Wetterrückblick 2022


August 2022

Sonnig, heiß und nur wenig Regen

Fast so warm wie 2003

Foto→ Joe Plenio
Foto→ Joe Plenio

Der August 2022 ist der zweitwärmste und der zweitsonnigste Augustmonat seit Messbeginn gewesen. Knapp übertroffen wurde der Monat in Sachen Sonne und Hitze nur von dem legendären Hitze-August 2003.

 

Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,3 Grad lag der August 2022 nur knapp hinter dem wärmsten August seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 2003
Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,3 Grad lag der August 2022 nur knapp hinter dem wärmsten August seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 2003

Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,3 Grad ist der letzte der drei Sommermonate um 2,4 Grad wärmer gewesen als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Er rangiert damit auf Rang 2 nach dem mit 20,6 Grad nur wenige Zehntel wärmeren Rekord-August des Jahres 2003. Dabei war in vielen Regionen im Südwesten des Landes jeder Tag ein sogenannter Sommertag mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad. Landesweit wurden immerhin noch mehr als 20 solcher Tage registriert und in Teilen der Rhein-Main-Neckar-Region und am Oberrhein wurde sogar an mehr als 25 Tagen die 30-Grad-Marke erreicht. Heißester Tag des Monats war der 4., wo an der Wetterstation der rheinland-pfälzischen Kurstadt Bad Kreuznach mit 39,6 Grad sogar ein neuer Augustrekord verzeichnet wurde. Kühlste Orte außer der Zugspitze waren das nordrheinwestfälische Eslohe im Sauerland und die Erzgebirgsgemeinde Deutschneudorf-Brüderwiese mit jeweils nur 3,0 Grad am Morgen des 7. August, wobei Deutschneudorf an diesem Tag sogar Bodenfrost meldete.

Die Sonnenscheindauer brachte es im August auf rund 270 Stunden, dem zweithöchsten Wert seit Aufzeichnungsbeginn
Die Sonnenscheindauer brachte es im August auf rund 270 Stunden, dem zweithöchsten Wert seit Aufzeichnungsbeginn

Ursache der so beständigen Hochsommerwitterung war das Zusammenspiel von warmen Luftmassen aus Südwesteuropa mit hartnäckigem Hochdruckeinfluss, der sich trotz kurzer Schwächephasen immer wieder aufs Neue regenerierte. So hatte die Sonne freie Bahn und konnte landesweit an durchschnittlich 270 Stunden scheinen. Damit fehlte auch bei der Sonnenscheindauer nicht viel zum Rekord-August 2003, in dem landesweit nur 7 Sonnenstunden mehr verzeichnet worden waren. Den meisten Sonnenschein gab es entlang des Rheins , am häufigsten hinter Wolken verbarg sich die Sonne in den östlichen Landesteilen.

Mit durchschnittlich etwa 50 Liter Regen blieb der August trotz regionalen Unwettern im Flächenmittel sehr trocken
Mit durchschnittlich etwa 50 Liter Regen blieb der August trotz regionalen Unwettern im Flächenmittel sehr trocken

Entsprechend dünn fiel auch die Niederschlagsbilanz des Monats aus. Zwar nahmen gelegentliche Gewittergüsse regional sogar Unwettercharakter an und lösten gebietsweise Überflutungen aus, trafen jedoch längst nicht jede Region. Im Landesmittel reichte es nur für rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter, was etwa zwei Dritteln des klimatischen Durchschnitts entspricht. Die Ungleichverteilung dieser Regensumme war allerdings enorm: Während in vielen Teilen des Westens kaum 5 Liter pro Quadratmeter fielen, kamen im Allgäu gut 200 Liter zusammen. Dort und am Alpenrand verhinderte wiederholt Starkregen eine Zuspitzung der Trockenheit, während die Vegetation in den meisten anderen Landesteilen unter erheblichem Dürrestress litt. Selbst wo sich dort einmal lokale Gewittergüsse entluden, konnte das Regenwasser kaum in die ausgetrockneten Böden versickern. Daher verdorrten in den am stärksten betroffenen Gebieten nicht nur Grünflächen und niederes Buschwerk, sondern auch das Laub zahlloser Bäume welkte vorzeitig und mancherorts setzte sogar schon der Laubfall ein.


Juli 2022

Trocken wie seit Jahrzehnten nicht

Seit fast 40 Jahren fiel in einem Juli nicht mehr so wenig Regen

Die Folgen einer lang anhaltenden Trockenheit: In Brandenburg und Sachsen sind Waldbrände außer Kontrolle geraten · Foto→ Walter Cirillo
Die Folgen einer lang anhaltenden Trockenheit: In Brandenburg und Sachsen sind Waldbrände außer Kontrolle geraten · Foto→ Walter Cirillo

Der Juli 2022 hat sich durch viel Sonnenschein und regionale Hitzerekorde ausgezeichnet. Besonders stach jedoch die Trockenheit hervor: Seit fast 40 Jahren fiel in einem Juli nicht mehr so wenig Regen. Die Folgen waren landesweit zu sehen und zu spüren. Der Sommermonat hat so wenig Regen gebracht wie lange nicht. Gerade 35 Liter pro Quadratmeter kamen im deutschlandweiten Mittel vom Himmel. Das ist nur etwas mehr als ein Drittel von dem, was ein durchschnittlicher Juli in den vergangenen 30 Jahren mit sich brachte.

 

So trocken wie dieses Jahr war der Juli seit Jahrzehnten nicht
So trocken wie dieses Jahr war der Juli seit Jahrzehnten nicht

Es fiel sogar weniger Regen als im Juli des Dürrejahres 2018 und es war damit das komplette Gegenteil zum Juli 2021, als im Monat der Flutkatastrophe im Mittel 110 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen wurden. Besonders trocken war es in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen. Hier gab es Gebiete, wie zum Beispiel an der Mosel, wo gar kein Regen fiel. Pflanzen litten unter Trockenstress, Felder mussten frühzeitig abgeerntet werden. Viele Flüsse führten Niedrigwasser. Am Rhein konnten deshalb die Schiffe maximal nur noch mit halber Beladung fahren. Deutlich unterdurchschnittlich blieb die Niederschlagssumme auch im Osten des Landes wie in Sachsen oder Brandenburg. In diesen Regionen war bereits der Juni 2022 recht trocken verlaufen. Vor allem dort entwickelten sich zahlreiche Feld- und Waldbrände. Nach Schätzungen des EU-Waldbrandinformationssystems EFFIS waren mehr als 3000 Hektar Wald in Brand geraten. Das entsprach bereits der Fläche des Dürrejahres 2018.

Im Juli 2022 war es rund ein Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre
Im Juli 2022 war es rund ein Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre

Mit einem Durchschnitt von 19,2 Grad war der Juli 2022 etwa ein Grad wärmer als in den vergangenen 30 Jahren. Besonders warm zeigte sich der Süden, wo bis zu 29 Tage mit Höchstwerten von mehr als 25 Grad gezählt wurden. Dies glich eher einem mediterranen als einem typisch mitteleuropäischen Sommer. In einigen Regionen wurden bis zum Monatsende schon so viele Sommertage wie sonst in einem gesamten Sommer registriert. Etwas kühler verlief der Monat zunächst im Norden, wo es in den ersten Wochen bei einem frischen Wind um oder unter 20 Grad blieb. Erst in der dritten Juliwoche kam auch dort zeitweise die Hitze an. So wurde am 20. Juli die höchste Temperatur des Monats mit 40,1 Grad ausgerechnet in Hamburg gemessen, ein neuer Temperaturrekord für die Hansestadt. Selbst an der Ostsee war bei fast 40 Grad Schwitzen angesagt, auch dort purzelten zahlreiche Rekorde.

Die Sonne schien überdurchschnittlich lange
Die Sonne schien überdurchschnittlich lange

Im Südwesten besonders viel Sonnenschein. Mit 265 Stunden schien die Sonne überdurchschnittlich lange. Mit mehr als 350 Stunden war es im Südwesten am sonnigsten. Dagegen blieb es an der Nordsee oft bei unter 200 Stunden. Vor allem in der zweiten Monatshälfte kamen Urlauber bei immer mehr Sonnenschein aber auch dort auf ihre Kosten.


Juni 2022

Hitzerekorde und sehr viel Sonne

Der Juni 2022 reiht sich als der viertwärmste seit 1992 ein

Im Juni herrschte an zahlreichen Tagen bestes Badewetter · Foto→ Jan Krieger
Im Juni herrschte an zahlreichen Tagen bestes Badewetter · Foto→ Jan Krieger

Verantwortlich waren nicht nur ein Hitzeintermezzo mit neuen Rekorden, sondern auch die zahlreichen lauwarmen Nächte. Allerdings war der Frühsommermonat auch zeitweise ziemlich turbulent. Der diesjährige Juni ist die meiste Zeit sommerlich warm, trocken und sonnig verlaufen. Er geht als der viertwärmste Junimonat seit 30 Jahren und als der sechstwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. Zwischendurch tobten jedoch auch kräftige Gewitter, die mancherorts Unwetterschäden hinterließen. Doch trockene Böden waren in vielen Regionen weiterhin zu beobachten. Dementsprechend waren die Pflanzen wieder Trocken- und Hitzestress ausgesetzt. Besonders drastisch zeigte sich dies im Osten des Landes, wo außerdem größere Waldbrände ausbrachen, wie beispielsweise bei Potsdam. Von Schafskälte kaum eine Spur. Mit 18,4 Grad lag der Temperaturdurchschnitt im Juni rund zwei Grad über dem Mittel der vergangenen 30 Jahre. Der Frühsommermonat begann zunächst in den südlichen Landesteilen mit Höchstwerten um 25 Grad. Im Rest des Landes hielt sich anfangs noch ziemlich frische Luft, die die Temperaturen deutlich unter die 20-Grad-Marke drückte.

