai Waghäusel bei Karlsruhe. Doch rasch verdrängten Tiefs die warme Luft aus dem Land. Bis zum letzten Maiwochenende überwogen frische Phasen. Erst zum Monatsausklang zeigte sich der Wonnemonat versöhnlich mit Höchstwerten um 20 Grad. Mit rund 10,7 Grad ist der Mai dieses Jahr ungewöhnlich kalt. Den Rekord der letzten 25 Jahren hält immer noch der Mai 2010.

Begleitet wurden die bescheidenen Temperaturen von häufigen Niederschlägen. Wiederholt entluden sich kräftige Schauer und Gewitter samt Hagel und Platzregen, die aber nur örtlich Überschwemmungen auslösten. Einige Flüsse führten leichtes Hochwasser. Zudem fegte Sturm EUGEN (4. Mai) über Deutschland und hinterließ einige Schäden. Landesweit kamen im Schnitt rund 95 Liter pro Quadratmeter zusammen. Gebietsweise fielen sogar über 250 Liter. Dies war vor allem in Nordfriesland und im Südschwarzwald der Fall. Dagegen blieben die Regensummen besonders von Frankfurt bis Karlsruhe, in der Uckermark sowie in der Harzregion deutlich unter dem vieljährigen Durchschnitt. Mancherorts reichte es gerade mal für rund 30 Liter pro Quadratmeter. Üblich sind eher 50 bis 70 Liter im Mai. Wegen der niedrigen Temperaturen gingen die Niederschläge in höheren Lagen oft in Schnee über. Mit circa 95 Liter Regen pro Quadratmeter ist der Mai im Landesmittel rund ein Drittel feuchter als im Klimamittel und der niederschlagsreichste seit acht Jahren. Einige Regionen verzeichnen mehr als doppelt so viel Niederschlag wie im Durchschnitt.

Während sich die häufigen Niederschläge nach einem recht trockenen März und April als Segen für die Land- und Forstwirtschaft erwiesen, ließ die Zahl der Sonnenstunden zu wünschen übrig. Im Landesmittel wurden etwa 165 Stunden mit Sonnenschein registriert und damit deutlich weniger als nach dem Klimamittel. Am seltensten schaute die Sonne von Ostfriesland bis zur dänischen Grenze heraus. Mehr als 200 Stunden verbuchte dagegen Arkona auf der Insel Rügen. Mit etwa 165 Sonnenstunden ist der Mai 2021 der "trübste" seit 2013.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


April 2021

Foto→ Heiko Wichmann
Foto→ Heiko Wichmann

Kältester April seit Jahrzehnten

 

Der April 2021 hat sich so kühl gezeigt wie seit 40 Jahren nicht mehr. Dazu gab es außergewöhnlich viele Frosttage. Dennoch schien die Sonne häufig, Niederschläge blieben daher zum Teil Mangelware. Der April hat sich in diesem Jahr sonnig, aber kalt gezeigt. Regen fiel vergleichsweise nur wenig.

Mit 6,1 Grad lag das landesweite Monatsmittel um fast drei Grad unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Zum Monatsstart zeigte das Thermometer in Müllheim in Baden-Württemberg noch frühsommerliche Werte bis 25,9 Grad an. Rasch führten allerdings nördliche Winde kühle Luft ins Land. Im Mittel folgten 13 Frosttage, nur im Jahr 1929 sanken die Temperaturen häufiger unter den Gefrierpunkt. Am kältesten war es am 6. April in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb mit minus 13,6 Grad.

Beim Niederschlag präsentierte sich der April regional unterschiedlich. Lediglich in der ersten Monatshälfte zogen zahlreiche Regen- und Schneeschauer übers Land. Im Mittel fielen nur knapp 35 Liter Regen pro Quadratmeter. Das sind rund 25 Prozent weniger als im Durchschnitt. Damit war fast jeder April seit 2009 trockener als im langjährigen Mittel. Besonders trocken war es in diesem Jahr in Teilen Süddeutschlands. So kamen an der Donau örtlich kaum 15 Liter zusammen. Recht ausgeglichen war die Niederschlagsbilanz dagegen im Westen und Norden.

Mit durchschnittlich 185 Sonnenstunden war der April ein sonniger Frühlingsmonat. Dies entspricht fast genau dem April-Mittel der vergangenen 30 Jahre. Allerdings zeigt sich die Sonne in der Osthälfte zum Teil nur für 100 Stunden. Mehr als doppelt so lang schien sie besonders an den Küsten und im Südwesten des Landes.

Beitrag→ Dennis Oswald


März 2021

Foto→ Andrea Schöll
Foto→ Andrea Schöll

Ein abwechslungsreicher Monat

 

Der März 2021 hat sich oft sonnig und insgesamt recht trocken gezeigt. Allerdings gab es ein häufiges Auf und Ab der Temperaturen. Von winterlichen Phasen bis hin zu bereits frühsommerlicher Witterung war alles dabei. Obwohl die Temperaturen Achterbahn fuhren, lag der Monat am Ende genau im Durchschnitt.

Die durchschnittliche Temperatur lag im ersten Frühlingsmonat bei 4,6 Grad. Dies entsprach exakt dem Mittelwert der vergangenen 30 Jahre. Dennoch fuhren die Temperaturen häufig Achterbahn. Am 19. zeigte das Thermometer in Oberstdorf noch einen Tiefstwert von minus 13,1 Grad an. Doch in den letzten Monatstagen gab es dann einen eindrucksvollen Durchbruch des Frühlings mit bereits frühsommerlichen Höchstwerten. Im Westen wurde vielfach die 25-Grad-Marke geknackt, aber auch sonst war es verbreitet über 20 Grad warm.

Beim Niederschlag präsentierte sich der März sehr unterschiedlich. Während die erste Monatshälfte häufig trocken verlief, brachte Tiefdruckeinfluss in der zweiten Hälfte wiederholt nennenswerte Regenfälle. Unterm Strich reichte es im Mittel für rund 45 Liter pro Quadratmeter. Das sind rund 25 Prozent weniger als sonst üblich. Die Niederschlagsverteilung war dabei sehr unterschiedlich: In den Alpen kamen teils fast 200 Liter zusammen. In Sachsen-Anhalt waren es dagegen gebietsweise kaum 15 Liter pro Quadratmeter.

Mit durchschnittlich 144 Sonnenstunden war der März 2021 ein recht sonniger erster Frühlingsmonat. Dies sind rund 18 Stunden mehr als im März-Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Besonders häufig schien die Sonne im Südwesten mit bis zu 200 Stunden. Von der Lüneburger Heide bis zum Emsland brach sie dagegen mit nur etwa 100 Stunden deutlich seltener durch die Wolken.

Beitrag→ Dennis Oswald


Februar 2021

Foto→ Ann-Katrin Schiweck
Foto→ Ann-Katrin Schiweck

Nach Kälte viel Sonne und mild

 

Nach einer vielerorts eisigen ersten Monatshälfte vollführte der Februar 2021 eine eindrucksvolle Kehrtwende zum sonnigen Vorfrühlingsmonat. Oft wurde schon die 20-Grad-Marke überschritten. Dabei war es fast durchschnittlich feucht und sehr sonnig. Bereits zum Monatsstart gab es im Süden ein paar freundliche und milde Tage. Dann brachte ein markanter Wintereinbruch Schnee und Kälte, bevor zum Monatsende der Vorfrühling Einzug hielt.

Trotz einer rund einwöchigen, regional extremen Kältewelle entwickelte sich der Februar 2021 letztlich noch zu einem im Mittel eher milden Spätwintermonat. So stiegen die Temperaturen nach der Monatsmitte binnen weniger Tage von nächtlichen Minima teils unter minus 20 Grad verbreitet auf Höchstwerte von 15 bis 20 Grad über Null. Örtlich gab es mit Spitzenwerten über 20 Grad neue Februar- und sogar neue Winterrekorde. Am eisigsten war es am Morgen des 10. in Mülhausen mit minus 26,7 Grad, wärmster Ort war Ohlsbach bei Offenburg mit 22,0 Grad.

 

Auch beim Niederschlag bescherte der Monat große Kontraste, die sich hinter wenig spektakulären Durchschnittswerten verbergen. So blieb es im Norden Schleswig-Holsteins mit nur rund 15 Liter Regen oder Schnee pro Quadratmeter sehr trocken, während es in der Landesmitte vergleichsweise nass war. Dort hatte vor allem eine tagelang fast stationäre Luftmassengrenze große Niederschlagssummen gebracht. Nasseste Region war allerdings der Nordschwarzwald, wo gebietsweise mehr als 130 Liter pro Quadratmeter in Form von Regen und Schnee zusammenkamen. Außergewöhnlich waren die Wettervorgänge entlang einer scharfen Luftmassengrenze am ersten Februarwochenende: In ihrem Bereich kam es in einem Streifen vom Niederrhein bis nach Franken zu stundenlangem Eisregen, während nördlich davon ein massives Schneefallgebiet verbreitet mehr als 30 Zentimeter, in der östlichen Landesmitte regional sogar über einen halben Meter Schnee brachte. Starker Wind türmte die Schneemassen zudem im Norden teils zu meterhohen Schneewehen auf und legte den Straßen- und Schienenverkehr tagelang lahm.

 

Nach dem vor allem in der Landesmitte sehr trüben Januar brachte der Februar von der Monatsmitte an überall die Sonne zurück. So sticht der Monat mit rund einem Drittel mehr Sonnenstunden deutlich aus dem Mittel der Vergleichsjahre heraus. Dabei war es am Alpenrand mit fast 150 Sonnenstunden am sonnigsten, am häufigsten grau zeigten sich dagegen das Emsland und die Gebiete rund um die Nordsee. Unterm Strich erreichte der Februar 2021 Rang 5 der sonnenscheinreichsten Februarmonate der letzten 30 Jahre.

 

Beitrag→ Jürgen Vollmer


Januar 2021

Foto→ Maik Piecha
Foto→ Maik Piecha

Grauer und nasser Wintermonat

 

In den Mittelgebirgen und den Alpen hat der Januar für viel Schnee gesorgt. Im Flachland bildete sich dagegen nur phasenweise eine Schneedecke. Tiefs brachten viel Regen und zwischendurch kräftigen Wind. Die Sonne hingegen suchte man meist vergebens. In mittleren bis höheren Lagen präsentierte sich der Januar äußerst schneereich. Die Folgen waren insbesondere im Mittelgebirgsraum winterliche Straßenverhältnisse mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen.

Mit 0,6 Grad lag das landesweite Monatsmittel um 0,3 Grad unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Die erste Monatshälfte prägten ziemlich kalte Tage mit frostigen Nächten. Den tiefsten Wert meldete Oberstdorf am 11. Januar mit minus 19,5 Grad. Ab dem zweiten Monatsdrittel schaufelten Tiefs wiederholt milde Atlantikluft nach Mitteleuropa. Zeitweise wehte ein Hauch von Vorfrühling durchs Land. Die höchste Temperatur des Monats wurde mit 15,6 Grad am 22. Januar in Emmendingen-Mundingen nördlich von Freiburg gemessen. Vor allem in den Bergen herrschte meist Winterwetter mit viel Schnee. Wegen der Corona-Pandemie konnte der Wintertourismus davon aber nicht profitieren. Auch abseits der Bergregionen lösten im Flachland kurze Schnee-Episoden hin und wieder Winterfreude aus. Zwischendurch wehte zudem ein ruppiger Wind. Sturmtief GORAN richtete am 21. Januar im Westen und Norden Deutschlands Schäden an. Der Monat endete mit starkem Tauwetter und Hochwasser in der Südwesthälfte, während sich im Nordosten Frostluft mit Schneefällen breitmachte.