 

Nach 2019, 2003 und 2021 war der Juni 2022 der wärmste seit 30 Jahren
Nach 2019, 2003 und 2021 war der Juni 2022 der wärmste seit 30 Jahren

Der deutschlandweite Tiefstwert mit 1,1 Grad wurde am 2. Juni in Gilserberg-Moischeid, 25 Kilometer nordöstlich von Marburg, registriert. Wenige Tage später kam die Mittelmeerluft auch im Norden an und es herrschte zeitweise Bade- und Grillwetter. Nachfolgend lag oft feuchte und mitunter schwüle Luft über Deutschland, die sich auch nachts nur wenig abkühlen konnte. Kurz vor dem kalendarischen Sommeranfang überrollte die erste Hitzewelle des Jahres große Teile des Landes. Dabei überschritten die Temperaturen deutlich die 30-Grad-Marke. Am Rhein und seinen Nebenflüssen sowie von Brandenburg bis Bayern ging es sogar auf brütende 35 Grad und mehr hinauf. Vor allem der Osten meldete neue Junirekorde. Am 19. Juni wurden 39,2 Grad sowohl in Dresden-Strehlen als auch in Cottbus gemessen. Es waren die höchsten Werte deutschlandweit. Südlich des Mains hielt sich die Mittelmeerluft längere Zeit. Im Norden machte sich dagegen die Schafskälte zumindest ansatzweise bemerkbar. Die Temperaturen sanken in den Nächten für ein paar Tage auf 10 Grad und darunter. Doch die meiste Zeit kühlte es in den Nächten nicht wirklich ab. Deshalb trugen die zahlreichen lauwarmen Nächte deutlich zu dem hohen Temperaturdurchschnitt bei.

Der Juni war dieses Jahr wesentlich trockener als im vergangenen Jahr. Noch weniger Niederschläge kamen in den Jahren 2018 und 2019 zusammen
Der Juni war dieses Jahr wesentlich trockener als im vergangenen Jahr. Noch weniger Niederschläge kamen in den Jahren 2018 und 2019 zusammen

In manchen Regionen sehr wenig Regen. Im Juni kamen mit rund 60 Liter pro Quadratmeter etwa ein Fünftel weniger Niederschlag als im Klimamittel zusammen. Mehrere Tiefdruckgebiete brachten vor allem den südlichen Landesteilen größere Regenmengen, wie beispielsweise Tief MAYA in den ersten Junitagen. Die Station Deuerling-Heimberg, westlich von Regensburg, meldete am 5. Juni mit 82,0 Liter pro Quadratmeter den bundesweit höchsten Tagesniederschlag. Auf den ganzen Monat gesehen fiel der meiste Niederschlag mit über 200 Liter pro Quadratmeter am Alpenrand. Die großen Niederschlagsmengen gingen oftmals mit kräftigen Gewittern einher. In einigen Regionen verursachten Unwetter erhebliche Schäden. So hinterließen am Pfingstsonntag starke Gewitter in einigen Orten Süddeutschlands Hagelmassen und Überschwemmungen. Am 27. Juni stürzten in Oberbayern golf- bis tennisballgroße Hagelgeschosse vom Himmel. Sie zerschlugen Autoscheiben und Dachfenster. Im Osten ging dagegen die Trockenheit weiter. Vor allem von Mecklenburg über Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Franken wurden vielfach nicht mal ein Drittel des üblichen Juniniederschlags verzeichnet. Gebietsweise fielen weniger als 10 Liter pro Quadratmeter.

Der diesjährige Juni ist der drittsonnigste seit 30 Jahren. Den Rekord hält aber immer noch der Juni 2019, gefolgt vom Juni 2003
Der diesjährige Juni ist der drittsonnigste seit 30 Jahren. Den Rekord hält aber immer noch der Juni 2019, gefolgt vom Juni 2003

Sonne leistet "Überstunden". Über fehlenden Sonnenschein konnte man sich nicht beklagen. Im Mittel schien die Sonne 275 Stunden lang, das entspricht rund einem Viertel mehr als im langjährigen Mittel. Die meisten "Überstunden" leistete die Sonne in den Mittelgebirgsregionen und in der Leipziger Tieflandsbucht, wo teilweise mehr als 300 Stunden registriert wurden. Deutlich weniger ließ sich die Sonne mit rund 215 Stunden in Nordfriesland und nahe der dänischen Grenze blicken.


Mai 2022

Warm mit Unwettern

Der Mai hat sich in diesem Jahr von seiner ungemütlichen Seite mit teils schweren Unwettern gezeigt

Der Mai 2022 war ein ereignisreicher Monat · Fotos→Jan Krieger
Der Mai 2022 war ein ereignisreicher Monat · Fotos→Jan Krieger

Es gibt allerdings auch noch andere spannende Fakten. Im letzten Frühlingsmonat hat es gleich mehrere schwere Unwetterlagen gegeben. Besonders in der Landesmitte sowie im Westen und Süden krachte es. Am 20. Mai zogen gleich mehrere Tornados über das Land hinweg. Es entstanden Millionenschäden und zahlreiche Menschen wurden verletzt. In der Osthälfte wurde die Trockenheit zu einem immer größeren Problem. Zeitweise erreichte die Waldbrandgefahr die höchste Stufe 5. Dementsprechend brachen zum Beispiel in Brandenburg mindestens 20 Waldbrände aus.

 

Der Mai war trockener als im langjährigen Durchschnitt
Der Mai war trockener als im langjährigen Durchschnitt

Im Mai fielen insgesamt nur 71 Prozent des durchschnittlichen Niederschlages. Dabei verteilten sich die Regensummen sehr ungleichmäßig über das Land. Besonders wenig regnete es in Teilen der zentralen Mittelgebirge. Dort kamen kaum 10 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Anders sah es im äußersten Süden aus mit teils über 180 Litern Regen pro Quadratmeter. Die Tageshöchstmenge meldete die Wetterstation in Bad Bayersoien im Allgäu mit knapp 109 Litern.

In diesem Jahr zeigte sich der Mai rund 1,3 Grad wärmer im Vergleich zum Klimamittel der vergangenen 30 Jahre
In diesem Jahr zeigte sich der Mai rund 1,3 Grad wärmer im Vergleich zum Klimamittel der vergangenen 30 Jahre

Der Wonnemonat war zeitweise sehr warm. Lediglich zum Monatsanfang und Richtung Monatsende verliefen die Tage recht kühl. Mit einem Temperaturdurchschnitt von 14,4 Grad war er rund 1,3 Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Die "Eisheiligen" blieben in diesem Jahr aus, statt. Örtlich gab es sogar Rekordtemperaturen für den Mai. In Ohlsbach, nordöstlich von Freiburg im Breisgau, wurde am 20. Mai mit 33,7 Grad der deutschlandweit höchste Messwert registriert. Anschließend sorgte eine Nordwestströmung für kühlere Temperaturen.tdessen gab es "Schweißheilige". Mit Höchstwerten um 30 Grad war Schwitzen angesagt.

Im Mai 2022 schien die Sonne häufiger als im Durchschnitt
Im Mai 2022 schien die Sonne häufiger als im Durchschnitt

Mit rund 250 Sonnenstunden schien die Sonne knapp 16 Prozent mehr als im langjährigen Mittel der vergangenen 30 Jahre. Am meisten Sonnenschein gab es auf Rügen, in der Oberlausitz sowie in Rheinhessen. Dort wurden teils fast 300 Stunden Sonne registriert. In den Hochlagen der Mittelgebirge und im Allgäu kamen dagegen örtlich nur rund 170 Sonnenstunden zusammen.


April 2022

Mehr Sonne als üblich mit Frost- und Sommertagen

Der April 2022 ist in diesem Jahr sehr sonnig gewesen

Foto→ Achim Otto
Foto→ Achim Otto

Große Kontraste gab es bei den Temperaturen und den Niederschlägen. Der April war kühler als im Mittel der vergangenen 30 Jahre.

 

Im April 2022 schien die Sonne häufiger als im Durchschnitt
Im April 2022 schien die Sonne häufiger als im Durchschnitt


Nach einem Sonnenscheinrekord im März hat auch im April 2022 häufig die Sonne geschienen. Mit 195 Stunden lag die Sonnenscheindauer etwa 5 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Anfang des Monats versteckte sich die Sonne noch häufig hinter dichten Wolken, aber ab dem Osterfest war sie häufig am Himmel zu sehen. Besonders sonnig war es dabei mit über 200 Stunden an den Küsten, an der Ostsee kamen sogar 250 Stunden zusammen. Deutlich seltener schien die Sonne dagegen in den Mittelgebirgen, dort wurden rund 150 Stunden gemessen.

In diesem Jahr zeigte sich der April etwas kühler als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre
In diesem Jahr zeigte sich der April etwas kühler als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre

Von Frost bis zum Sommertag. Mit einem landesweiten Durchschnitt von 7,8 Grad war der April 1,2 Grad kühler als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Vor allem zum Monatsbeginn gab es gebietsweise strenge Nachtfröste. Den tiefsten Wert verzeichnete dabei Meßstetten auf der Schwäbischen Alb am 4. April mit minus 14,6 Grad. Dennoch gab es bereits den ersten Sommertag am 13. April mit 26,0 Grad im baden-württembergischen Wolfach. Ab der zweiten Monatsdekade pendelten sich die Temperaturen dann immer mehr auf ein typisches Aprilniveau ein.

Der April war nasser als im langjährigen Durchschnitt
Der April war nasser als im langjährigen Durchschnitt

Erst nass, dann häufig trocken. Der April 2022 hat sich mit 55 Liter Regen pro Quadratmeter etwa 25 Prozent nasser gezeigt als im langjährigen Durchschnitt. Allerdings waren die regionalen Unterschiede groß. Zum Beginn des Monats brachten zahlreiche Tiefs viele Regenwolken nach Deutschland. Dabei fiel regional sogar reichlich Schnee. Am 9. April kehrte der Winter von Rheinland-Pfalz bis ins südliche Hessen zurück. In Beerfelden wuchs die Schneedecke sogar auf 27 Zentimeter. Bis kurz vor Ende des Monats bestimmten viele trockene Phasen dann das Wetter. Im auch sonst schon trockenen Nordosten kamen stellenweise kaum 25 Liter Regen zusammen. Im Schwarzwald wurden dagegen rund 150 Liter verzeichnet. Die größte Tagessumme gab es in Geroldsau im Nordschwarzwald mit 59,9 Liter pro Quadratmeter.


März 2022

Mild und sehr trocken

Der März 2022 hat in diesem Jahr einen neuen Sonnenscheinrekord gebracht

Foto→ Daniela Böhme
Foto→ Daniela Böhme

Regen war dabei Mangelware und die Temperaturen lagen über dem Durchschnitt.

 

Im März 2022 schien die Sonne so lange wie noch nie in diesem Monat seit Beginn deren Aufzeichnung im Jahr 1951
Im März 2022 schien die Sonne so lange wie noch nie in diesem Monat seit Beginn deren Aufzeichnung im Jahr 1951


Im März 2022 hat die Sonne so häufig geschienen wie noch nie seit Beginn deren Aufzeichnung im Jahr 1951. Mit mehr als 235 Stunden lag die Sonnenscheindauer fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Den alten Rekord von 195 Stunden aus dem Jahr 1953 ließ der März damit klar hinter sich. Besonders im Süden war die Sonne mit rund 250 Stunden häufig zu sehen. Etwas weniger Sonnenschein gab es mit etwa 200 Stunden in der Lüneburger Heide, dem Thüringer Wald sowie im Frankenland.

Der März 2022 war sogar noch trockener als im vergangenen Jahr
Der März 2022 war sogar noch trockener als im vergangenen Jahr

Kaum Regen und hohe Waldbrandgefahr. Hochs hielten die meiste Zeit Tiefs vom Atlantik und somit auch jeglichen Regen von uns fern. Im Landesdurchschnitt fiel mit rund 20 Liter pro Quadratmeter deutlich weniger als sonst üblich. Damit gehört der März zu einem der trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Regional blieb es sogar im gesamten Monat trocken. Besonders im Nordosten kamen an manchen Orten keine Tropfen vom Himmel, wie zum Beispiel in Bergen auf Rügen. Dabei stieg die Waldbrandgefahr verbreitet stark an. Gebietsweise galt sogar die zweithöchste Warnstufe 4 von 5. Örtlich brachen sogar kleinere Brände aus. Tage, an denen überhaupt etwas Niederschlag gemessen werden konnte, waren landesweit selten. Lediglich um die Monatsmitte sowie zum Ende des Monats fiel vor allem im Südosten und Westen Regen. Die größte Tagessumme gab es in Marktschellenberg in Bayern am 15. März mit 25,4 Liter pro Quadratmeter.

In diesem Jahr zeigte sich der März zwar mild, aber nur leicht über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre
In diesem Jahr zeigte sich der März zwar mild, aber nur leicht über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre

Kühler Start danach mild. Nach einem milden Februar präsentierte sich der erste Frühlingsmonat leicht über dem langjährigen Mittel. Mit einem landesweiten Durchschnittswert von 5,1 Grad war er rund 0,5 Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. Nach einem kühlen Start erreichten die Temperaturen in der dritten Märzwoche frühlingshafte Werte. Die höchste Temperatur wurde am 28. März mit 23,0 Grad in Regensburg gemessen. Frostige Nächte und Winterrückkehr. Vor allem nachts gab es allerdings noch häufig Frost. Im Schnitt kamen sogar 18 Frosttage zusammen. Damit lagen die Temperaturen häufiger unter dem Gefrierpunkt als in allen anderen Monaten im Winterhalbjahr. Den tiefsten Wert verzeichnete dabei am 1. März Reit im Winkl in Bayern mit minus 11,2 Grad. Zum Monatsende stellte sich die Wetterlage um und der Winter kehrte regional wieder zurück. Besonders im Norden schneite es in der Nacht vom 30. zum 31. März teils kräftig. In Hamburg kamen sogar mehr als 10 Zentimeter Neuschnee zusammen.


Februar 2022

Sehr mild und sehr nass

Teils stürmisches Wetter mit milder Luft und viel Regen haben den Februar geprägt

Foto→ Markus Distelrath
Foto→ Markus Distelrath

Vor allem im Norden wurden zahlreiche Felder und Flächen von Hochwasser überflutet. Der nächste sehr milde Monat: Der Februar 2022 gehört zu den wärmsten der letzten 30 Jahre. Dazu fiel wenig Schnee, dafür aber umso mehr Regen. Gebietsweise kam das 2 bis 4-fache der durchschnittlichen Monatsmenge zusammen. Der Februar 2022 ist ausgesprochen mild und nass ausgefallen. Nach einem bereits milden Januar präsentierte sich der Folgemonat noch wärmer. Mit einem landesweiten Durchschnittswert von plus 4,4 Grad war er knapp drei Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Ein Hauch von Frühling mit zweistelligen Plusgraden wehte vor allem um die Monatsmitte herum durchs Land. Die höchste Temperatur mit 17,3 Grad wurde am 18. Februar in Metzingen südöstlich von Stuttgart verzeichnet.

 

Im vergangenen Jahr war der Februar spürbar kälter. Dieses Jahr ist er vergleichbar mit den Februarmonaten von 2014 und 1998. Noch milder war er in den Jahren 2020, 2002 und 1995
Im vergangenen Jahr war der Februar spürbar kälter. Dieses Jahr ist er vergleichbar mit den Februarmonaten von 2014 und 1998. Noch milder war er in den Jahren 2020, 2002 und 1995

Dennoch trat in den Nächten zumindest phasenweise Frost auf. Die meisten Nachtfröste gab es im Süden und in der Mitte des Landes. In den Mittelgebirgs- und Alpenregionen zählte man 15 bis 27 Tage mit nächtlichen Minusgraden. Dauerfrost herrschte dagegen nur in den höheren Lagen. Vor allem zur Monatsmitte war es in den Nächten sehr frisch. In eine solche Phase fiel auch der kälteste Tag, der 14. Februar, als in Reit im Winkl in den Chiemgauer Alpen minus 13,7 Grad registriert wurden. Auf der Zugspitze zeigte das Thermometer am 12. des Monats minus 18,2 Grad an. Zum Monatsende sanken die Temperaturen bei sternklarem Himmel auf Tiefstwerte bis minus 5 Grad, am Alpenrand sogar bis minus 12 Grad. Schnee fiel dagegen im Februar vielerorts gar nicht. Nur in den höheren Lagen gab es zeitweise Flockenwirbel, vor allem in den ersten Tagen des Monats. Atlantiktiefs dominieren, Kaltluft konnte sich nie längere Zeit durchsetzen, stattdessen lenkten Atlantiktiefs immer wieder milde und wolkenreiche Meeresluft zu uns. Diese entwickelten sich besonders vom 16. bis zum 19. Februar zu starken Stürmen, die auch schwere Schäden hinterließen, wie etwa die Orkane YLENIA und ZEYNEP. An der Nordseeküste löste der ruppige Wind mehrere Sturmfluten aus, vor allem Hamburg war davon betroffen. Die meisten Sturmtage mit Windstärke 8 und darüber wurden an den Küsten und Hochlagen gezählt, etwa 10 Tage waren es auf den ostfriesischen Inseln.

Der Februar 2020 war deutlich nasser als im langjährigen Durchschnitt. Noch mehr Niederschlag fiel vor 2 Jahren
Der Februar 2020 war deutlich nasser als im langjährigen Durchschnitt. Noch mehr Niederschlag fiel vor 2 Jahren

Regional enorme Regenmengen. Die Tiefs brachten auch jede Menge Niederschlag, von dem das meiste als Regen herunter kam. Im Landesdurchschnitt fiel mit 80 Liter pro Quadratmeter rund zwei Drittel mehr als im langjährigen Mittel (rund 53 Liter). Besonders regenreich verlief der Monat jedoch im Norden, Nordwesten und in den Mittelgebirgen. Mancherorts kam dort drei- bis fünfmal so viel Niederschlag zusammen, wie eigentlich im Spätwintermonat üblich ist. Örtlich gingen mehr als 200 Liter pro Quadratmeter nieder. So fielen in Braunlage im Harz 318, in Wipperfürth östlich von Köln knapp 250 oder in Hasenkrug nordwestlich von Lübeck 211 Liter pro Quadratmeter.Den meisten Regen hatten die Sturmtiefs kurz vor dem drittem Februarwochenende im Gepäck. Viele kleinere Flüsse führten in der Folge Hochwasser. Vom nördlichen Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein standen Felder tagelang unter Wasser. Doch einige Regionen bekamen auch deutlich weniger Regen als im Klimamittel ab. Am trockensten blieb es an den windabgewandten Seiten von Mittelgebirgen, wie etwa dem Harz und der Schwäbischen Alb, aber auch in Teilen Süddeutschlands schneite oder regnete es teils weniger als im Durchschnitt der Jahre. Rund um Straubing in Niederbayern beispielsweise wurden nur knapp 20 Liter pro Quadratmeter gemessen, das ist nicht mal die Hälfte des mittleren Monatsniederschlags. Ähnlich sah es in Südbaden, in Rheinhessen sowie in Teilen Sachsen-Anhalts aus, wo nur 40 bis 70 Prozent der üblichen Februar-Regenmenge registriert wurden.

Die Sonnenscheindauer lag im Landesmittel mit rund 85 Sonnenstunden etwas über dem Durchschnitt
Die Sonnenscheindauer lag im Landesmittel mit rund 85 Sonnenstunden etwas über dem Durchschnitt

Besonders im Süden viel Sonnenschein. Die Sonne schien den Monat über besonders in Teilen Nord- und Ostdeutschlands sowie in einigen Mittelgebirgsregionen nur selten. Verantwortlich dafür war die wolkenreiche Meeresluft und Hochnebel. Erste zum Monatsende bescherte Hoch KAI auch diesen Landesteilen viel blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Über deutlich freundlicheres Wetter durfte man sich hingegen vom Oberrhein bis nach Niederbayern freuen. Dort gab es örtlich mehr als 120 Sonnenstunden.


Januar 2022

Wärmer als im Vorjahr

Insgesamt hat sich die Sonne im Januar ziemlich rar gemacht

Foto→ Holger Fischer
Foto→ Holger Fischer

Lediglich auf den Bergen erlebte man häufig ein Wintermärchen mit viel Sonnenschein und klarer Luft. Weiter unten gab es nur an wenigen Tagen Schnee, meist hielt sich dort zäher Hochnebel und wirklich kalt war es auch nicht. Vielen Menschen bleibt der Januar wohl eher grau in Erinnerung. Auf den Bergen hatte die Sonne dagegen das Sagen und dort setzte sich der Winter fest. Meist dominierte ruhiges Hochdruckwetter, zwischendurch wurde es aber auch mal turbulent.

Im ersten Monat des Jahres ging es die meiste Zeit eher ruhig zu. Das neue Jahr begann frühlingshaft mit Höchstwerten teils über 10 Grad. Tief ANNETTE beendete das ungewöhnlich milde Intermezzo mit viel Regen. In der Folge führten einige Flüsse Hochwasser. Im Verlauf des Monats beeinflussten wiederholt Hochdruckgebiete unser Wetter. Oftmals musste man mit Dauergrau vorliebnehmen, während viele Bergregionen mit Sonnenschein verwöhnt wurden.

Zwischendurch brachten uns Wetterfronten auch mal Schnee bis ins Flachland und viel Wind. Richtig ungemütlich wurde es jedoch erst zum Monatsende. Sturmtief NADIA fegte mit Böen teils über 100 Kilometer pro Stunde über den Norden und Osten des Landes hinweg. Dabei richtete der Sturm viele Schäden an und entwurzelte zahlreiche Bäume. An der Nord- und Ostsee kam es zu Sturmfluten.