Tiefdruckgebiete brachten immer wieder Regen, im Bergland fiel vorwiegend Schnee. Hinsichtlich der Niederschlagssummen zeigte sich der Januar viel nasser als die vorangegangenen Monate. Mit rund 75 Liter pro Quadratmeter kam etwa ein Fünftel mehr Niederschlag als im Klimamittel zusammen. Besonders zum Monatsende hin regnete es in der Südwesthälfte ergiebig. Regional fielen in nur 2 Tagen mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Mit rund 87 Liter verzeichnete Todtmoos im Südschwarzwald am 28. Januar den höchsten Tagesniederschlag. Mit einer Gesamtmenge von über 300 Liter pro Quadratmeter war der Schwarzwald zugleich die niederschlagsreichste Region Deutschlands. Dort sowie im Allgäu türmte sich außerdem die Schneedecke auf über 1 Meter auf. Im Flachland bildete sich dagegen nur vorübergehend und gebietsweise eine geschlossene Schneedecke, beispielsweise am 17. Januar. Im Rheinland war es die erste in diesem Winter. Am 29. Januar wurden dann der Norden und Osten des Landes weiß.

Die Sonne machte sich im Januar insgesamt sehr rar. Entweder lenkten Tiefs wolkenreiche Luft zu uns oder es hielten sich während kurzer Hochdruckwetterlagen zähe Nebel- und Hochnebelfelder. Daher summierte sich die Sonnenscheindauer im landesweiten Durchschnitt nur auf rund 30 Stunden, das entspricht etwa der Hälfte des langjährigen Mittels. Besonders trüb mit gerade einmal 10 Sonnenstunden zeigten sich Regionen in der Landesmitte. Am längsten schien die Sonne mit etwa 40 Stunden südlich des Mains, im Saarland und in Bremen.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


Wetterrückblick 2020

Titel
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Jahresrückblick

Grafik→ Wetter Online
Grafik→ Wetter Online

Zweitwärmstes Jahr seit 1881

 

Das Jahr 2020 geht als zweitwärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn in die Geschichte ein. Außerdem war es ungewöhnlich trocken. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Global sieht es zumindest hinsichtlich der Temperatur ähnlich aus. Das Jahr 2020 ist das zweitwärmste seit Messbeginn. Die vergangenen zehn Jahre waren die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,4 Grad ist das Jahr 2020 das zweitwärmste in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Bisheriger Spitzenreiter ist das Jahr 2018 mit einer mittleren Temperatur von 10,5 Grad. Es ist nun das zehnte Jahr in Folge, in dem die Temperatur das vieljährige Mittel übertrifft. Gegenüber der Vergleichsperiode von 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,5 Grad. Bis auf den Mai fielen alle Monate überdurchschnittlich warm aus. Das Jahr startete bereits mit einem "Winter ohne Winter". Schnee war selbst in den Bergen Mangelware. Mitte Februar wurde im Südwesten schon die 20-Grad-Marke geknackt. Das Frühjahr und der Sommer lagen ebenfalls oberhalb der Durchschnittswerte der vergangenen 30 Jahre, besonders warm fiel der August aus. Teile Norddeutschlands meldeten so viele Hitzetage wie noch nie. Die hochsommerlichen Temperaturen hielten bis in den Herbst hinein an.

Ähnlich wie in den Vorjahren hat es auch 2020 mit 710 Litern auf den Quadratmeter weniger als üblich geregnet. Damit waren von den letzten 10 Jahren 9 überdurchschnittlich trocken, nur 2017 war feuchter als das Mittel. Das Defizit der vergangenen Jahre konnte somit nicht ausgeglichen werden. Vor allem die Monate März bis Mai gestalteten sich ungewöhnlich trocken, in diesem Zeitraum fiel nur etwa die Hälfte des mittleren Niederschlages. Staubtrockene Böden und Waldbrände waren die Folge. Mit 710 Litern pro Quadratmeter ist 2020 ein weiteres überdurchschnittlich trockenes Jahr. Im Mittel regnete es etwa 110 Liter mehr als im Dürrejahr 2018. Dabei gab es regional große Unterschiede: Die höchsten Jahresmengen kamen mit bis zu 2000 Liter pro Quadratmeter im Schwarzwald und an den Alpen zusammen. Am trockensten blieb es in vielen Teilen Nordostdeutschlands, wo noch nicht einmal 500 Liter pro Quadratmeter niedergingen. In vielen Regionen konnten sich tiefere Bodenschichten nicht von der Dürre erholen. So verzeichnet das Landesumweltamt in NRW Ende November bei gut zwei Drittel der Messstellen zum Wasserspeicher niedrigere Werte als im Vorjahr.

Die Karte zeigt in Rottönen eine extreme bis außergewöhnliche Dürre in knapp zwei Meter Tiefe.
Quelle→ UFZ-Dürremonitor / Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Mit 1901 Sonnenstunden ist 2020 das viert sonnigste Jahr seit Messbeginn der Sonnenscheindauer im Jahre 1951. Über 2000 Stunden schien die Sonne vor allem im Süden. Mit rund 2250 Stunden verzeichnete eine Wetterstation bei Kaufbeuren im Allgäu die meisten Sonnenstunden. Vergleichsweise sonnenscheinarm blieb es dagegen in der norddeutschen Tiefebene. In Glücksburg in Schleswig-Holstein wurden nur etwa 1500 Sonnenstunden registriert. Auch die Mittelgebirge gehörten naturgemäß zu den sonnenscheinärmsten Regionen. Global gesehen wird sich das Jahr in die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn einreihen. Derzeit ist es sogar in etwa gleichauf mit dem bisher wärmsten Jahr 2016. Die endgültigen Daten liegen hier jedoch erst zu Beginn 2021 vor. Nach dem Stand von Ende Dezember ist das Jahr 2020 etwa 1,2 Grad wärmer als in der vorindustriellen Zeit von 1850 bis 1900. Klimaforscher gehen davon aus, dass auch das 2021 zu einem der wärmsten gehören wird und dies, obwohl sich im Pazifik eine La Niña Phase durch kältere Oberflächentemperaturen bemerkbar macht.

Beitrag→ Verena Leyendecker


Dezember 2020

Foto→ Volker Eschenbach
Foto→ Volker Eschenbach

Teils große Wetterunterschiede

 

Der Wintermonat ist gebietsweise sehr unterschiedlich verlaufen. Während für die einen der Monat grau und nass in Erinnerung bleibt, war er für die anderen so sonnig wie lange nicht. Zudem gab es kaum Schneefälle.

Der Dezember war mit einer Mitteltemperatur von 3,0 Grad rund 1,3 Grad wärmer als das langjährige Mittel von 1990 bis 2019. Große Kaltlufteinbrüche blieben aus. Stattdessen strömte besonders zur Monatsmitte oftmals milde Luft nach Deutschland. Die Höchstwerte lagen verbreitet im zweistelligen Bereich. An manchen Stationen wurden neue Monatsrekorde aufgestellt wie zum Beispiel in Andernach bei Koblenz mit einem neuen Höchstwert von 15,6 Grad. Die höchste Temperatur wurde allerdings in Müllheim (Baden) mit 16,6 Grad gemessen.  Die niedrigste Temperatur wurde in der Nacht zum 25. Dezember auf der Zugspitze mit minus 11,1 Grad gemessen. In der Südhälfte war es insgesamt frostiger. Dies spiegelt sich vor allem in der Anzahl von Frosttagen wider. Im Süden gab es verbreitet mehr als 15 Frosttage. Im Norden waren es meist 5 bis 10 Tage, an denen Tiefstwerte unter 0 Grad lagen.

Vielen blieb der Monat aber wohl eher grau in Erinnerung. Besonders im Süden und Norden wurden nur rund 50 Prozent der durchschnittlichen Anzahl an Sonnenstunden gemessen. Hermaringen-Allewind in Baden-Württemberg kam gerade einmal auf 8,1 Sonnenstunden im gesamten Monat. Grund dafür war unter anderem hartnäckiger Nebel- und Hochnebel, der sich über längere Zeit halten konnte. Es gab aber auch Ausnahmen wie die meisten Regionen im Osten. Dort haben einige Wetterstationen überdurchschnittlich viel Sonne gemessen. Die Stadt Hoyerswerda verzeichnete sogar über 70 Stunden. Auch auf den Bergen war es über dem Nebel sehr freundlich. Die hohe Anzahl an Sonnenstunden spiegelt sich auch in den aufgetretenen Niederschlägen wider. So wurden im Osten lediglich 15 bis 40 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags erreicht. Auch in Teilen der Mitte und im Süden Bayerns regnete es im Vergleich zum langjährigen Mittel weniger. Ganz anders sah es im Südwesten aus. In den meisten Regionen fielen dort 30 Prozent mehr Regen als im Durchschnitt. Nennenswerten Schnee gab es nur am Monatsanfang und -ende in den Bergen.

Die unterschiedliche Verteilung der Niederschläge kam vor allem durch die Lage der Hoch- und Tiefdruckgebiete zustande. Ein markantes Hochdruckgebiet über Osteuropa blockte die meisten Regenwolken der atlantischen Tiefs über längere Zeit ab. Die Niederschläge kamen meist nur bis zur Landesmitte voran und lösten sich anschließend auf. Im Mittel kamen im letzten Monat des Jahres knapp 55 Liter pro Quadratmeter zusammen.

Beitrag→ Sebastian Keßler


November 2020

Foto→ Freepik @Wirestock
Foto→ Freepik @Wirestock

Mild, sehr sonnig und trocken

 

Viel Sonne und nur wenig Regen - der November 2020 hat seinem Namen als grauer und nasser Monat kaum Ehre gemacht. In der ersten Monatshälfte gab es sogar neue Wärmerekorde. Unten grau, oben blau - der November war von zahlreichen Inversions-Wetterlagen geprägt. Während sich in der ersten Monatshälfte noch vielfach die Sonne zeigte, kam nach Monatsmitte in den Tälern Nebel mit ins Spiel. Insbesondere die erste Monatshälfte war örtlich über fünf Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. In der zweiten Monatshälfte wurde die positive Abweichung durch sehr kühle Tage aber etwas gedrückt.

Mit einer Mitteltemperatur von 6,0 Grad war der November 1,2 Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Durch die zahlreichen Hochdruck-Wetterlagen und die damit verbundenen Inversionen stechen vor allem die Berge mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen heraus. Am 2. wurden mit Temperaturen über 20 Grad verbreitet neue Wärmerekorde für November aufgestellt. Am mildesten war es mit 24,0 Grad in Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Die kälteste Nacht gab es am 30. mit minus 9 Grad rund um Nürnberg. Besonders im Süden und Osten gab es verbreitet 10 bis 15 Frosttage. In Reit im Winkl zeigte das Thermometer sogar an 24 Tagen Werte unter dem Gefrierpunkt an. Komplett ohne Frost verlief der November hingegen an der Nordsee und teils auch an der Ostsee. Die letzten Tage des Monats bescherten manchen Regionen sogar die ersten Eistage. Im Nebel schafften die Temperaturen so kaum noch den Sprung über die 0-Grad-Marke. Im Bayerischen Wald und in Südbayern blieb es mancherorts an 3 bis 5 Tagen bei Dauerfrost.