 

Der Hochwintermonat war deutlich wärmer als im Vorjahr, aber immer noch kühler als in den Jahren 2018 und 2020
Der Hochwintermonat war deutlich wärmer als im Vorjahr, aber immer noch kühler als in den Jahren 2018 und 2020

Mit einer Mitteltemperatur von rund 2,6 Grad war es im Januar ähnlich warm wie im Dezember und etwas mehr als anderthalb Grad wärmer als im langjährigen Mittel (1991 bis 2020). Der Hochwintermonat präsentierte sich im Flachland meistens feucht und ziemlich mild. Besonders zu Beginn des Monats erreichten die Mitteltemperaturen ein Niveau, das eher an den Frühling erinnerte. So meldete Rheinfelden, im äußersten Südwesten Baden-Württembergs, am 4. Januar mit 18,2 Grad die deutschlandweit höchste Temperatur des Monats. Lokal wurden im Südwesten des Landes auch neue Wärmerekorde verzeichnet. Zwar gab es auch im Flachland einige kalte Tage mit eisigen Nächten, doch mehrere Tage Dauerfrost zählten nur die Gebiete entlang der Donau und im Allgäu. Richtiges Winterwetter mit Frost und teilweise viel Schnee erlebte man dagegen in den höheren Berglagen. In Oberstdorf wurde am 12. Januar mit minus 17,3 Grad die tiefste Temperatur des Monats registriert.

Im Januar fiel nur etwas weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. Deutlich nasser war jedoch der Hochwintermonat im vergangenen Jahr
Im Januar fiel nur etwas weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. Deutlich nasser war jedoch der Hochwintermonat im vergangenen Jahr

Niederschlag nahezu durchschnittlich. Im Januar kamen rund 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen. Das ist nur etwas weniger als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Allerdings sind sehr große Unterschiede festzustellen. So fielen in der Magdeburger Börde teils unter 20 Liter pro Quadratmeter, während in einigen Mittelgebirgsregionen über 150 Liter gemessen wurden. Dies war zum Beispiel im Thüringer Wald und im Schwarzwald der Fall. Besonders hohe Regensummen brachte Tief ANNETTE am 4. und 5. Januar. Baiersbronn-Schönegründ im Nordschwarzwald meldete mit rund 57 Liter pro Quadratmeter in diesem Zusammenhang den höchsten Tagesniederschlag. Rasch stiegen die Flusspegel in der Mitte und im Süden Deutschlands deutlich an. Der Winter schaute im Flachland nur an wenigen Tagen vorbei. Am 8. Januar überquerte ein Tief mit kräftigen Schneefällen die mittleren Landesteile. Auch am 21. und zum Monatsende wurde es gebietsweise weiß. Fast die ganze Zeit winterlich blieb es in den Hochlagen. Dort wuchs die Schneedecke vielfach auf 30 bis 60 Zentimeter, auf dem Feldberg im Südschwarzwald auf fast 100 Zentimeter.

Der Januar war mit rund 45 Sonnenstunden im Durchschnitt nicht ganz so trüb wie im vergangenen Jahr. Deutlich mehr Sonnenschein brachte jedoch der Januar 2020
Der Januar war mit rund 45 Sonnenstunden im Durchschnitt nicht ganz so trüb wie im vergangenen Jahr. Deutlich mehr Sonnenschein brachte jedoch der Januar 2020

Dagegen sorgten ausgeprägte Inversionen häufig dafür, dass die Tage im Flachland trüb verliefen. Mancherorts fiel aus den hochnebelartigen Wolken etwas Sprühregen oder Schneegriesel. Wenn sich dann kein Hoch etabliert hatte, schickten Atlantiktiefs dichte Wolken zu uns. Teilweise reichte es nicht mal für 25 Sonnenstunden, wie beispielsweise in Mittelhessen, im Thüringer Wald oder in Oberfranken. Im Bundesdurchschnitt wurden 45 Sonnenstunden gezählt, das sind etwa 15 Prozent weniger als im langjährigen Mittel.


Wetterrückblick 2021

Titel
kein Datum

Jahresrückblick

Extreme Wetterereignisse

Das Jahr der schlimmsten Flutkatastrophe seit Jahrzehnten

Das Wetterjahr 2021 ist statistisch gesehen ein durchschnittliches Wetterjahr gewesen. Trotzdem wird es vielen als Jahr der Katastrophen in Erinnerung bleiben. Es gibt aber auch gute Nachrichten.

Quelle→ Wetter Online


Die deutschlandweite Durchschnittstemperatur lag mit 9,1 Grad nur knapp unter dem langjährigen Mittel (1991-2020)
Die deutschlandweite Durchschnittstemperatur lag mit 9,1 Grad nur knapp unter dem langjährigen Mittel (1991-2020)

In diesem Jahr wurde unter anderem kein neuer Temperatur-Allzeitrekord für Deutschland aufgestellt. Trotzdem meldeten einige Wetterstationen neue Bestmarken. In Mühlhausen, nordwestlich von Erfurt, wurde zum Beispiel mit einem Tiefstwert von minus 26,7 Grad die tiefste Temperatur des Jahres gemessen und gleichzeitig ein neuer Stationsrekord aufgestellt.  Bereits Ende März schaute in der Südwesthälfte der Sommer vorbei. Eine ungewöhnlich milde Wetterphase brachte Temperaturen über 25 Grad und damit die ersten Sommertage. Anschließend folgte jedoch der kälteste April seit 40 Jahren. Die erste und einzige Hitzewelle des Jahres gab es zwischen dem 17. und 20. Juni, als die Höchstwerte vielerorts die 35-Grad-Marke knackten. Am 19. Juni gab es in Berlin Tempelhof sowie in Baruth mit 36,6 Grad den deutschlandweiten Höchstwert. Nach einem anschließenden durchschnittlichen Sommer und Herbst machte der Dezember mit strengen Nachtfrösten und weißen Weihnachten im Norden auf sich aufmerksam.

Mit einem gemittelten Flächenniederschlag von etwa 805 Liter pro Quadratmeter verlief das Jahr etwas nasser im Vergleich zur Referenzperiode 1991 bis 2021
Mit einem gemittelten Flächenniederschlag von etwa 805 Liter pro Quadratmeter verlief das Jahr etwas nasser im Vergleich zur Referenzperiode 1991 bis 2021

Das Jahr 2021 war aber auch das Jahr der schlimmsten Flutkatastrophe seit Jahrzehnten, ausgelöst durch großflächigen unwetterartigen Starkregen. Innerhalb von 48 Stunden fielen in einem Streifen von Köln bis zur Eifel rund 160 Liter Regen pro Quadratmeter mit verheerenden Folgen. Die höchste Niederschlagssumme an einem Tag fiel jedoch zuvor in der Uckermark mit 198,7 Liter pro Quadratmeter. Nach der Anzahl der Starkregenereignisse von Mai bis September lässt sich das Jahr 2021 nun auf dem zweiten Platz nach 2018 wiederfinden. Zu den besonders nassen Regionen gehörte der Schwarzwald. Dort fielen im Jahresverlauf teils über 2.000 Liter Regen. Deutlich trockener war es östlich des Harzes mit weniger als 500 Liter pro Quadratmeter.  Aber auch bei den gefallenen Niederschlägen gibt es positive Aspekte, denn deutschlandweit hat es ausreichend Niederschlag gegeben. Dadurch konnten sich unsere Wälder von der Trockenheit der vergangenen drei Jahre zumindest etwas erholen.

Außergewöhnlich waren zudem die heftigen Schneefälle in der Mitte des Landes Ende Februar, wo verbreitet 20 bis 40 Zentimeter Schnee lagen.

Die Sonnenscheindauer war landesweit gemittelt sehr durchschnittlich im Vergleich zur Referenzperiode 1991 bis 2020
Die Sonnenscheindauer war landesweit gemittelt sehr durchschnittlich im Vergleich zur Referenzperiode 1991 bis 2020

Mit besonders viel Sonnenschein wurden der Süden und Südwesten des Landes verwöhnt. Örtlich kamen in Südbayern über 2.000 Sonnenstunden zusammen. Dagegen gab es in Faßberg, nördlich von Hannover, nur rund 1.280 Stunden Sonnenschein.

 

Beitrag→ Sebastian Keßler

 

In unserer Fotostrecke haben wir das Jahr noch mal in Bildern festgehalten ...


Dezember 2021

Kühler als in den Vorjahren

Ziemlich durchschnittlicher Wintermonat

Etwa vom 2. Advent bis zur Weihnachtszeit dominierten Hochdruckgebiete unser Wetter mit viel Nebel und Hochnebel. Nur auf den Bergen hatte das graue Winterwetter seinen besonderen Reiz · Foto→ Siegfried Pruscha
Etwa vom 2. Advent bis zur Weihnachtszeit dominierten Hochdruckgebiete unser Wetter mit viel Nebel und Hochnebel. Nur auf den Bergen hatte das graue Winterwetter seinen besonderen Reiz · Foto→ Siegfried Pruscha

Der Dezember 2021 ist ein ziemlich durchschnittlicher Wintermonat gewesen. Trotzdem war er kühler als in den letzten drei Jahren, auch wenn der Winter nur zwischendurch bei uns vorbeischaute. Der Süden zeigte sich besonders nass, andere Regionen Deutschlands blieben dagegen sehr trocken. In den ersten Dezembertagen hatte der Frühwinter mit Flockenwirbel bis in tiefere Lagen das Sagen. Über den Norden fegte zudem Sturm DANIEL. In den Alpen türmte sich der Schnee örtlich rund einen halben Meter hoch. Zur Monatsmitte hielten dann Hochs die meisten Regenwolken über längere Zeit von uns fern. Erst um Weihnachten herum schneite es in der Landesmitte und im Norden, nach Süden hin fiel reichlich Regen. Nach frostigen Tagen in der Nordhälfte Deutschlands vertrieb eine milde und feuchte Westströmung die Winterluft aus dem ganzen Land.

Der Temperaturdurchschnitt lag im Dezember 2021 bei 2,6 Grad. Wärmer waren die vergangenen drei Jahre
Der Temperaturdurchschnitt lag im Dezember 2021 bei 2,6 Grad. Wärmer waren die vergangenen drei Jahre

Mit einer Mitteltemperatur von rund 2,6 Grad war der Dezember ein wenig wärmer als im langjährigen Mittel (199l bis 2020). Zwar gab es kalte Tage mit eisigen Nächten, gebietsweise auch Dauerfrost. Doch meist lenkten Tiefs milde Meeresluft zu uns. Nach Weihnachten wehte besonders in der Südwesthälfte ein Hauch von Frühling durchs Land. Die höchste Temperatur wurde mit 16,5 Grad am 30. Dezember in Andernach bei Koblenz erreicht. Die niedrigste Temperatur wurde in der Nacht zum 22. Dezember in Oberstdorf mit minus 19,2 Grad registriert. Generell waren die Tage kurz vor Weihnachten und an den Festtagen die kältesten des Monats. In der Nordosthälfte herrschten 2 bis 6 Tage hintereinander Dauerfrost. Von Mecklenburg-Vorpommern bis zur Lausitz gab es mit 5 bis 10 Tagen die meisten Eistage im Monat. Noch mehr zählte man in den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge und auf der Zugspitze.

Im Mittel kamen im letzten Monat des Jahres knapp 60 Liter pro Quadratmeter zusammen
Im Mittel kamen im letzten Monat des Jahres knapp 60 Liter pro Quadratmeter zusammen

Auch wenn sich das Dauergrau länger hielt, regnete es nicht überall ausreichend. Besonders trocken blieb es von Mittel- und Nordhessen bis ins Thüringer Becken und den Ostharz. Dort kamen teilweise weniger als 20 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Das entspricht nicht mal einem Drittel der Menge, die in einem Dezember durchschnittlich an Regen fällt. Ganz anders sah es in Teilen Süddeutschlands aus. Dort meldeten viele Stationen ein Drittel Niederschlag mehr als im langjährigen Mittel. Im Südschwarzwald wurden zum Beispiel mehr als 200 Liter pro Quadratmeter registriert.

Der Dezember war mit knapp 40 Sonnenstunden im Durchschnitt ähnlich trüb wie im Vorjahr. Deutlich mehr Sonnenschein brachte der Dezember 2019
Der Dezember war mit knapp 40 Sonnenstunden im Durchschnitt ähnlich trüb wie im Vorjahr. Deutlich mehr Sonnenschein brachte der Dezember 2019

Vielen Menschen blieb der Monat wohl eher grau in Erinnerung. Für manche Regionen trifft das auch zu. Am trübsten war es in den östlichen Mittelgebirgsregionen, wo es insgesamt nicht mal für 20 Sonnenstunden reichte. Verantwortlich dafür war unter anderem hartnäckiger Nebel- und Hochnebel. Wenn sich dann kein Hoch etabliert hatte, schickten Atlantiktiefs dichte Wolken zu uns. Die sonnigsten Tage gab es um die Wintersonnenwende sowie im Norden an den Weihnachtsfeiertagen. Die meisten "Überstunden" leistete die Sonne auf der Zugspitze mit rund 110 Stunden. Auch im Nordseeumfeld sowie am Ostrand der Mittelgebirge zeigte sich der Dezember mit 45 bis 60 Sonnenstunden überaus freundlich. Dies gilt auch für die Gipfellagen, die meistens aus der Hochnebeldecke ragten.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


November 2021

Mild, trocken und wenig Sonne

0,1 Grad kälter als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre

Der November zeigte sich häufig neblig trüb. Dennoch bescherte er uns schöne Herbststimmungen · Foto→ Veselin Kolev
Der November zeigte sich häufig neblig trüb. Dennoch bescherte er uns schöne Herbststimmungen · Foto→ Veselin Kolev

Sonnenscheinarm und recht trocken hat sich der November 2021 präsentiert. Überwiegend hoher Luftdruck hielt die meisten Tiefdruckgebiete fern. Bei den Temperaturen gab es allerdings keine Überraschungen.

Durchschnittlicher geht es kaum: Die Temperatur im November traf fast genau das langjährige Mittel
Durchschnittlicher geht es kaum: Die Temperatur im November traf fast genau das langjährige Mittel

Mit einer Mitteltemperatur von 4,7 Grad war der November 0,1 Grad kälter als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Durch die zahlreichen Hochdruckwetterlagen und die damit verbundenen Inversionen stechen vor allem die Bergregionen mit teils sehr milder Luft heraus. Am mildesten war es am 11. November in Garmisch-Partenkirchen mit 17,2 Grad. Im Dauergrau des Nebels blieb es dagegen meist deutlich frischer. Die kälteste Nacht abseits der Berge gab es mit minus 7,7 Grad in Zwiesel im Bayerischen Wald am 25. November. Durchschnittlicher geht es kaum: Die Temperatur im November traf fast genau das langjährige Mittel.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr regnete es im November zwar häufiger, aber dennoch weniger als im langjährigen Mittel
Im Vergleich zum vergangenen Jahr regnete es im November zwar häufiger, aber dennoch weniger als im langjährigen Mittel

Der November verlief trockener als im langjährigen Mittel. Insgesamt kamen im Schnitt knapp 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen. Das sind rund 15 Liter weniger als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Nennenswerte Regenmengen gab es am 4. November im Osten durch Tief PETER. Die höchste Tagessumme fiel dabei auf Usedom mit 64,5 Liter. Der meiste Niederschlag kam an der Ostseeküste sowie unmittelbar an den Alpen vom Himmel. Mit knapp über 10 Liter war es in Nord- und Osthessen sowie in Teilen Baden-Württembergs am trockensten.

Mit rund 45 Sonnenstunden war der November einen der sonnenscheinärmsten seit 1951
Mit rund 45 Sonnenstunden war der November einen der sonnenscheinärmsten seit 1951

In der Uckermark und im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern gab es mit nur 20 Stunden am wenigsten Sonnenschein. Mit durchschnittlich 45 Stunden gehörte der November bundesweit zu den sonnscheinärmsten seit Messbeginn im Jahr 1951. Lediglich auf den Bergen, im Bayerischen Wald, im Südschwarzwald sowie an den Alpen schien die Sonne mit rund 80 Stunden häufiger. Ansonsten prägte meist Nebel- oder Hochnebel das Himmelsbild.

Beitrag→ Dennis Oswald


Oktober 2021

Recht sonnig und recht trocken

Der Oktober war mit 9,6 Grad insgesamt gesehen sehr durchschnittlich

Der Oktober trumpfte mit viel Sonnenschein und prächtigen Herbstfarben auf · Foto→ Hardy Schulz
Der Oktober trumpfte mit viel Sonnenschein und prächtigen Herbstfarben auf · Foto→ Hardy Schulz

Ähnlich trocken und sonnig wie der Vormonat hat sich auch der Oktober 2021 gezeigt. Zum Oktober 2020 stand er dagegen in großem Kontrast. Ungemütliche Tage und den ersten schweren Sturm der kälteren Jahreszeit gab es allerdings auch. Hochdruckeinfluss sorgte im zweiten Herbstmonat häufiger für ruhiges Wetter mit einer größeren Anzahl goldener Oktobertage. Jedoch hielten sich insbesondere in den Niederungen zum Teil Nebel oder Hochnebel recht hartnäckig. Umso schöner war es dann auf den Bergen. Neben Phasen mit fast spätsommerlich warmer Luft wird vor allem auch der erste schwere Herbststurm in Erinnerung bleiben. Dieser fegte am 21. Oktober über Deutschland hinweg und hinterließ zahlreiche Schäden. Umgestürzte Bäume blockierten Bahnstrecken und Straßen.

Durchschnittlicher geht es kaum: Die Temperatur im Oktober traf fast genau das langjährige Mittel
Durchschnittlicher geht es kaum: Die Temperatur im Oktober traf fast genau das langjährige Mittel

Unspektakulär fällt dagegen die Temperaturbilanz aus. Der Oktober war mit 9,6 Grad insgesamt gesehen sehr durchschnittlich. In der Nordhälfte wichen die Werte etwas nach oben, im Süden leicht nach unten ab. Verantwortlich dafür waren dort klare und kalte Nächte, während im Norden etwas mehr Wolken eine stärkere Abkühlung verhinderten. Sowohl die niedrigste als auch die höchste Temperatur des Monats wurde in Bayern gemessen. Am 3. Oktober war es in München noch mal 27,5 Grad warm, am Morgen des 24. Oktober in Oberstdorf minus 4,9 Grad kalt.

Auch im Vergleich zu den Vorjahresmonaten war der Oktober ausgesprochen trocken
Auch im Vergleich zu den Vorjahresmonaten war der Oktober ausgesprochen trocken

Gleichzeitig zeichnete sich der Oktober durch längere trockene Wetterphasen aus. Wenn es mal regnete, dann meist nicht besonders viel. Der Monat war mit einer mittleren Niederschlagsmenge von 45 Liter pro Quadratmeter deutlich trockener als im Durchschnitt. Allerdings gab es auch hier größere regionale Unterschiede. Besonders wenig Regen fiel mit nur etwa 10 Liter in der Lausitz. Umso nasser war es entlang der Küsten, wo verbreitet 70 bis 100 Liter gemessen wurden. Den höchsten Monatswert verzeichnete Wrixum in Ostfriesland mit 150 Liter.

Der Oktober 2021 war einer der fünf sonnigsten Oktobermonate der vergangenen 30 Jahre
Der Oktober 2021 war einer der fünf sonnigsten Oktobermonate der vergangenen 30 Jahre

Trotz einiger herbstlich nasser und kühler Tage trumpfte im Oktober an vielen Orten die Sonne noch mal so richtig auf. Rund 130 Sonnenstunden im landesweiten Durchschnitt übertrafen das Mittel der vergangenen 30 Jahre deutlich. Besonders schön zeigten sich der Süden und Südosten Deutschlands mit bis zu 180 sonnigen Stunden. Deutlich weniger lang schien die Sonne im Nordwesten und Norden, aber auch dort war die Sonnenscheindauer nur in wenigen Regionen unterdurchschnittlich. Der Oktober 2021 war einer der fünf sonnigsten Oktobermonate der vergangenen 30 Jahre.

Beitrag→ Dr. Bernd Maurer


September 2021

Sehr trockener erster Herbstmonat

Dabei gab es aber auch regionale Unterschiede

Anfang September brachte Hoch GAYA den Spätsommer mit Badewetter · Foto→ Andreas F.
Anfang September brachte Hoch GAYA den Spätsommer mit Badewetter · Foto→ Andreas F.

Der September 2021 ist der trockenste September seit 15 Jahren gewesen. Zudem zeigte sich der Monat größtenteils von seiner warmen Seite. Viele Hochdruckgebiete brachten uns meist ruhiges Wetter. Dabei gab es aber auch regionale Unterschiede. Anfang September brachte Hoch GAYA den Spätsommer mit Badewetter.