Die meisten Novembertage verliefen komplett trocken. Insgesamt kamen im Schnitt nur knapp 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen. Dies sind 45 Liter weniger als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Somit gehört der Monat auch zu den trockensten seit 1990. Nennenswerte Regenmengen gab es nur an der Nordsee sowie naturgemäß in den Mittelgebirgen. Besonders im Osten blieb es mit vielfach unter 10 Liter sehr trocken. Rund um Magdeburg reichte es sogar nur für rund 3 Liter.

In Nordrhein-Westfalen, Sachsen sowie in den Mittelgebirgen und Alpen ist der November ausgesprochen sonnig gewesen. Mit durchschnittlich 85 Stunden Sonnenschein war es der zweitsonnigste seit 30 Jahren. Durch die vielen Hochdruckwetterlagen schien die Sonne in den Bergen am längsten. So konnten auf der Zugspitze über 200 Sonnenstunden gemessen werden. Trüber blieb es hingegen im Nordosten sowie teils entlang der Donau. So reichte es in Greifswald lediglich für 40 Stunden Sonnenschein. Mit 85 Stunden Sonne geht der November als zweitsonnigster seit 30 Jahren in die Geschichtsbücher ein. Blau und Grau waren dabei allerdings sehr unterschiedlich verteilt.

Beitrag→ Björn Goldhausen


Oktober 2020

Foto→ Jutta Schütz
Foto→ Jutta Schütz

Wenig Sonne und reichlich Regen

 

Ausgesprochen wechselhaft und vielfach sehr nass hat sich der Oktober gezeigt. Oftmals hatten Tiefs mit wolkenreicher und zeitweise sehr milder Atlantikluft das Sagen. Dazwischen gab es auch kurze goldene Phasen, davon profitierten aber nur wenige Regionen. Trotz trüber Regentage erlebte man im Oktober auch goldene Momente, wie hier im Markgräflerland im Südwesten Baden-Württembergs. Zwischendurch wehte sogar ein Hauch vom Spätsommer durchs Land. Der Oktober 2020 war knapp ein Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Etwas wärmer fielen die vergangenen drei Jahre aus.

Mit 10,2 Grad lag das landesweite Monatsmittel um 0,8 Grad über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Der Oktober begann angenehm warm mit Spitzenwerten um 20 Grad und milden Nächten. Mit 24,6 Grad meldete Kiefersfelden-Gach im oberbayerischen Landkreis Traunstein am 3. Oktober den bundesweit höchsten Wert. Dort und generell an den Nordseiten der Gebirge ließ Föhn die Temperaturen rasch ansteigen. Erst nach dem 10. Oktober drehte der Wind auf Nord bis Nordost. Damit strömte spürbar kühlere Luft ein, sodass man eine dicke Jacke brauchte. In den Frühstunden zeigte das Thermometer besonders im Südosten und Osten Frost bis minus 4 Grad an, recht verbreitet gab es bei oft sternklarem Himmel Bodenfrost. Die tiefste Temperatur registrierte Oberstdorf mit minus 4,4 Grad am 14. des Monats. Im letzten Oktoberdrittel lenkten Atlantiktiefs wieder Warmluft zu uns. So wurden beispielsweise am 21. und 22. Oktober am Rhein und an seinen Nebenflüssen 20 Grad und mehr erreicht. Zum Monatsende floss dann wieder frischere Atlantikluft ein.

Hinsichtlich der Regensummen zeigte sich der Oktober viel nasser als der September. Mit rund 75 Liter pro Quadratmeter kam etwa ein Fünftel Niederschlag mehr als im Klimamittel zusammen. Besonders in der ersten Monatshälfte regnete es ergiebig. Das Adriatief GISELA brachte beispielsweise der Osthälfte am 13. und 14. Oktober teils so viel Regen, dass die durchschnittliche Monatsmenge schon erreicht wurde. Mit rund 64 Liter verzeichnete Wernigerode-Schierke im Harz dabei die höchste Tagessumme. Hochwasser an einigen Flüssen war die Folge.  In den Alpen und in den Hochlagen der Mittelgebirge schaute zur Monatsmitte der Frühwinter mit Schnee vorbei. Anschließend brachten uns Hochs oft trockene Tage. Zum Monatsausklang überquerten uns erneut Tiefausläufer mit viel Regen. Im Westen und Norden gesellten sich sogar kräftige Gewitter dazu. Die höchsten Summen fielen im Monatsverlauf mit über 200 Liter pro Quadratmeter im Südschwarzwald und Harz. Dagegen reichte es an der Ostseeküste oder im Windschatten der Mittelgebirge, wie im Hunsrück oder Sauerland, gerade mal für 30 Liter.

 

Im Oktober 2020 fiel mit etwa 75 Liter Regen pro Quadratmeter etwas mehr als im langjährigen Mittel. Ähnlich nass war es auch in den Jahren 2017 und 2019.

Die Sonne machte sich insgesamt rar. Entweder lenkten Tiefs wolkenreiche Luft zu uns oder während der kurzen Hochdruckwetterlagen hielten sich zähe Nebel- und Hochnebelfelder. Daher summierte sich die Sonnenscheindauer nur auf rund 70 Stunden, das ist weniger als zwei Drittel des langjährigen Mittels. Besonders trüb mit 40 Sonnenstunden zeigten sich die westlichen Mittelgebirgsregionen wie das Sauerland oder der Hunsrück. Am längsten schien die Sonne mit etwa 100 Stunden an den Küsten und im Alpenvorland. Die Ausbeute an Sonnenstunden war mager: Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren war es der sonnenscheinärmste Oktober nach 1998 und 2016.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


September 2020

Foto→ Freepik @master1305
Foto→ Freepik @master1305

Sehr sonnig, warm und trocken

 

Der September ist ein sehr sonniger und relativ trockener Monat gewesen. Der Spätsommer zeigte sich noch wochenlang mit Spitzenwerten bis fast 35 Grad. Erst zum Monatsende setzte sich teils herbstliches Wetter mit ergiebigen Regenfällen und sogar Schnee durch. Von den Spitzenreitern der vergangenen 30 Jahre war aber auch er noch weit entfernt.

Mit 14,8 Grad war der September im deutschlandweiten Mittel ein Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Besonders in den ersten 3 Wochen gab es unter Hochdruckeinfluss häufig spätsommerliche Wärme. Im Südwesten wurden bis zu 18 Sommertage gezählt. Zur Monatsmitte wurde es sogar nochmals hochsommerlich. Am heißesten war es am 15. September mit 34,8 Grad in Trier. Teils sehr frisch waren die Nächte in der zweiten Monatshälfte. Am 28. September wurde im Zollernalbkreis mit minus 2 Grad die tiefste Temperatur des Monats gemessen. Der September 2020 ist überdurchschnittlich warm gewesen.

Im September fielen im Durchschnitt fast 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Der Monat war damit deutlich trockener als im langjährigen Mittel. Nach wochenlanger Trockenheit brachten erst Richtung Monatsende Tiefs vom Atlantik ergiebige, flächendeckende Regenfälle. In den Alpen und in den Mittelgebirgen schneite es dabei auch zum ersten Mal. Am nassesten war es mit mehr als 150 Liter Regen in Teilen des Südschwarzwaldes und an den Alpen. Zu den trockensten Gebieten zählte neben Hessen der äußerste Norden Deutschlands.

Im ersten Herbstmonat gab es in Deutschland sehr viel Sonnenschein. Vor allem in der ersten Monatshälfte trübten nur wenige Wolken den Himmel, Richtung Monatsende wurden es dann mehr. Durchschnittlich schien die Sonne dennoch mehr als 200 Stunden lang, was fast 7 Stunden pro Tag entspricht. Das Monatsmittel der vergangenen 30 Jahre liegt bei rund 150 Stunden. Die sonnigsten Regionen lagen in Thüringen und Sachsen. Der Monat gehörte zu den sechs sonnigsten Septembermonaten der vergangenen drei Jahrzehnte.

Beitrag→ Dennis Oswald


August 2020

Foto→ Rodelbahn Zugspitze
Foto→ Rodelbahn Zugspitze

Erste Hälfte mit Hitzewelle dann sehr kalt

 

Hitzewelle, Sommersturm und Regengüsse: Der August 2020 ist sehr vielfältig gewesen. Mancherorts gab es sogar Hitzerekorde. Trotz kräftiger Gewittergüsse mit Unwettern und Dauerregen verschärfte sich die Trockenheit in einigen Regionen. Die ersten drei Augustwochen waren hochsommerlich. Eine Hitzewelle mit Spitzenwerten weit über 30 Grad überrollte fast das ganze Land. Besonders in den Ballungsräumen war es mit Temperaturen teils über 35 Grad unerträglich. In den Hochlagen der Alpen gibt es in den ersten Monatstagen sogar einen Wintereinbruch mitten im Sommer. Auf der Zugspitze fallen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bis zu 30 Zentimeter Neuschnee.

Mit 19,9 Grad war der August im Mittel zwei Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. Besonders in den ersten drei Wochen trumpfte der Hochsommer auf, da Hochdruckeinfluss mit Mittelmeerluft überwog. Teile Norddeutschlands meldeten mit Spitzenwerten über 30 Grad so viele Hitzetage wie noch nie, in Hamburg gab es beispielsweise 11 Hitzetage. Der heißeste Tag mit 38,6 Grad war der 9. August in Trier-Petrisberg. Das war zugleich auch der heißeste Ort in diesem Sommer. Zudem gab es viele tropische Nächte mit Tiefstwerten über 20 Grad, das war besonders in den Ballungsräumen an Rhein, Ruhr und Main vom 10. bis 14. August der Fall. Die tiefste Temperatur meldete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit 3,5 Grad am 5. des Monats. Zum Monatsausklang wurden bei klarem Himmel Tiefstwerte von 10 bis 7 Grad gemessen.

Nach einem meist trockenen Juli regnete es im August in vielen Regionen endlich wieder ausgiebiger. Mit rund 90 Liter pro Quadratmeter fiel sogar etwa 15 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Die höchste Tagesmenge mit 152 Liter Regen pro Quadratmeter verzeichnete am 3. August der Ort Aschau-Innerkoy im Chiemgau. Im Alpenvorland führten einige Flüsse Hochwasser. Auf den ganzen August bezogen kam der meiste Regen mit 200 bis 350 Liter am Alpenrand zusammen. Im August fiel etwas mehr Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. Von den Mengen her ist er mit den Jahren 2011, 2014 und 2017 vergleichbar. Der nasseste August mit 162 Liter ist jener aus dem Jahre 2010. Zudem entluden sich einzelne starke Gewitter, die punktuell über 50 Liter Regen in kurzer Zeit hinterließen, unter anderem in den Mittelgebirgen und im Ruhrgebiet. Mancherorts standen Straßen, Unterführungen und Keller unter Wasser. Doch die lang ersehnten Regenfälle überquerten uns erst in den letzten Augusttagen. Zum Monatsausklang gingen auch im zuvor vom Niederschlag ausgesparten Norden und Osten Deutschlands bedeutsame Mengen nieder. Tief KIRSTEN brachte am 16. August Dauerregen, verursachte jedoch auch Sturmschäden. Mit Tief MARLIS wenige Tage später gingen von Franken bis nach Sachsen 40 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Ab 2000 Meter Höhe schneite es in den Alpen zum Teil ordentlich. Allerdings gab es auch Regionen, die fast leer ausgingen. Im westlichen Saarland und am Niederrhein fielen im Monat lokal gerade einmal 15 Liter pro Quadratmeter.