Mit einem Temperaturmittel von 15,2 Grad war der Herbstmonat wärmer als im Durchschnitt (1991-2020)
Mit einem Temperaturmittel von 15,2 Grad war der Herbstmonat wärmer als im Durchschnitt (1991-2020)

Zudem werden einige den September wohl als spätsommerlich warm in Erinnerung behalten. Auch die Statistik spiegelt dieses Gefühl wider, denn mit einer Abweichung von plus 1,4 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel war der Herbstmonat milder als im Durchschnitt. Besonders im Südwesten des Landes gab es phasenweise freundliches Spätsommerwetter. In Bad Kreuznach wurden zum Beispiel 13 Sommertage gemessen. Für einen Sommertag müssen Höchstwerte von mindestens 25 Grad erreicht werden. Am wärmsten war es am 9. September in Huy-Pabstorf in Sachsen-Anhalt. Das Thermometer zeigte dort 30 Grad an. Den ersten Bodenfrost gab es um den 23. September in den Mittelgebirgen. Mit einem Temperaturmittel von 15,2 Grad war der Herbstmonat 1,4 Grad wärmer als im Durchschnitt (1991-2020).

Im September 2021 fielen im Mittel 35 Liter Regen pro Quadratmeter. In den vergangenen Jahren regnete es im ersten Herbstmonat bundesweit ebenfalls meist weniger als im Durchschnitt
Im September 2021 fielen im Mittel 35 Liter Regen pro Quadratmeter. In den vergangenen Jahren regnete es im ersten Herbstmonat bundesweit ebenfalls meist weniger als im Durchschnitt

Der Sommer 2021 endete mit einem überdurchschnittlich nassen August. Dagegen war der September in Deutschland mit durchschnittlich 35 Liter Regen pro Quadratmeter sehr trocken. Das entspricht fast 50 Prozent weniger Niederschlag, als es im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 der Fall war. Zuletzt war der September im Jahr 2006 so trocken. Es gab aber auch Regionen, wo in der Verbindung mit Gewittern deutlich größere Regenmengen vom Himmel kamen. In Kreuth-Glashütte in den Voralpen fielen am 26. September 74,9 Liter pro Quadratmeter an einem Tag. Im September 2021 fielen im Mittel 35 Liter Regen pro Quadratmeter. In den vergangenen Jahren regnete es im ersten Herbstmonat bundesweit ebenfalls meist weniger als im Durchschnitt.

Mit etwa 150 Sonnenstunden im deutschlandweiten Mittel ist der September in vielen Gebieten sehr sonnig gewesen
Mit etwa 150 Sonnenstunden im deutschlandweiten Mittel ist der September in vielen Gebieten sehr sonnig gewesen

Sonnensieger war im September der Süden. Dort gab es teils über 220 Sonnenstunden und damit mehr als doppelt so viel Sonnenschein wie zum Beispiel an der Nordsee. Rund um Hamburg waren es nur etwa 120 Stunden. Über der gesamten Fläche gemittelt schien in Deutschland die Sonne rund 150 Stunden lang. Das entspricht einer positiven Abweichung von rund 10 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel. Mit etwa 150 Sonnenstunden im deutschlandweiten Mittel ist der September in vielen Gebieten sehr sonnig gewesen.

Beitrag→ Sebastian Keßler


August 2021

1,6 Grad kühler als der Mittelwert

Vor allem am Ende des Monats war es deutschlandweit herbstlich

Ist denn schon Herbst? Besonders Ende des Monates fühlte es sich danach an · Foto→ Torsten Brehme
Ist denn schon Herbst? Besonders Ende des Monates fühlte es sich danach an · Foto→ Torsten Brehme

Der August 2021 ist deutlich kühler als in den vergangenen Jahren ausgefallen, wäre aber für einen August der 60er Jahre typisch. In einer Sache hebt sich der Monat aber auch deutlich zu damals ab. Ist denn schon Herbst? Besonders Ende des Monates fühlte es sich danach an.

Vor allem im Vergleich zu den vergangenen Jahren fiel der August 2021 ungewöhnlich kühl aus
Vor allem im Vergleich zu den vergangenen Jahren fiel der August 2021 ungewöhnlich kühl aus

Der August 2021 geht mit einer Durchschnittstemperatur von 16,4 Grad als der kühlste seit 2014 in die Wettergeschichte ein. Er ist sogar 1,6 Grad kühler als der Mittelwert der vergangenen 30 Jahre. Besonders markant ist der Vergleich zu 2020, wo im Augustrückblick eine Durchschnittstemperatur von 19,9 Grad angegeben wird. Damals gab es im Durchschnitt 17 Sommertage (Tage mit einer Temperatur von mehr als 25 Grad), im Jahr 2021 hingegen nur 5. Nicht ganz so ungewöhnlich zeigt sich der August von den Temperaturen her, wenn man ihn mit früher vergleicht. Gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 liegt er völlig im Durchschnitt. Immerhin gab es in der ersten Monatshälfte regional sogar Temperaturen über 30 Grad, die höchste Temperatur hat Regensburg mit 33,2 Grad gemessen. Vor allem Ende des Monats war es deutschlandweit herbstlich. In Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge kühlte es sogar auf unter 2 Grad ab.

Im August fiel etwas mehr Regen als in den vergangenen Jahren, doch die Regensummen sind im Normalbereich
Im August fiel etwas mehr Regen als in den vergangenen Jahren, doch die Regensummen sind im Normalbereich

Der Monat fiel mit 100 Liter Regen pro Quadratmeter nasser aus als in den vergangenen Jahren, seit zehn Jahren wurde nicht mehr so viel Regen verzeichnet. Ungewöhnlich nass war es in Sachsen, wo teilweise mehr als das doppelte des durchschnittlichen Niederschlages registriert wurde. Die größten Regensummen gab es aber mit knapp 300 Liter im Alpenvorland. Am trockensten war es im Münsterland sowie im nördlichen Brandenburg mit 30 Liter pro Quadratmeter.

Der August 2021 ist der trübste seit 2010
Der August 2021 ist der trübste seit 2010

Deutlich unterdurchschnittlich gestaltet sich der August in der Sonnenscheindauer. Mit gerade mal 155 Stunden wird der Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre (212 Stunden) deutlich unterschritten. Es ist der trübste August seit 2010. Auch gegenüber dem Bezugszeitraum von 1961 bis 1990 fehlen fast 30 Prozent an Sonnenstunden. Am längsten schien die Sonne auf Rügen und in Vorpommern, am trübsten war es in der Lüneburger Heide und den zentralen Mittelgebirgen.

Beitrag→ Verena Leyendecker


Juli 2021

Flutkatastrophe und kaum Hitze

Besonders die Regenmassen waren das alles bestimmende Thema

Foto→ Maik Kiehl
Foto→ Maik Kiehl

Die katastrophalen Fluten in Teilen Deutschlands werden noch lange in trauriger Erinnerung bleiben. Doch trotz des vielen Regens hat sich die Trockenheit regional wieder verschärft. Im Vergleich zu den Vorjahren überraschte der Juli bei den Temperaturen und beim Sonnenschein. Bei der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz starben mehr als 170 Menschen. Die Sturzfluten rissen Fahrzeuge, viel Geröll und sogar Häuser mit. Besonders verheerend waren die Schäden im Ahrtal und in der Eifel.

Mit 18,3 Grad war der Juli so warm wie im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Viele dürften den Sommermonat jedoch als deutlich kühler empfunden haben. Zum einen war dies den vielen bewölkten Tagen geschuldet. Zum anderen gingen die Temperaturen im Gegensatz zu den vergangenen drei Jahren nur selten über 30 Grad hinauf. Interessanterweise war der diesjährige Juli sogar ein wenig kühler als der Juni. Dabei pendelten sich die Temperaturen meist zwischen 20 und 25 Grad ein. Längere Zeit war dies im Norden des Landes der Fall. Keine große Temperaturabweichung: Der Juli war dieses Jahr ein durchschnittlicher Sommermonat. Im Vorjahr zeigte er sich etwas kühler, deutlich wärmer dagegen in den Jahren 2019 und 2018. Dagegen zählte man besonders im Osten die meisten Hitzetage. Brandenburg schaffte im Flächenmittel 2 bis 3 Tage mit Höchstwerten über 30 Grad. 6 heiße Tage meldete Berlin-Tempelhof. Der Tageshöchstwert kommt jedoch aus Bayern und wurde mit 32,8 Grad am 6. Juli in Rosenheim registriert. Den bundesweiten Tiefstwert mit 4,3 Grad verzeichnete am 21. der Ort Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge. Der Hochsommer war insgesamt kraftlos, denn es baute sich keine stabile Hochdruckwetterlage auf. Stattdessen übernahmen Tiefs die Wetterregie.

Diese brachten regional schwere Unwetter. Besonders die Regenmassen waren das alles bestimmende Thema. Im ersten Monatsdrittel entluden sich in schwülwarmer Luft zunächst einige heftige Schauer und Gewitter samt Überflutungen, wie beispielsweise auf der Insel Rügen. Tief BERND verursachte dann ab dem 13. Juli im Westen des Landes Starkregenfälle. Diese weiteten sich am 14. zwischen Kölner Bucht und Eifel aus und nahmen ein historisches Ausmaß an. Die verheerenden Fluten waren eine der schlimmsten Naturkatastrophen seit der Sturmflut 1962. Mit rund 110 Liter pro Quadratmeter war es der nasseste Juli seit 5 Jahren. Der meiste Regen fiel im westlichen und östlichen Mittelgebirgsraum sowie am Alpenrand. Dagegen kam in Teilen Nord- und Ostdeutschlands nicht mal die Hälfte des Monatsniederschlags zusammen. Der höchste Tagesniederschlag wurde in Wipperfürth im Bergischen Land mit rund 162 Liter pro Quadratmeter gemessen. Am dritten Juliwochenende suchten Sturzfluten das Chiemgau und Berchtesgadener Land heim. Binnen 24 Stunden gingen dort über 100 Liter nieder. Bis Monatsende überwogen instabile und zu Unwetter tendierende Wetterlagen. Besonders im Süden Bayerns wüteten Hagelgewitter mit schweren Sturmböen, die viele Schäden hinterließen. Einen stürmischen Juliausklang bescherte Tief ELIOR dem Norden des Landes. Im Juli fielen bundesweit im Durchschnitt rund 110 Liter Regen pro Quadratmeter und damit rund ein Fünftel mehr als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Über den ganzen Monat verteilt kam am Alpenrand mit Mengen über 300 Liter der meiste Niederschlag zusammen. Das ist anderthalb Mal so viel, wie im Juli üblich. Im Norden und Osten des Landes gab es dagegen auch Regionen mit geringen Regenmengen. So reichte es beispielsweise in der Magdeburger Börde gerade mal für 20 Liter. In der Folge brachen kleinere Wiesen- und Waldbrände aus.

 

Das Hochwasser im Juli 2021 war eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes.


Quelle→ Wetter Online

Der viele Regen und das wechselhafte Wetter wirkten sich auf die Sonnenscheindauer aus. Insgesamt war der Juli etwas trüber als im langjährigen Mittel. Besonders wenig zeigte sich die Sonne in den westlichen Landesteilen, wo lediglich rund 170 Sonnenstunden gezählt wurden. Zu den sonnigsten Regionen mit über 230 Stunden gehörten die Insel Rügen und der Südosten Niederbayerns. Mit durchschnittlich 200 Sonnenstunden war der Juli der trübste seit 5 Jahren.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


Juni 2021

Drittwärmster Juni seit Aufzeichnung

Zudem war der Monat sehr sonnig und zugleich nass

Foto→ Maik Kiehl
Foto→ Maik Kiehl

Der Juni 2021 ist der drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Ursache war nicht zuletzt ein ausgeprägtes Hitzeintermezzo. Zudem war der Monat sehr sonnig und zugleich nass. Dennoch ging in einigen Regionen die vorangegangene Trockenheit fast bis zuletzt weiter. Nach 2019 und 2003 war der Juni 2021 der wärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

Der diesjährige Juni geht als der drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. Mit 19,0 Grad lag der Temperaturdurchschnitt rund zweieinhalb Grad über dem Mittel der vergangenen 30 Jahre. Grund dafür waren zahlreiche Sommertage mit Höchstwerten um oder über 25 Grad. Doch auch die lauwarmen Nächte trugen zu dem hohen Durchschnittswert bei. Oft lag feuchte und mitunter schwüle Luft über Deutschland, die sich auch nachts nur wenig abkühlen konnte. Im zweiten Monatsdrittel überrollte uns die erste Hitzewelle des Jahres. Dabei zeigte das Thermometer an mehreren Tagen Spitzenwerte weit über 30 Grad an. Im rheinland-pfälzischen Bad-Kreuznach südwestlich von Mainz gab es gleich acht derartige Tage. In Berlin-Tempelhof und Baruth, südlich davon, war es am 19. Juni mit jeweils 36,6 Grad am heißesten. Einige Orte meldeten Tropennächte mit Tiefstwerten über 20 Grad. Berlin-Marzahn, Berlin-Tempelhof und Lindenberg zählten je vier Nächte. Kältester Ort war dagegen Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge, wo am Morgen des Monatsersten nur 0,5 Grad gemessen wurden.

Hochdruckgebiete setzten sich dennoch nicht lange durch. Stattdessen brachten uns Tiefs wiederholt Regengüsse und Gewitter, die regional unwetterartig ausfielen. Besonders im Süden blitzte und donnerte es häufig. Einige Orte standen unter Wasser, andernorts stürzten große Hagelkörner vom Himmel, wie beispielsweise auf der Schwäbischen Alb oder im Großraum München. Sie hinterließen immense Schäden. Landesweit kamen im Schnitt über 95 Liter pro Quadratmeter zusammen, das sind rund ein Viertel mehr als im langjährigen Mittel. In Oberschwaben und an den Bayerischen Alpen fielen über 250 Liter pro Quadratmeter. Die höchste Tagesmenge mit 115 Liter gab es am 23. Juni in Nürtingen-Reudern bei Stuttgart. In vielen Regionen wurde das zuvor aufgelaufene Niederschlagsdefizit halbwegs ausgeglichen. Nur der Nordosten ging bis zum 29. Juni fast leer aus. Im Großraum Berlin, Teilen Brandenburgs und der Uckermark kamen bis dahin oft kaum 5 Liter zusammen. Erst am Monatsletzten setzten ergiebige Regenfälle der hartnäckigen Trockenheit und Waldbrandgefahr ein vorläufiges Ende.

Im Gegensatz zum Mai konnte man sich über fehlenden Sonnenschein wahrlich nicht beklagen. Im Mittel schien die Sonne 260 Stunden lang, das entspricht rund einem Viertel mehr als im langjährigen Mittel. Die meisten "Überstunden" leistete die Sonne auf der Insel Rügen sowie an der vorpommerschen Küste, wo mehr als 330 Stunden registriert wurden. Am seltensten schaute die Sonne mit nur rund 210 Stunden in Nordfriesland und in den zentralen Mittelgebirgen heraus.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


Mai 2021

Kältester Mai seit 2010

Nur der Mai 2010 unterbot diesen Wert noch etwas

Foto→ Hardy Schulz
Foto→ Hardy Schulz

Der Mai 2021 ist seinem Ruf als Wonnemonat nicht gerecht geworden. Er war der kälteste seit elf Jahren. Zudem brachten Tiefs immer wieder Regen und viele Wolken. Doch einige Gegenden litten auch weiter unter der Frühjahrstrockenheit. Aprilwetter im Mai: Zahlreiche Schauer und Gewitter begleiten den Frühlingsmonat. Besonders abends sind viele Regenbögen zu beobachten gewesen.

Der Mai fiel für die Jahreszeit ungewöhnlich kalt aus. Mit einer Mitteltemperatur von etwa 10,7 Grad war der Frühlingsmonat rund anderthalb Grad kälter als das Gesamtmonatsmittel der vergangenen 30 Jahre. Nur der Mai 2010 unterbot diesen Wert noch etwas. Ein anderes Extrem: Im Mai vor drei Jahren lag die Durchschnittstemperatur rund sechs Grad höher als dieses Jahr. Dabei gab es besonders im ersten Monatsdrittel Bodenfrost. Am Morgen des 3. meldete Meßstetten auf der Schwäbischen Alb mit minus 4,5 Grad den tiefsten Monatswert. Im Zeitraum der Eisheiligen wurden dagegen nur ganz vereinzelt kalte Nächte registriert. Stattdessen erlebte man rund um den Muttertag ein kurzes Gastspiel des Frühsommers mit Höchstwerten bis rund 30 Grad. Wärmster Ort mit 31,3 Grad war am 9. Mai Waghäusel bei Karlsruhe. Doch rasch verdrängten Tiefs die warme Luft aus dem Land. Bis zum letzten Maiwochenende überwogen frische Phasen. Erst zum Monatsausklang zeigte sich der Wonnemonat versöhnlich mit Höchstwerten um 20 Grad. Mit rund 10,7 Grad ist der Mai dieses Jahr ungewöhnlich kalt. Den Rekord der letzten 25 Jahren hält immer noch der Mai 2010.

Begleitet wurden die bescheidenen Temperaturen von häufigen Niederschlägen. Wiederholt entluden sich kräftige Schauer und Gewitter samt Hagel und Platzregen, die aber nur örtlich Überschwemmungen auslösten. Einige Flüsse führten leichtes Hochwasser. Zudem fegte Sturm EUGEN (4. Mai) über Deutschland und hinterließ einige Schäden. Landesweit kamen im Schnitt rund 95 Liter pro Quadratmeter zusammen. Gebietsweise fielen sogar über 250 Liter. Dies war vor allem in Nordfriesland und im Südschwarzwald der Fall. Dagegen blieben die Regensummen besonders von Frankfurt bis Karlsruhe, in der Uckermark sowie in der Harzregion deutlich unter dem vieljährigen Durchschnitt. Mancherorts reichte es gerade mal für rund 30 Liter pro Quadratmeter. Üblich sind eher 50 bis 70 Liter im Mai. Wegen der niedrigen Temperaturen gingen die Niederschläge in höheren Lagen oft in Schnee über. Mit circa 95 Liter Regen pro Quadratmeter ist der Mai im Landesmittel rund ein Drittel feuchter als im Klimamittel und der niederschlagsreichste seit acht Jahren. Einige Regionen verzeichnen mehr als doppelt so viel Niederschlag wie im Durchschnitt.

Während sich die häufigen Niederschläge nach einem recht trockenen März und April als Segen für die Land- und Forstwirtschaft erwiesen, ließ die Zahl der Sonnenstunden zu wünschen übrig. Im Landesmittel wurden etwa 165 Stunden mit Sonnenschein registriert und damit deutlich weniger als nach dem Klimamittel. Am seltensten schaute die Sonne von Ostfriesland bis zur dänischen Grenze heraus. Mehr als 200 Stunden verbuchte dagegen Arkona auf der Insel Rügen. Mit etwa 165 Sonnenstunden ist der Mai 2021 der "trübste" seit 2013.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


April 2021

Kältester April seit Jahrzehnten

Dennoch schien die Sonne häufig

Foto→ Heiko Wichmann
Foto→ Heiko Wichmann

Der April 2021 hat sich so kühl gezeigt wie seit 40 Jahren nicht mehr. Dazu gab es außergewöhnlich viele Frosttage. Dennoch schien die Sonne häufig, Niederschläge blieben daher zum Teil Mangelware. Der April hat sich in diesem Jahr sonnig, aber kalt gezeigt. Regen fiel vergleichsweise nur wenig.

Mit 6,1 Grad lag das landesweite Monatsmittel um fast drei Grad unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Zum Monatsstart zeigte das Thermometer in Müllheim in Baden-Württemberg noch frühsommerliche Werte bis 25,9 Grad an. Rasch führten allerdings nördliche Winde kühle Luft ins Land. Im Mittel folgten 13 Frosttage, nur im Jahr 1929 sanken die Temperaturen häufiger unter den Gefrierpunkt. Am kältesten war es am 6. April in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb mit minus 13,6 Grad.

Beim Niederschlag präsentierte sich der April regional unterschiedlich. Lediglich in der ersten Monatshälfte zogen zahlreiche Regen- und Schneeschauer übers Land. Im Mittel fielen nur knapp 35 Liter Regen pro Quadratmeter. Das sind rund 25 Prozent weniger als im Durchschnitt. Damit war fast jeder April seit 2009 trockener als im langjährigen Mittel. Besonders trocken war es in diesem Jahr in Teilen Süddeutschlands. So kamen an der Donau örtlich kaum 15 Liter zusammen. Recht ausgeglichen war die Niederschlagsbilanz dagegen im Westen und Norden.