Der August war besonders im Norden sonnenscheinreich. Beim Sonnenschein gab es keine großen Auffälligkeiten. Im Bundesdurchschnitt schien die Sonne mit 220 Stunden nur etwas mehr als in den Jahren zuvor. "Überstunden" leistete sie vor allem vom Norddeutschen Tiefland bis zur Ostseeküste, wo örtlich 290 sonnige Stunden gezählt wurden. Etwa 100 Stunden weniger zeigte sie sich im Sauerland.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


Juli 2020

Foto→ Sebastian Goette
Foto→ Sebastian Goette

Sommermonat voller Kontraste

 

Der Sommermonat Juli hat sich zeitweise sehr launisch präsentiert. Bei den Temperaturen und den Regenmengen gab es zum Teil große Unterschiede. Vor allem nach Norden hin beeinflussten immer wieder Tiefs mit Regengüssen das Wetter. Hochs haben im Juli besonders dem Süden Deutschlands wiederholt Sonne und Hitze beschert. Dagegen zeigte sich der Norden unterkühlt, aber regenreich. Zeitweise war es auch nachts ungewöhnlich frisch. Erst zum Monatsausklang stellte sich fast landesweit heißes Hochsommerwetter ein. Der Juli ist nach dem Mai der zweite unterdurchschnittlich temperierte Monat seit einem Jahr gewesen. Letztmals schaffte dies der Juli 2011, der mit 16,1 Grad noch knapp zwei Grad frischer war als der diesjährige.

Mit 17,9 Grad ist der Juli im Mittel 0,6 Grad kühler als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre gewesen. Es gab aber große Temperaturkontraste: Tiefs brachten vor allem dem Norden oft wolkenreiche und kühle Meeresluft. Dagegen konnte der Sommer im Süden immer wieder auftrumpfen. Dort war es nach der Monatsmitte durchweg warm mit auch heißen Tagen. Am 31. Juli ging es im südbadischen Rheinfelden sogar bis auf 38,5 Grad hinauf. Die tiefste Temperatur meldete am 12. Juli Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit 1,1 Grad und leichtem Bodenfrost.

Nach einem ziemlich nassen Juni zeigte sich der Juli in vielen Regionen wieder sehr trocken. Mit rund 50 Liter pro Quadratmeter reichte es im Landesmittel nur für etwa zwei Drittel der durchschnittlichen Regenmenge. Die Niederschläge waren jedoch ungleich verteilt. Ausreichend Regen fiel im Küstenumfeld sowie am Alpenrand. Besonders südlich der Donau bildeten sich im ersten und letzten Monatsdrittel immer wieder kräftige Gewitter, die von Starkregen und teils bis zu 4 Zentimeter großen Hagelkörnern begleitet wurden. Die höchste Tagesmenge mit fast 97 Liter Regen pro Quadratmeter meldete Murnau am Staffelsee in Oberbayern. Auf den ganzen Juli bezogen kam der meiste Regen mit 240 Liter in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen zusammen. Vom Saarland und vom Oberrhein bis nach Franken und Sachsen verschärfte sich dagegen die Trockenheit, sodass sich die Blätter erster Bäume verfärbten. Dort wurden im gesamten Monat gebietsweise nur knapp 10 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Zudem brachen kleinere Wald- und Flurbrände aus. Im Juli ist im Landesdurchschnitt recht wenig Regen zusammengekommen. Er gehörte damit zu den fünf trockensten Juli-Monaten der vergangenen 30 Jahre.

Beim Sonnenschein waren die Unterschiede ebenfalls groß. Im Bundesdurchschnitt schien die Sonne mit 230 Stunden nur etwas mehr als in den Jahren zuvor. "Überstunden" leistete sie vor allem im Westen und in der Mitte Baden-Württembergs sowie dem westlichen Bayern, wo örtlich 320 sonnige Stunden gezählt wurden. Oft bewölkt und fast schon herbstlich zeigten sich viele Regionen von den Küsten bis zu den Mittelgebirgen. So wurden beispielsweise in weiten Teilen Schleswig-Holsteins nur rund 150 Sonnenstunden registriert. Der Juli ist besonders im Westen und in Teilen Süddeutschlands sehr sonnig gewesen. Insgesamt war er durchschnittlich.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


Juni 2020

Foto→ Achim Otto
Foto→ Achim Otto

Ein ganz normaler Sommermonat

 

Der Juni hat sich dieses Jahr nach den zwei vergangenen Hitzesommern als typisch mitteleuropäischer Sommermonat präsentiert. Allerdings gab es beim Sonnenschein und Regen regional große Unterschiede.

Mit einer Mitteltemperatur von 16,8 Grad ist der Juni ein halbes Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre gewesen. Dennoch war es damit der "kühlste" Juni seit fünf Jahren. Nach einer ausgeprägten Schafskälte zum Monatsanfang kletterten die Temperaturen langsam und erreichten zum Ende des Monats teils hochsommerliches Niveau. Die Temperaturspanne reichte von Bodenfrost am 1. Juni bis hin zu 34 Grad am 14. Juni in Coschen in Brandenburg. Im Mittel war der Monat in Berlin mit 19,5 Grad am wärmsten.

Nach dem sehr trockenen Frühjahr brachte der Juni endlich reichlich Regen. Mit im Durchschnitt rund 90 Liter pro Quadratmeter fiel etwas mehr als im Mittel. Am nassesten war es im Allgäu mit teils über 300 Liter. Die höchsten Tagesmengen wurden aber bei Gewittern in Ostdeutschland erreicht. Spitzenreiter war Klein Germersleben in Sachsen-Anhalt mit 133 Liter am 13. Juni. Schwere Überflutungen waren die Folge. Es gab aber auch Regionen, an denen alle Regengüsse vorbeizogen. In Golßen südlich von Berlin kamen so insgesamt nur 10 Liter zusammen.

Beim Sonnenschein gab es große Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland. Mit rund 300 Stunden schien die Sonne in Sankt Peter-Ording, Kiel und auf Rügen knapp doppelt so lang wie in den Bayerischen Alpen und im Südschwarzwald. Im Mittel kamen landesweit 215 Sonnenstunden zusammen und damit etwa genauso viele wie im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Nachts ermöglichte der wolkenarme Norden dabei oft die Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken.

Beitrag→ Denis Möller


Mai 2020

Foto→ Michael Häbler
Foto→ Michael Häbler

Sehr trocken, kühl und sonnig

 

Besonders die frischen Nächte machten den Mai zum ersten Monat mit unterdurchschnittlichen Temperaturen seit genau einem Jahr. Dazu gab es viel Sonnenschein und verbreitet blieb es sehr trocken. Die Eisheiligen kamen in diesem Jahr pünktlich. Neben Nachtfrost rieselten in den Mittelgebirgen sogar noch mal Flocken.

Mit einer Mitteltemperatur von 11,9 Grad ist der Mai 1,3 Grad kälter als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre gewesen. Die Eisheiligen machten ihrem Namen alle Ehre. Am 11. gab es landesweit einen Temperatursturz von bis zu zwanzig Grad. Die tiefste Temperatur mit minus 5,1 Grad wurde am 12. in Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald gemessen. Insgesamt gab es im Mai mancherorts mehr Tage mit Bodenfrost als im Januar oder Februar. Erst im letzten Monatsdrittel wurde es zeitweise deutlich wärmer, wie am 22. mit 29,0 Grad in Kleve am Niederrhein. Der Mai 2020 ist der erste unterdurchschnittlich temperierte Monat seit einem Jahr. Letztmals schaffte dies der Mai 2019, der mit 10,9 Grad noch ein Grad frischer war als der diesjährige.

Nach dem sehr trockenen April blieb auch der Mai deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Schnitt reichte es nur für 39 Liter Regen pro Quadratmeter. Dies sind rund dreißig Liter weniger als in einem durchschnittlichen Wonnemonat. Die regionalen Unterschiede waren allerdings groß: Während am Alpenrand nicht selten mehr als 150 Liter zusammenkamen, blieb es in der Nordwesthälfte sehr trocken. So reichte es in Teilen von Nordrhein-Westfalen, wie zum Beispiel in Dormagen, für nur wenig mehr als 5 Liter Regen.

Beim Sonnenschein machte der Mai da weiter, wo der April aufgehört hat. Die Sonne schien mit knapp 240 Stunden überdurchschnittlich lange. Besonders die Küstenregionen und der Westen des Landes stechen aber heraus. Dort reichte es für mehr als 280 Sonnenstunden. Deutlich seltener zeigte sich der blaue Himmel am Alpenrand, im Bayerischen Wald und im Erzgebirge. Vielfach konnten dort lediglich 150 Sonnenstunden gemessen werden.

Beitrag→ Björn Goldhausen


April 2020

Foto→ pixabay
Foto→ pixabay

Rekordsonnig und sehr trocken

 

Blauer Himmel von früh bis spät und kaum ein Tropfen Regen. So präsentierte sich der April in weiten Teilen. Ein neuer Sonnenscheinrekord war die Folge. Trotz vielfach kalter Nächte endet der Monat im Schnitt überdurchschnittlich warm. Staubige Felder, der ausbleibende Regen machte Hobbygärtnern und Landwirten zu schaffen.

Mit einer Mitteltemperatur von 10,5 Grad ist der April überdurchschnittlich warm ausgefallen. Im Vergleich zum Mittel der vergangenen 30 Jahre war es 1,6 Grad wärmer. Aufgrund der vielen Hochs brachte der Monat große Unterschiede zwischen Nacht und Tag: So fielen die Nächte meist unterdurchschnittlich kalt aus, während die Tage warm waren. Mit mehr als fünf Grad gab es die größten positiven Abweichungen in den Mittelgebirgen. Gleichzeitig war es im Nordosten und in einigen Tälern kaum ein Grad wärmer als im Mittel. Am wärmsten war es am 17. in Waghäusel-Kirrlach nördlich von Karlsruhe mit 26,5 Grad. Dort zeigte das Thermometer an insgesamt acht Tagen Werte von über 25 Grad an. Die tiefste Temperatur im Flachland wurde gleich zu Monatsbeginn in Bad Königshofen in der Röhn mit minus 11 Grad gemessen. Im ganzen Monat gab es besonders in der Nordosthälfte verbreitet mehr Tage mit Frost als im Dezember, Januar oder Februar. In Sohland an der Spree fror es an insgesamt 23 Tagen. Mancherorts gab es sogar fast jeden Morgen Bodenfrost.

Mit rund 17 Liter Regen pro Quadratmeter war der April der dritttrockenste seit Messbeginn. Bei einem häufig böigen Ostwind trockneten die Böden oberflächlich rasch aus. In der Folge stieg die Waldbrandgefahr stark an. Regional kam es auch zu größeren Feuern. Bis zum 27. blieb es in weiten Landesteilen fast komplett trocken. Erst in den letzten Monatstagen wurde es wechselhafter. Viel Regen kam dabei allerdings fast nur am Alpenrand zusammen. Dort reichte es am Ende verbreitet für mehr als 50 Liter.

Mit durchschnittlich über 290 Stunden Sonnenschein war der April der sonnigste seit Messbeginn. Im Schnitt sind dies über 160 Prozent der mittleren Sonnenscheindauer. Insgesamt gab es seit Beginn der Aufzeichnungen nur vier Monate mit mehr Sonnenschein. Dies waren der Mai 1989, der Juli 2006, der Juli 2018 und der Juni 2019. Absolut gesehen schien die Sonne in München mit rund 325 Stunden am längsten. Am wenigsten Sonne gab es in Oberstdorf mit 230 Stunden. Aber auch dort wurde der Durchschnittswert weit überschritten.

Beitrag→ Björn Goldhausen


März 2020

Foto→ Wetter Online
Foto→ Wetter Online

Ein Monat mit zwei Gesichtern

 

Rein von den Zahlen verlief der März 2020 eher unspektakulär. Bei genauerer Betrachtung offenbart der Monat aber doch einige Besonderheiten. Verantwortlich hierfür waren komplett unterschiedliche Wetterlagen.

Die durchschnittliche Temperatur hat im März 5,3 Grad betragen. Damit war der Monat 0,6 Grad milder als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Am wärmsten war es mit Föhnunterstützung am 12. in Garmisch-Partenkirchen mit 22,3 Grad. Am 30. zeigte das Thermometer in Martinroda in Thüringen einen Tiefstwert von minus 10,4 Grad an. Im ganzen Winter wurden im Flachland keine Werte von unter minus 10 Grad gemessen. In einigen Landesteilen sank die Temperatur häufiger unter den Gefrierpunkt als im Dezember, Januar oder Februar.

Beim Niederschlag präsentierte sich der Monat sehr unterschiedlich. Während die erste Monatshälfte häufig nass verlief, kam in der zweiten verbreitet kaum noch Regen vom Himmel. Unterm Strich reichte es im Mittel für rund 50 Liter pro Quadratmeter. Dies sind 15 Liter weniger als im Durchschnitt. Die Niederschlagsverteilung war dabei sehr unterschiedlich: Im Schwarzwald kamen teils über 200 Liter zusammen, in Teilen von Sachsen-Anhalt waren es hingegen nur rund 15 Liter. Besonders in der zweiten Monatshälfte stieg die Waldbrandgefahr an.

Mit durchschnittlich über 170 Sonnenstunden gehört der März 2020 zu den sonnigsten der vergangenen 30 Jahre. Dies sind rund 50 Stunden mehr als in einem durchschnittlichen Monat. Besonders in der zweiten Monatshälfte präsentierte sich der Himmel vielfach strahlend blau. Im Süden sowie an der Nordsee reichte es örtlich sogar für rund 200 Stunden Sonnenschein. Mit unter 150 Stunden schien die Sonne im Nordosten Bayerns im Schnitt am seltensten. Aber auch dort war der Monat überdurchschnittlich sonnig.

Beitrag→ Björn Goldhausen


Februar 2020

Foto→ Wetter Online
Foto→ Wetter Online

Extrem mild und sehr nass

 

Der nächste sehr milde Monat: 2020 hat es den zweitwärmsten Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gegeben. Dazu fiel wenig Schnee, dafür umso mehr Regen. Gebietsweise war es so nass wie noch nie in einem Februar.

Die Temperaturen schlagen im Winter 2020 fast alle Rekorde. Nach den schon sehr milden Monaten Dezember und Januar ist der Februar noch extremer ausgefallen. Mit einem landesweiten Durchschnittswert von plus 5,3 Grad war er fast vier Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Insbesondere im Osten und in Teilen Süddeutschlands betrug die Abweichung nach oben vielfach sogar fünf Grad und mehr. Am Oberrhein gab es örtlich an 20 Tagen im Februar zweistellige Plusgrade. Am wärmsten war es am 16. mit 21,5 Grad in Müllheim nahe Freiburg. Selbst auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, gab es gleich mehrere Tage mit Temperaturen über 0 Grad. Kaltluft konnte sich jeweils nur kurzzeitig durchsetzen. In eine solche Phase fiel auch der kälteste Tag am 6. Februar, als in Oberstdorf im Allgäu minus 14,7 Grad registriert wurden. Verantwortlich für die insgesamt hohen Temperaturen waren atlantische Tiefs, die immer wieder sehr milde Luft heranführten. Teils entwickelten sie sich zu kräftigen Stürmen, die auch schwere Schäden hinterließen, wie beispielsweise Orkan SABINE.

Die Tiefs brachten auch jede Menge Niederschlag, von dem das meiste als Regen herunter kam. Im Landesdurchschnitt fiel mit 125 Liter pro Quadratmeter mehr als doppelt so viel wie im langjährigen Mittel (knapp 52 Liter). Damit war es bundesweit der zweitnasseste Februar seit Aufzeichnungsbeginn, in vielen Regionen Norddeutschlands und im Saarland sogar der nasseste. Die höchsten Niederschlagsmengen wurden mit zum Teil mehr als 400 Liter im Schwarzwald gemessen. Am trockensten blieb es auf den abgewandten Seiten von Mittelgebirgen, wie dem Harz.

Schnee gab es dagegen im Februar vielerorts gar nicht. Einmal gegen Ende des Monats schneite es allerdings vor allem in den westlichen und südlichen Landesteilen bis ins Flachland. Die Sonne schien den Monat über besonders in der Nordhälfte sehr wenig. In einigen Orten in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein kamen nur 30 sonnige Stunden zusammen. Über deutlich freundlicheres Wetter durfte man sich hingegen von der Schwäbischen Alb bis ins Alpenvorland freuen. Dort gab es örtlich mehr als 120 Sonnenstunden.

Beitrag→ Dr. Bernd Maurer


Januar 2020

Foto→ Wetter Online
Foto→ Wetter Online

Sehr mild, trocken und sonnig

 

Der Januar 2020 reiht sich in die Folge der überdurchschnittlich warmen Monate ein. Dabei war es einer der trockensten seit zehn Jahren. Besonders im Süden präsentierte sich der Monat zudem extrem sonnig.

Mit einer Mitteltemperatur von 3,3 Grad ist der Januar überdurchschnittlich mild ausgefallen. Dabei war es um zweieinhalb Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Besonders groß waren die Abweichungen nach oben im Nordosten. In einigen Tälern Süddeutschlands blieb es bei den Temperaturen durch die zahlreichen Inversionswetterlagen nur minimal überdurchschnittlich. Mit 16,0 Grad war es am 9. in Ohlsbach an der Badischen Weinstraße am wärmsten. Am 20. zeigte das Thermometer in Oberstdorf kalte -14,7 Grad. Unter dem Strich hatte der Monat mit Hochwinter wenig zu tun. In Teilen Schleswig-Holsteins blieb es sogar komplett frostfrei. Auch Eistage, an denen die Temperatur nicht den Sprung über die 0-Grad-Marke schafft, waren die absolute Ausnahme. Nur in den Mittelgebirgen und im Süden reichte es stellenweise an mehr als fünf Tagen für Dauerfrost. In vielen Regionen bildete sich an keinem Tag eine Schneedecke und selbst in den Mittelgebirgen blieben die Schneemengen kläglich. Häufig war es bis auf über 1000 Meter Höhe sogar komplett grün.

Mit durchschnittlich 45 Liter Niederschlag pro Quadratmeter war es einer der trockensten seit zehn Jahren. Im Mittel kamen nur rund 70 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge der vergangenen 30 Jahre zusammen. Während es an den Küsten und in der Landesmitte nicht selten überdurchschnittlich nass war, reichte es in Teilen Süddeutschlands kaum für 10 Liter. Am wenigsten fiel in Vogtsburg-Bischoffingen im südwestlichen Baden-Württemberg mit nur rund 6 Liter. Über 100 Liter prasselten hingegen in den Mittelgebirgen vom Himmel.

Beim Sonnenschein hätten die Unterschiede kaum größer ausfallen können. Im Schnitt schien die Sonne zwar rund 60 Stunden lang, im Nordwesten musste man sich allerdings mit weniger als 20 Sonnenstunden begnügen. Gleichzeitig war es vom Südschwarzwald bis zum Alpenrand mit teils deutlich über 100 Stunden ausgesprochen sonnig. Das ist mehr als doppelt so viel wie in einem durchschnittlichen Januar. Wie so häufig im Winter zeigte sich die Sonne absolut gesehen auf der Zugspitze mit über 170 Stunden am längsten.

Beitrag→ Björn Goldhausen


Wetterrückblick 2019

Titel
kein Datum
 

Jahresrückblick

Foto→ Pixabay
Foto→ Pixabay

Nächstes extrem warmes Jahr, knapp hinter 2018 und 2014

 

Das Jahr 2019 reiht sich in die Folge überdurchschnittlich warmer Jahre ein. Dabei war es nach 2018 und 2014 das drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zudem geht es etwas trockener und sonniger als im Schnitt zu Ende. Ende Juli wurden die bisher gültigen Hitzerekorde sprichwörtlich "pulverisiert".

Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,2 Grad ist das Jahr 2019 ein Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre gewesen. Knapp hinter 2018 und 2014 war es das drittwärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen vor über 140 Jahren. Abgesehen vom Mai fielen dabei alle Monate überdurchschnittlich warm aus. An rund 52 Tagen stieg die Temperatur im Landesmittel auf über 25 Grad. Dies sind 17 Tage mehr als im Durchschnitt. Über 30 Grad heiß war es im Schnitt an 17 Tagen, was zehn Tage mehr als im Mittel sind. Bei der Durchschnittstemperatur braucht sich das Jahr 2019 nicht hinter dem Rekordjahr 2018 zu verstecken.

 

Beim Regen unterscheidet sich das Jahr zum Glück von seinem Vorgänger: Mit im Schnitt rund 730 Liter Niederschlag pro Quadratmeter war es fast durchschnittlich feucht. Spitzenreiter beim Niederschlag waren der Alpenrand und der Schwarzwald. Dort kamen örtlich mehr als 2.000 Liter zusammen. In den Mittelgebirgen wurde die 1.000 Liter-Marke häufig überschritten. In Teilen Ostdeutschlands blieb es trockener. So kamen beispielsweise in Erfurt gerade einmal 350 Liter vom Himmel. Am Alpenrand fiel etwa ein Drittel dieser Menge allein am 28. Juli. Im Vergleich zum Vorjahr fiel im Jahr 2019 deutlich mehr Niederschlag. Dennoch bleibt es leicht hinter dem Durchschnitt zurück.

Mit über 1.800 Sonnenstunden gehört das Jahr zu den sonnigsten der vergangenen 30 Jahre. In der Südosthälfte kam 2019 teils sogar auf über 2.000 Stunden. Am sonnigsten war es in Rheinfelden unweit der Schweizer Grenze. Dort reichte es für über 2.100 Sonnenstunden. Im Nordwesten zeigte sich die Sonne hingegen am seltensten. In Wittmund bei Wilhelmshaven gab es nur rund 1.400 Sonnenstunden. Zu den sonnenscheinärmsten Regionen gehörten naturgemäß die Mittelgebirge, wie zum Beispiel das Sauerland. Dennoch war es auch dort überdurchschnittlich sonnig. Nach 2018 und 2003 gehört das Jahr 2019 zu den sonnigsten der vergangenen 30 Jahre.

Bericht→ Björn Goldhausen


Dezember 2019

Foto→ Eric Gessmann
Foto→ Eric Gessmann

Sehr mild und sehr sonnig

 

Der Dezember 2019 ist sehr mild ausgefallen. Er fügt sich damit nahtlos in die Reihe überdurchschnittlich warmer Dezember-Monate ein. Außerdem war er sehr sonnig. Beim Niederschlag fiel vor allem auf, dass es - wenn überhaupt - fast nur im Bergland schneite. Wie schon die vergangenen sechs Dezember-Monate lag auch der Dezember 2019 bei der Temperatur über dem langjährigen Durchschnittswert. Er übertraf diesen sogar um zwei Grad. Ursachen dafür waren Wetterlagen, bei denen häufig sehr milde Luft nach Deutschland gelenkt wurde. Zudem blieben viele Nächte frostfrei. Kalte Phasen gab es dagegen nur wenige. Die tiefste Temperatur wurde am 12. Dezember mit minus 13,1 Grad in Oberstdorf gemessen. Am wärmsten war es am 20. Dezember am Alpenrand, als Piding in Oberbayern auf 20,2 Grad kam.

 

Zum Teil halfen Föhneffekte, die Temperaturen nach oben zu treiben. Auch der Sonnenschein kam dabei im Dezember nicht zu kurz. Mit fast 60 Sonnenstunden im landesweiten Mittel lag die Monatssumme deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Zu den sonnigsten Regionen zählten neben der Zugspitze auch der Raum Stuttgart sowie das Alpenvorland mit teils mehr als 100 Stunden Sonne. Am trübsten blieb es in Teilen Schleswig-Holsteins und in einigen Mittelgebirgsregionen, wo gerade einmal 30 Sonnenstunden registriert wurden.

 

 

Etwa 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter im Landesdurchschnitt konnten das immer noch große Regendefizit des gesamten Jahres in Deutschland nicht auffüllen. Es waren im Dezember sogar etwas weniger als im Mittel. Das meiste davon fiel als Regen, lediglich in den Mittelgebirgen und in den Alpen schneite es in höheren Lagen ab und an. Am meisten Niederschlag gab es im Schwarzwald und am Alpenrand mit 200 bis vereinzelt sogar über 300 Liter. Demgegenüber kamen in einigen Gebieten Sachsen-Anhalts und Thüringens nicht einmal 20 Liter zusammen.


November 2019

Foto→ Achim Otto
Foto→ Achim Otto

Durchschnittlicher Herbstmonat

 

Egal ob bei Temperatur, Niederschlag oder Sonnenschein - der November 2019 hat sich meist durchschnittlich präsentiert. Die regionalen Unterschiede waren aber groß. Besonders bei den Regenmengen gab es sehr nasse, aber auch trockene Gebiete. Mit 5,2 Grad war der November im Mittel nur wenig wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Im Westen lagen die Temperaturen dabei leicht unter dem Durchschnitt, im Osten hingegen teils zwei Grad darüber. Besonders der 2. November präsentierte sich tagsüber sehr mild. In Ohlsbach an der Badischen Weinstraße zeigte das Thermometer warme 20,2 Grad an. Abgesehen von den Küsten fror es fast landesweit an mindestens einem Tag. Im Tiefland am kältesten war es am 1. mit minus 7,0 Grad in Faßberg südlich von Hamburg.

Im Landesmittel kamen im November rund 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen. Dies ist nur minimal weniger als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Überdurchschnittlich viel regnete es besonders in vielen Regionen Westdeutschlands, aber auch im Nordosten. In Ückermünde kam dabei fast das doppelte des sonst in einem November üblichen Niederschlags vom Himmel. Vor allem vom Alpenrand bis nach Sachsen war es hingegen sehr trocken. In Teilen Oberbayerns reichte es für kaum 20 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. An vielen Tagen blieb der Himmel grau und die Sonne zeigte sich nur selten. Entsprechend reichte es im Schnitt nur für rund 45 Stunden Sonnenschein. Dies sind 15 weniger als im 30-jährigen Mittel. Dennoch gab es auch beim Sonnenschein große Unterschiede: Während die Sonne in vielen Teilen von Sachsen überdurchschnittlich lange vom Himmel strahlte, reichte es in den Mittelgebirgen für kaum 20 Sonnenstunden. Zum Vergleich: An einem sonnigen Sommertag sind bei uns rund 16 Stunden Sonne möglich.


Oktober 2019

Foto→ Carmen von Weschpfennig
Foto→ Carmen von Weschpfennig

Reichlich Regen und meist warm

 

Das wechselhafte Wetter im September hat sich im Oktober fortgesetzt. Nach unterkühltem Start gab auch der Spätsommer noch mal ein Gastspiel. In den meisten Regionen regnete es reichlich, teils fielen sogar enorme Mengen. Mit 10,9 Grad lag das landesweite Monatsmittel knapp zwei Grad über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Der Oktober begann zunächst ausgesprochen kühl. Um die Monatsmitte herum gelangte mit südwestlichen Winden Mittelmeerluft zu uns, sodass noch mal ein letzter Hauch von Spätsommer durchs Land wehte. Mit 27,7 Grad meldeten Ohlsbach im nördlichen Schwarzwald am 13. Oktober sowie Müllheim bei Freiburg am Folgetag den bundesweit höchsten Wert. Auch einige Nächte verliefen mit Tiefstwerten um 15 Grad sehr mild.

Foto→ Carmen von Weschpfennig
Foto→ Carmen von Weschpfennig

Im letzten Monatsdrittel lenkte ein Tief kältere Luft zu uns. Anschließend pendelten die Temperaturen der Jahreszeit entsprechend im einstelligen Plusbereich. Zum Monatsende trat verbreitet Frost bis minus 6 Grad auf. Hinsichtlich der Regensummen zeigte sich die erste Oktoberhälfte sehr nass. Mit über 80 Liter pro Quadratmeter kam rund ein Drittel Regen mehr als im Klimamittel zusammen. In einigen Regionen wie der Prignitz oder Niederlausitz regnete es jedoch mit etwa 35 Liter deutlich weniger. 

 

 

In der Nacht zum 16. Oktober intensivierten sich die Niederschläge an einer Kaltfront über Norddeutschland. Teilweise entluden sich sogar für die Jahreszeit schwere Gewitter. In Bergen (Lüneburger Heide) wurde mit rund 52 Liter pro Quadratmeter die größte Tagesmenge gemessen. Mit insgesamt über 230 Liter prasselte der meiste Regen in den Staulagen des Schwarzwaldes und dem Allgäu nieder. Ein Frontensystem aus Südwesten ging am 18. Oktober mit teils schweren Sturmböen einher, die im Rheinland auch Schäden verursachten.

 

 

Die Sonnenscheindauer erreichte mit rund 105 Stunden fast das langjährige Mittel. Tiefausläufer hatten zeitweise dichte Wolken im Gepäck. Die sonnenscheinarmen Gebiete lagen vor allem im Westen, im Norden und in der Mitte Deutschlands mit gebietsweise nur rund 65 Sonnenstunden. Am längsten schien die Sonne mit bis zu 160 Stunden in Ober- und Niederbayern sowie in den östlichen Bundesländern.


September 2019

Foto→ Jörg Conrad
Foto→ Jörg Conrad

Der September ist ein durchschnittlicher Monat gewesen

 

Der Spätsommer bäumte sich nur an wenigen Tagen auf. Den lang ersehnten Regen gab es zwar immer wieder, viele Regionen mussten aber wochenlang darauf warten. Zum Monatsende wurde es dann turbulent. Der September präsentierte sich mit einem Auf und Ab der Temperaturen. Tiefausläufer brachten zeitweise Regen und Schauer. Zwischendurch spannten sich auch Regenbögen am Himmel auf. Mit 14,1 Grad lag das landesweite Monatsmittel nur knapp über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September verdrängte eine Kaltfront die Sommerhitze nach Osten. Lediglich in den östlichen Bundesländern zeigte das Thermometer nochmals über 30 Grad an. Mit 33,8 Grad erreichte Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, den höchsten Wert des Monats. Anschließend wurde es überall deutlich angenehmer. Zwischendurch floss jedoch sehr frische Luft ein, sodass vielerorts nur 15 Grad erreicht wurden.

Der September 2019 war nur wenige Zehntelgrade wärmer als im langjährigen Durchschnitt. 2018 war es rund ein Grad, 2016 sogar fast drei Grad wärmer gewesen. Um den 20. September meldeten etliche Stationen den ersten Frost. Den tiefsten Wert mit minus 3 Grad registrierte das unterfränkische Bad Königshofen. Auch hinsichtlich der Niederschläge war der Monat mit knapp 65 Liter pro Quadratmeter durchschnittlich. Allerdings gab es bis nach Monatsmitte nur gebietsweise ausreichend Regen. Das war besonders im äußersten Norden und südlich der Donau der Fall. Die größte Tagesmenge mit rund 70 Liter kam in Sigmarszell-Zeisertsweiler im Allgäu am 8. September zusammen.

 

 

Im September 2019 fiel mit rund 60 Liter pro Quadratmeter im Landesmittel etwa so viel Regen wie üblich. Allerdings waren die regionalen Unterschiede groß. Der meiste Regen insgesamt mit örtlich fast 220 Liter prasselte im Norden Schleswig-Holsteins nieder. Im Gegensatz dazu fielen in Teilen Hessens und Frankens bis zum 22. September kaum 5 Liter. Laubbäume, die die Hitze des Sommers überstanden hatten, färbten sich bereits herbstlich bunt. Erst in den letzten Monatstagen hatten Tiefs reichlich Regen im Gepäck. Zum Ende wirbelte Sturmtief MORTIMER Deutschland durcheinander und verursachte Schäden. In Norddeutschland entwickelten sich auch Tornados, die Schäden hielten sich jedoch in Grenzen.

 

 

Die Sonnenscheindauer lag mit rund 165 Stunden nur ein wenig über dem langjährigen Mittel. Tiefausläufer und West- bis Nordwestwinde brachten zeitweise dichte Wolken. Besonders im Süden und Osten sorgten Hochs dagegen oft für freundliches Altweibersommerwetter. Am längsten zeigte sich die Sonne am Hochrhein mit bis zu 210 Stunden, am wenigsten in der Lüneburger Heide und in Schleswig-Holstein mit gerade einmal 125 Stunden. Die Sonnenscheindauer lag etwa zehn Prozent höher als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.


August 2019

Foto→ Tony Starck
Foto→ Tony Starck

Der August hat sich die meiste Zeit von seiner wechselhaften und angenehmen Seite gezeigt

 

Trotz vieler Gewittergüsse und kräftiger Regenfälle ging jedoch die Trockenheit der Vormonate in einigen Regionen weiter. In vielen Regionen war der August 2019 deutlich feuchter als im vergangenen Jahr. Vor allem in der ersten Hälfte regnete es vielfach kräftig, danach bildeten sich vermehrt Gewittergüsse. Besonders auffällig im August war das Auf und Ab der Temperaturen. Mit 19,0 Grad liegt das landesweite Monatsmittel mit etwas mehr als ein Grad über dem Mittel der vergangenen 30 Jahre. In den ersten drei Wochen hielt sich die meiste Zeit angenehme Luft. Erst im letzten Monatsdrittel drehte der Spätsommer richtig auf und bescherte vielerorts Höchstwerte um 30 Grad. Örtlich zeigte das Thermometer 35 Grad an, wie beispielsweise in Wunstorf am 27. August. Der August 2019 fiel überdurchschnittlich warm aus. Deutlich wärmer war jedoch der August in den Jahren 2018, 2015 und 2003.

Mit rund 65 Liter Regen pro Quadratmeter kamen rund vier Fünftel des Klimamittels zusammen. Einige Regionen, wie zum Beispiel große Teile Baden-Württembergs und Bayerns, bekamen reichlich Niederschlag ab. Insbesondere in Ostdeutschland gingen manche Orte mit 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter fast leer aus. Deshalb verschärfte sich die Trockenheit gerade dort. Mit bis zu 270 Liter pro Quadratmeter prasselte der meiste Regen im Alpenvorland nieder.

 

 

Punktuell hinterließen die Gewittergüsse in nur wenigen Stunden über 100 Liter Regen, wie zum Beispiel am 28. August im thüringischen Bibra bei Jena. Schlammfluten waren die Folge. Ähnlich schlimm sah es auch am 7. August aus: Ein Unwetter wütete in Mannheim und Karlsruhe und entwurzelte viele Bäume. Am 18. August zog eine starke Gewitterzelle vom Saarland bis nach Polen. Auf ihrem Weg richtete sie besonders südlich von Offenbach und nördlich von Aschaffenburg immense Schäden durch Hagel und Orkanböen an.

 

 

Hinsichtlich der Regenmengen war der August im Mittel ein ganz normaler Monat. Allerdings gab es regional sehr große Unterschiede. Die Sonnenscheindauer lag im August mit rund 220 Stunden nur ein wenig über dem langjährigen Mittel. Immer wieder brachten Tiefs dem Norden und den Alpenregionen viele Wolken, sodass zeitweise kaum Sommerfeeling aufkam. Hochdruckgebiete bestimmten vor allem im letzten Monatsdrittel mit viel Sonne das Wetter. Am Alpenrand schien die Sonne nur 180 Stunden. Den meisten Sonnenschein mit bis zu 270 Stunden verzeichnete der Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns, wie zum Beispiel Arkona auf Rügen oder die Insel Usedom. Die Sonnenscheindauer lag in etwa im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.


Juli 2019

Foto→ Pixabay
Foto→ Pixabay

Rekordhitze und Trockenheit,
drei Tage in Folge 40 Grad und mehr ...

 

Eine Hitzewelle wie im letzten Julidrittel hat es seit Messebeginn nicht gegeben. Zusammen mit einem deutlichen Regendefizit nimmt die Dürre katastrophale Ausmaße an. Vom 24.Juli bis zum 26.Juli war bei Werten bis 40 Grad jede Erfrischung willkommen. Der Juli 2019 zeichnet sich durch eine historische Hitzewelle im letzten Julidrittel aus. An zahlreichen Stationen wurde die 40-Grad-Marke geknackt. In Duisburg und Tönisvorst zeigte das Thermometer 41,2 Grad an. In Lingen im Emsland sollen es sogar 42,6 Grad gewesen sein. Doch wegen Kritik am Standort führen wir diesen Wert nicht als Rekord auf. Aufgrund eines ansonsten eher durchschnittlichen Monats liegt das Monatsmittel mit "nur" 18,9 Grad knapp über dem Mittel der vergangenen 30 Jahre. 

Trotz der Hitzewelle im letzten Julidrittel fällt der Juli 2019 deutlich kühler aus als der im Jahre 2018. Mit 55 Litern pro Quadratmeter kamen nur etwa zwei Drittel des Klimamittels zusammen. Regional gab es, wie es typisch für die Sommermonate ist, große Unterschiede: Während am Alpenrand der Durchschnitt sogar übertroffen wurde, waren es an einigen Stationen über ganz Deutschland verteilt nur 10 bis 20 Prozent. In Kombination mit extrem hohen Temperaturen im letzten Monatsdrittel verschärfte sich somit die Dürre. Unter anderem lässt die Trockenheit Nadelhölzer und Buchen sterben, es ist von einer Jahrhundertkatastrophe die Rede.

 

 

Heftige Gewitter und Tornados, ein großer Teil des Niederschlags kam in Form von lokalen Schauern und Gewittern vom Himmel. Zur Monatsmitte waren heftige Unwetter mit Hagel dabei. Im rheinland-pfälzischen Bobenheim am Berg wütete sogar ein Tornado und beschädigte mindestens zehn Gebäude. Ende des Monats vertrieben weitere Gewitter die extreme Hitze, dabei gab es zahlreiche Überschwemmungen.

 

 

Nach dem Juli 2018 verzeichnet auch der Juli 2019 ein deutliches Niederschlagsdefizit. Die Sonnenscheindauer lag mit 235 Stunden etwas über dem langjährigen Mittel. Hochdruckgebiete brachten viele freundliche Tage. Mit knapp 300 Stunden verzeichnete die Wetterstation in Saarbrücken am meisten Sonne. Mit 140 Stunden bekam man sie bei Wittmund im Nordwesten Niedersachsen am wenigsten zu Gesicht.


Juni 2019

Foto→ Pixabay
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Doppelrekord: Heiß und sonnig

 

Der Juni 2019 hat die bisher gültigen Temperaturrekorde regelrecht pulverisiert. Im Osten war es dabei besonders heiß. Der Monat präsentierte sich dazu sehr sonnig und vielerorts regnete es nur wenig. Besonders im Osten war jede Art von Abkühlung im Juni heiß begehrt. Der Juni 2019 geht als wärmster seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. Mit einer Mitteltemperatur von 19,8 Grad war er sogar 3,7 Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. Sogar der Rekordjuni 2003 wurde um 0,4 Grad übertroffen. Bis nach Monatsmitte lagen die Wärmehochburgen im Osten, im letzten Monatsdrittel setzte sich überall zeitweise heißes Wetter durch. Dazu gab es neue Hitzerekorde: Am 30. meldete Bernburg in Sachsen-Anhalt mit 39,6 Grad die höchste jemals in einem Juni gemessene Temperatur.

Mit einer Mitteltemperatur von rund 20 Grad war es der heißeste Juni seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. Beim Regen blieb der Monat mit 55 Liter pro Quadratmeter weit hinter dem Durchschnitt zurück. Dies sind rund 30 Prozent weniger als im 30jährigen Mittel.

 

 

Wie üblich in den Sommermonaten waren die Regenmengen ungleichmäßig verteilt. Während es im Nordosten und im Südwesten überdurchschnittlich nass war, kamen in der Landesmitte teils nur 10 bis 20 Liter zusammen. Besonders in Erinnerung bleibt auch das schwere Hagelunwetter in Südbayern am 10. des Monats. Hagelgeschosse mit bis zu 8 Zentimeter Durchmesser beschädtigten rund 100.000 Autos.

 

 

Trockener Sommermonat: Nach Monatsmitte fiel besonders in der Landesmitte kaum noch Regen. Über fehlenden Sonnenschein konnte man sich wahrlich nicht beklagen. Im Mittel schien die Sonne 300 Stunden lang. Damit war der Juni der sonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen. Sogar die rekordsonnigen Junimonate aus dem Jahr 1976 und 2003 wurden übertroffen. Absolut gesehen war der Himmel im Osten am längsten blau. Dort strahlte die Sonne rund 370 Stunden lang. Am wenigsten Sonnenschein gab es rund um die Nordsee, aber selbst dort reichte es für rund 235 Stunden. Neuer Rekord: Auch beim Sonnenschein setzte der Juni mit durchschnittlich 300 Stunden neue Maßstäbe.


Mai 2019

Foto→ Dennis Oswald
Foto→ Dennis Oswald

Sehr kühl und gebietsweise nass

 

Der Mai 2019 ist seinem Ruf als Wonnemonat nicht gerecht geworden. So blieb er deutlich kühler als im vieljährigen Mittel. Zudem war er regional sehr nass und recht wolkig. Bis ins Flachland gab es sogar noch mal Schnee. Aprilwetter im Mai, der Wonnemonat bescherte in diesem Jahr immer wieder Wolken und Schauer. In höheren Lagen wie hier an der Zugspitze fiel sogar noch öfter mal Schnee. Vor allem in der ersten Monatshälfte war es für die Jahreszeit erheblich zu kalt. In den teils klaren Nächten gab es wiederholt leichten Frost. Am kältesten war es mit minus 5,4 Grad am 7. Mai in Oberstdorf. Direkt über dem Erdboden wurden in der ersten Maiwoche regional sogar minus 8 Grad erreicht. In der zweiten Monatshälfte erwärmte sich die Luft Stück für Stück, doch reichte es in den meisten Regionen nicht für die 25-Grad-Marke. Wärmster Ort war mit 27,6 Grad am 19. Mai Lingen im Emsland.

Mit 10,9 Grad war der Mai 2019 landesweit um 2,4 Grad kälter als im Mittel der vergangenen 30 Jahre und sogar mehr als fünf Grad kälter als der rekordwarme Mai 2018. Fast pünktlich gaben auch mal wieder die Eisheiligen ein Stelldichein.

 

 

Begleitet wurden die bescheidenen Temperaturen von häufigen Niederschlägen. Sie fielen im Bereich von ersten, starken Gewittern gebietsweise - im Süden auch flächendeckend - sehr ergiebig aus. In Teilen Bayerns ließ Tief ALEX um den 20. Mai herum viele Flüsse und Seen über die Ufer treten. Dagegen blieben die Regensummen in einigen Teilen Norddeutschlands immer noch deutlich unter dem vieljährigen Durchschnitt. Im Emsland war es mit kaum 10 Liter pro Quadratmeter sogar extrem trocken. Landesweit kamen im Schnitt aber rund 80 Liter zusammen. Mit rund 80 Liter Regen pro Quadratmeter war der Mai im Landesmittel fast 20 Prozent feuchter als im Klimamittel. Am meisten Regen fiel mit rund 400 Liter pro Quadratmeter in den Alpen.

 

 

Wegen der niedrigen Temperaturen gingen die Niederschläge in der ersten Monatshälfte oft bis in mittlere Lagen herab in Schnee über. Am 4. und 5. Mai schneite es im Osten und Süden teils sogar bis ins Flachland. Aber auch in den westlichen Mittelgebirgen wurde es vielerorts noch mal weiß. In den Hochlagen der Alpen kamen sehr große Neuschneemengen zusammen. So wuchs die Gesamtschneehöhe auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, bis zum 29. Mai auf rekordverdächtige 6,40 Meter, so viel Schnee wie seit 1981 Jahren nicht mehr.

 

 

Hochwasser im Süden, während sich die häufigen Niederschläge und die kühle Witterung nach dem extremen Dürrejahr 2018 als Segen für die Land- und Forstwirtschaft erwiesen, ließ die Zahl der Sonnenstunden in diesem Mai zu wünschen übrig. Aber auch hier gab es regional sehr große Unterschiede: So standen über 220 Sonnenstunden an den Küsten kaum 120 Stunden in den Alpen gegenüber. Im Landesmittel wurden 175 Stunden mit Sonnenschein registriert und damit spürbar weniger als nach dem Klimamittel. Mit 175 Sonnenstunden blieb der Mai 2019 hinter dem vieljährigen Durchschnitt zurück.


April 2019

Foto→ Jan Schlomach
Foto→ Jan Schlomach

Sonnig, trocken und warm

 

In Sachen Sonne und Trockenheit hat sich der April direkt am Vorjahresmonat orientiert. Dazu präsentierte sich der Monat warm. Der Nordosten war dabei in allen Belangen "im Vorteil", im Südwesten gab es hingegen winterliche Rückschläge. Viel Sonne und wenig Regen - unter diesem Motto stand der April 2019. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,6 Grad war der April 2019 knapp ein Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Lange Zeit hatte Hoch KATHARINA das Sagen, wodurch besonders im Norden und Osten Sonne und Wärme regierten. Nach einem Durchhänger zur Monatsmitte präsentierten sich die Ostertage fast makellos schön. Am wärmsten war es am 25. in Kitzingen und in München mit jeweils 28,1 Grad. Zudem gab es mancherorts bereits sechs Sommertage. In Carlsfeld im Erzgebirge musste man bei -7,4 Grad am Morgen des 12. hingegen frieren.

Traumhaftes Osterwetter, bezogen auf das noch gültige Klimamittel 1961 bis 1990 war der April der dreizehnte überdurchschnittlich warme Monat in Folge. Dies gab es seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 noch nie. Im gleitenden Mittel der vergangenen 30 Jahre macht nur der Januar eine kleine Ausnahme, denn dieser war geringfügig kälter. Bei den Temperaturen kam der Frühlingsmonat erwartungsgemäß nicht an den rekordwarmen April 2018 heran, es war aber trotzdem überdurchschnittlich warm.

 

 

Im Landesmittel kamen nur rund 30 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Dies sind rund 18 Liter weniger als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. Somit war es noch trockener als im April 2018 und auch die Trockenheit führte teils wieder zu Problemen. Die regionalen Unterschiede waren allerdings groß: So reichte es im Nordosten örtlich kaum für 10 Liter, während im Südwesten teils 90 Liter pro Quadratmeter zusammenkamen. Abgesehen vom Jahr 2016 fiel in allen Aprilmonaten der vergangenen zehn Jahre weniger Regen als üblich. Im April 2019 hat es noch weniger geregnet als im Vorjahresmonat.

 

 

Im Bergland Neuschnee, mit 220 Sonnenstunden präsentierte sich der Monat ähnlich sonnig wie schon der April 2018. Im Durchschnitt waren dies rund 50 Stunden mehr als im Mittel. Aufgrund des kräftigen Hochs KATHARINA über Skandinavien war der Nordosten in Sachen Sonne aber klar im Vorteil. Dort zeigte sich der Himmel örtlich über 300 Stunden lang blau. Dies entspricht rund 10 Stunden pro Tag. Im Südwesten reichte es hingegen teils nur für durchschnittliche 140 Sonnenstunden. Im Schnitt rund 220 Sonnenstunden - im April zeigte sich der Himmel mehr blau als grau.


März 2019

Foto→ Thomas S.
Foto→ Thomas S.

Mild, nass und stürmisch

 

Der März hat sich von zwei Seiten gezeigt. Eine turbulente erste Monatshälfte mit Stürmen brachte recht milde Luft und viel Niederschlag. Anschließend beruhigte sich das Wetter deutlich, dafür wurde es aber auch zeitweise frisch. Ergiebiger Regen führte im März um die Monatsmitte an einigen Flüssen zu Hochwasser, wie hier an der Ilz in Passau. Schon kurz nach Monatsbeginn richtete Rosenmontagssturm BENNET gebietsweise Schäden an. Die Karnevalzüge kamen meist unbeschadet davon, einige starteten jedoch verspätet. Am 10. März brachte Sturm EBERHARD mit Orkanböen regional den Bahnverkehr komplett zum Erliegen. Im Umfeld kräftiger Schauer und Gewitter bildete sich am 13. März in Roetgen bei Aachen ein Tornado, der ebenfalls größere Schäden hinterließ.

Die zahlreichen Tiefs lenkten schon in der ersten Märzhälfte häufig sehr milde Luft heran. Nach Monatsmitte hielten sich kühlere und mildere Phasen in etwa die Waage. Heraus kam für den März eine deutschlandweite Mitteltemperatur, die mit 6,6 Grad fast zwei Grad über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre lag. Die tiefste Temperatur des Monats wurde mit minus 9,2 Grad am 20. März in Oberstdorf gemessen. Am wärmsten war es am 22. März im Ruhrgebiet mit Spitzenwerten bis zu 22 Grad.

 

 

Der März gehörte mit einer Durchschnittstemperatur von 6,6 Grad zu den fünf wärmsten März-Monaten seit 1990. Nach dem sehr trockenen Februar fiel im März wieder deutlich mehr Regen, im Bergland schneite es dabei zeitweise. Insgesamt kam mehr als doppelt so viel Niederschlag zusammen wie im Vormonat. Zu den niederschlagsreichsten Regionen im März zählten neben dem Schwarzwald der äußerste Norden und Nordwesten. In Schleswig wurden beispielsweise mehr als 160 Liter registriert. Dagegen waren es in Thüringen und am Oberrhein örtlich weniger als 25 Liter Regen. Mit rund 75 Liter Niederschlag pro Quadratmeter im Landesdurchschnitt war der Monat vergleichsweise nass und damit der feuchteste März seit zehn Jahren.

 

 

Sturm BENNET am Rosenmontag. Beim Sonnenschein präsentierte sich der März mit im Mittel etwa 115 Sonnenstunden leicht unterdurchschnittlich. Die regionalen Unterschiede waren jedoch beträchtlich. Am trübsten blieb es in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns mit nicht einmal 70 sonnigen Stunden. Dies entspricht nur etwa 50 Prozent des dortigen Klimamittels. Am längsten schien die Sonne im Südwesten. Vor allem rund um den Bodensee waren es vielfach mehr als 180 Stunden. Der März zählte zu den graueren Frühjahrsmonaten. Dass es im März aber noch deutlich trüber zugehen kann, zeigen unter anderem die Jahre 2000 und 2001.


Februar 2019

Foto→ Holger Fischer
Foto→ Holger Fischer

Viel Sonne und ungewöhnlich mild

 

Nach unterkühltem Auftakt hat sich der Februar 2019 zu einem sehr sonnigen und ungewöhnlich milden Spätwintermonat entwickelt. Regional wurde schon die 20-Grad-Marke geknackt. Dabei blieb es deutlich trockener als im Mittel der Jahre. Mehrere Wochen früher als sonst ließ das außerordentlich sonnige und milde Wetter im Februar die ersten Frühlingsblüten sprießen. Trotz Kaltstart und vielen frostigen Nächten war der Februar 2019 ein außergewöhnlich milder Monat. So war er mit knapp 4 Grad fast zweieinhalb Grad wärmer als im langjährigen Klimamittel. Kurz nach der Monatsmitte, vor allem aber in den letzten Monatstagen wurde regional bereits vielfach die 20-Grad-Marke überschritten. Wärmster Ort war Saarbrücken-Burbach, wo am 27. Februar 21,7 Grad gemessen wurden. Dem stehen eisige minus 17,9 Grad am kältesten Ort im Oberpfälzer Waldmünchen gegenüber. Diese wurden am Morgen des 5. Februar registriert.

Mit einer Mitteltemperatur von 3,9 Grad war der Februar 2019 landesweit um 2,4 Grad wärmer als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Dabei fallen vielerorts auch neue Temperaturrekorde. Wer nach den ergiebigen Regen- und Schneefällen wie im Januar auf weitere Entspannung beim Niederschlagsdefizit des vergangenen Jahres gehofft hatte, wurde leider enttäuscht: Der Februar 2019 brachte es nicht mal auf 60 Prozent des klimatischen Niederschlagsmittels.

 

 

Extrem trocken war es vor allem in Teilen Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts mit kaum 5 Liter pro Quadratmeter. Der Alpenrand brachte es dagegen auf teils mehr als 120 Liter, wobei das meiste davon Anfang des Monats noch bis in die Täler als Schnee vom Himmel kam.

 

 

Kräftige Schneefälle im Südosten. Weil die Temperaturen tagsüber meist in Gefrierpunktnähe verharrten, war dieser Schnee oft pappig und schwer, sodass es teils zu erheblichen Problemen durch Schneebruch kam. Ebenso wurden Teile der Oberpfalz und Sachsens von den Schneefällen erfasst und auch dort brachen viele Bäume unter der Last von bis zu 30 Zentimeter Neuschnee zusammen. Zahlreiche Straßen wurden sicherheitshalber gesperrt und am 4. Februar blieben wegen der Schneemassen vielerorts sogar die Schulen geschlossen. Nach den feuchten Vormonaten war der Februar mit rund 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter wieder sehr trocken. Er erreichte bundesweit nicht mal 60 Prozent des vieljährigen Klimamittels.

 

 

Nachdem das Schneetief abgezogen war übernahmen im ganzen Land stabile Hochdruckgebiete die Wetterregie. Sie ließen die Zahl der Sonnenstunden auf ein weit über dem Durchschnitt liegendes Niveau steigen. Diese summierten sich auf rund 130 Stunden Sonnenschein, also rund drei Viertel mehr als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Damit wurde der Monat zum sonnenscheinreichsten Februar seit Messbeginn. Am häufigsten schien die Sonne vom Oberrhein bis zum Bodensee - am seltensten zeigte sie sich im Osten von Vorpommern. Mit 130 Sonnenstunden überrundete der Februar 2019 sogar noch den bisherigen Rekordhalter, den Februar 2003.


Januar 2019

Foto→ Marco Kaschuba
Foto→ Marco Kaschuba

Rekord-Schnee in den Alpen

 

Der Januar hatte zwei Gesichter: Die erste Monatshälfte war mild, trüb und feucht. In den Alpen gab es in dieser Zeit Rekord-Schneefälle. Anschließend brachte Hochdruckeinfluss trockenere Kälte und mehr Sonne. Zum Monatsende fiel dann häufiger Schnee.

Der Januar hat den Bayerischen Alpen extreme Schneefälle gebracht. In manchen Orten türmte sich der Schnee über zwei Meter hoch. Viele Dächer mussten freigeschaufelt werden, da sie einzubrechen drohten. 

 

 

Die milde und die kalte Monatshälfte glichen sich am Ende in etwa aus. Mit einer gemittelten Temperatur von 0,6 Grad war der Monat am Ende minimal kälter als im Klimamittel der vergangenen 30 Jahre. Damit war es der erste unterdurchschnittlich temperierte Monat seit März 2018. Die kältesten Nächte gab es verbreitet um den 21. Januar, als es vielfach strengen Frost gab. Der absolute Tiefstwert wurde mit minus 18,6 Grad in Deutschneudorf im Erzgebirge, der Höchstwert mit 11 Grad am 27. in Rheinfelden am Hochrhein gemessen.

Mit einer Mitteltemperatur von 0,3 Grad war der Januar deutlich kälter als im Vorjahr, aber nicht vergleichbar mit dem eisigen Januar von 2017. Nach einem sehr nassen Dezember half auch der Januar etwas, das Grundwasser nach der extremen Trockenheit des vergangenen Jahres aufzufüllen. Nur in einigen Gebieten blieb es trockener als im langjährigen Durchschnitt. In Nordthüringen und am Oberrhein waren es im gesamten Monat örtlich weniger als 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

 

 

Im Flächenmittel fiel mit rund 80 Liter fast ein Drittel mehr als sonst. Das allermeiste davon kam in der ersten Monatshälfte durch eine regenreiche Nordwestlage zusammen. Dabei stauten sich die Wolken an den Alpen, wodurch sich dort enorme Schneemengen auftürmten. In Ruhpolding-Seehaus waren es in den ersten 15 Tagen fast 440 Liter pro Quadratmeter, wodurch die Schneehöhe auf nur 750 Meter Höhe auf 2,10 Meter anwuchs. In Anger-Stoißberg bei Bad Reichenhall waren es am 13. auf ähnlicher Höhenlage sogar 2,40 Meter. Von Garmisch-Partenkirchen bis zum Berchtesgadener Land herrschte tagelang der Katastrophenfall. Unzählige Dächer mussten von der tonnenschweren Schneelast befreit werden. Mit rund 80 Liter pro Quadratmeter war der Januar nach der langen Trockenheit der zweite feuchte Monat in Folge. So viel Niederschlag wie im vergangenen Jahr, als es ein größeres Hochwasser gab, kam aber nicht vom Himmel.

 

 

Die sonnigere zweite Monatshälfte konnte die erste trübe nicht ganz ausgleichen. Mit 45 Sonnenstunden fehlten am Ende ein paar zum Mittel der vergangenen 30 Jahre. Im Vergleich zum Dezember schien die Sonne allerdings um die Hälfte mehr. Üblicherweise gab es jedoch regional große Unterschiede. Im Nordschwarzwald und entlang der Schwäbischen Alb lachte die Sonne im Januar zum Teil weniger als 25 Stunden lang. Am sonnigsten war es auf der Zugspitze mit über 100 Sonnenstunden.Der Januar war mit 45 Sonnenstunden sonniger als im Vorjahr, aber deutlich trüber als vor zwei Jahren.

Quelle→  Wetter Online