Mit durchschnittlich 185 Sonnenstunden war der April ein sonniger Frühlingsmonat. Dies entspricht fast genau dem April-Mittel der vergangenen 30 Jahre. Allerdings zeigt sich die Sonne in der Osthälfte zum Teil nur für 100 Stunden. Mehr als doppelt so lang schien sie besonders an den Küsten und im Südwesten des Landes.

Beitrag→ Dennis Oswald


März 2021

Ein abwechslungsreicher Monat

Obwohl die Temperaturen Achterbahn fuhren

Foto→ Andrea Schöll
Foto→ Andrea Schöll

Der März 2021 hat sich oft sonnig und insgesamt recht trocken gezeigt. Allerdings gab es ein häufiges Auf und Ab der Temperaturen. Von winterlichen Phasen bis hin zu bereits frühsommerlicher Witterung war alles dabei. Obwohl die Temperaturen Achterbahn fuhren, lag der Monat am Ende genau im Durchschnitt.

Die durchschnittliche Temperatur lag im ersten Frühlingsmonat bei 4,6 Grad. Dies entsprach exakt dem Mittelwert der vergangenen 30 Jahre. Dennoch fuhren die Temperaturen häufig Achterbahn. Am 19. zeigte das Thermometer in Oberstdorf noch einen Tiefstwert von minus 13,1 Grad an. Doch in den letzten Monatstagen gab es dann einen eindrucksvollen Durchbruch des Frühlings mit bereits frühsommerlichen Höchstwerten. Im Westen wurde vielfach die 25-Grad-Marke geknackt, aber auch sonst war es verbreitet über 20 Grad warm.

Beim Niederschlag präsentierte sich der März sehr unterschiedlich. Während die erste Monatshälfte häufig trocken verlief, brachte Tiefdruckeinfluss in der zweiten Hälfte wiederholt nennenswerte Regenfälle. Unterm Strich reichte es im Mittel für rund 45 Liter pro Quadratmeter. Das sind rund 25 Prozent weniger als sonst üblich. Die Niederschlagsverteilung war dabei sehr unterschiedlich: In den Alpen kamen teils fast 200 Liter zusammen. In Sachsen-Anhalt waren es dagegen gebietsweise kaum 15 Liter pro Quadratmeter.

Mit durchschnittlich 144 Sonnenstunden war der März 2021 ein recht sonniger erster Frühlingsmonat. Dies sind rund 18 Stunden mehr als im März-Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Besonders häufig schien die Sonne im Südwesten mit bis zu 200 Stunden. Von der Lüneburger Heide bis zum Emsland brach sie dagegen mit nur etwa 100 Stunden deutlich seltener durch die Wolken.

Beitrag→ Dennis Oswald


Februar 2021

Nach Kälte viel Sonne und mild

Dabei war es fast durchschnittlich feucht

Foto→ Ann-Katrin Schiweck
Foto→ Ann-Katrin Schiweck

Nach einer vielerorts eisigen ersten Monatshälfte vollführte der Februar 2021 eine eindrucksvolle Kehrtwende zum sonnigen Vorfrühlingsmonat. Oft wurde schon die 20-Grad-Marke überschritten. Dabei war es fast durchschnittlich feucht und sehr sonnig. Bereits zum Monatsstart gab es im Süden ein paar freundliche und milde Tage. Dann brachte ein markanter Wintereinbruch Schnee und Kälte, bevor zum Monatsende der Vorfrühling Einzug hielt.

Trotz einer rund einwöchigen, regional extremen Kältewelle entwickelte sich der Februar 2021 letztlich noch zu einem im Mittel eher milden Spätwintermonat. So stiegen die Temperaturen nach der Monatsmitte binnen weniger Tage von nächtlichen Minima teils unter minus 20 Grad verbreitet auf Höchstwerte von 15 bis 20 Grad über Null. Örtlich gab es mit Spitzenwerten über 20 Grad neue Februar- und sogar neue Winterrekorde. Am eisigsten war es am Morgen des 10. in Mülhausen mit minus 26,7 Grad, wärmster Ort war Ohlsbach bei Offenburg mit 22,0 Grad.

 

Auch beim Niederschlag bescherte der Monat große Kontraste, die sich hinter wenig spektakulären Durchschnittswerten verbergen. So blieb es im Norden Schleswig-Holsteins mit nur rund 15 Liter Regen oder Schnee pro Quadratmeter sehr trocken, während es in der Landesmitte vergleichsweise nass war. Dort hatte vor allem eine tagelang fast stationäre Luftmassengrenze große Niederschlagssummen gebracht. Nasseste Region war allerdings der Nordschwarzwald, wo gebietsweise mehr als 130 Liter pro Quadratmeter in Form von Regen und Schnee zusammenkamen. Außergewöhnlich waren die Wettervorgänge entlang einer scharfen Luftmassengrenze am ersten Februarwochenende: In ihrem Bereich kam es in einem Streifen vom Niederrhein bis nach Franken zu stundenlangem Eisregen, während nördlich davon ein massives Schneefallgebiet verbreitet mehr als 30 Zentimeter, in der östlichen Landesmitte regional sogar über einen halben Meter Schnee brachte. Starker Wind türmte die Schneemassen zudem im Norden teils zu meterhohen Schneewehen auf und legte den Straßen- und Schienenverkehr tagelang lahm.

 

Nach dem vor allem in der Landesmitte sehr trüben Januar brachte der Februar von der Monatsmitte an überall die Sonne zurück. So sticht der Monat mit rund einem Drittel mehr Sonnenstunden deutlich aus dem Mittel der Vergleichsjahre heraus. Dabei war es am Alpenrand mit fast 150 Sonnenstunden am sonnigsten, am häufigsten grau zeigten sich dagegen das Emsland und die Gebiete rund um die Nordsee. Unterm Strich erreichte der Februar 2021 Rang 5 der sonnenscheinreichsten Februarmonate der letzten 30 Jahre.

 

Beitrag→ Jürgen Vollmer


Januar 2021

Grauer und nasser Wintermonat

Die erste Monatshälfte prägten ziemlich kalte Tage mit frostigen Nächten

Foto→ Maik Piecha
Foto→ Maik Piecha

In den Mittelgebirgen und den Alpen hat der Januar für viel Schnee gesorgt. Im Flachland bildete sich dagegen nur phasenweise eine Schneedecke. Tiefs brachten viel Regen und zwischendurch kräftigen Wind. Die Sonne hingegen suchte man meist vergebens. In mittleren bis höheren Lagen präsentierte sich der Januar äußerst schneereich. Die Folgen waren insbesondere im Mittelgebirgsraum winterliche Straßenverhältnisse mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen.

Mit 0,6 Grad lag das landesweite Monatsmittel um 0,3 Grad unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Die erste Monatshälfte prägten ziemlich kalte Tage mit frostigen Nächten. Den tiefsten Wert meldete Oberstdorf am 11. Januar mit minus 19,5 Grad. Ab dem zweiten Monatsdrittel schaufelten Tiefs wiederholt milde Atlantikluft nach Mitteleuropa. Zeitweise wehte ein Hauch von Vorfrühling durchs Land. Die höchste Temperatur des Monats wurde mit 15,6 Grad am 22. Januar in Emmendingen-Mundingen nördlich von Freiburg gemessen. Vor allem in den Bergen herrschte meist Winterwetter mit viel Schnee. Wegen der Corona-Pandemie konnte der Wintertourismus davon aber nicht profitieren. Auch abseits der Bergregionen lösten im Flachland kurze Schnee-Episoden hin und wieder Winterfreude aus. Zwischendurch wehte zudem ein ruppiger Wind. Sturmtief GORAN richtete am 21. Januar im Westen und Norden Deutschlands Schäden an. Der Monat endete mit starkem Tauwetter und Hochwasser in der Südwesthälfte, während sich im Nordosten Frostluft mit Schneefällen breitmachte.

Tiefdruckgebiete brachten immer wieder Regen, im Bergland fiel vorwiegend Schnee. Hinsichtlich der Niederschlagssummen zeigte sich der Januar viel nasser als die vorangegangenen Monate. Mit rund 75 Liter pro Quadratmeter kam etwa ein Fünftel mehr Niederschlag als im Klimamittel zusammen. Besonders zum Monatsende hin regnete es in der Südwesthälfte ergiebig. Regional fielen in nur 2 Tagen mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Mit rund 87 Liter verzeichnete Todtmoos im Südschwarzwald am 28. Januar den höchsten Tagesniederschlag. Mit einer Gesamtmenge von über 300 Liter pro Quadratmeter war der Schwarzwald zugleich die niederschlagsreichste Region Deutschlands. Dort sowie im Allgäu türmte sich außerdem die Schneedecke auf über 1 Meter auf. Im Flachland bildete sich dagegen nur vorübergehend und gebietsweise eine geschlossene Schneedecke, beispielsweise am 17. Januar. Im Rheinland war es die erste in diesem Winter. Am 29. Januar wurden dann der Norden und Osten des Landes weiß.

Die Sonne machte sich im Januar insgesamt sehr rar. Entweder lenkten Tiefs wolkenreiche Luft zu uns oder es hielten sich während kurzer Hochdruckwetterlagen zähe Nebel- und Hochnebelfelder. Daher summierte sich die Sonnenscheindauer im landesweiten Durchschnitt nur auf rund 30 Stunden, das entspricht etwa der Hälfte des langjährigen Mittels. Besonders trüb mit gerade einmal 10 Sonnenstunden zeigten sich Regionen in der Landesmitte. Am längsten schien die Sonne mit etwa 40 Stunden südlich des Mains, im Saarland und in Bremen.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


Wetterrückblick 2020


Jahresrückblick

Zweitwärmstes Jahr seit 1881

In Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung

Grafik→ Wetter Online
Grafik→ Wetter Online

Das Jahr 2020 geht als zweitwärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn in die Geschichte ein. Außerdem war es ungewöhnlich trocken. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Global sieht es zumindest hinsichtlich der Temperatur ähnlich aus. Das Jahr 2020 ist das zweitwärmste seit Messbeginn. Die vergangenen zehn Jahre waren die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,4 Grad ist das Jahr 2020 das zweitwärmste in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Bisheriger Spitzenreiter ist das Jahr 2018 mit einer mittleren Temperatur von 10,5 Grad. Es ist nun das zehnte Jahr in Folge, in dem die Temperatur das vieljährige Mittel übertrifft. Gegenüber der Vergleichsperiode von 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 1,5 Grad. Bis auf den Mai fielen alle Monate überdurchschnittlich warm aus. Das Jahr startete bereits mit einem "Winter ohne Winter". Schnee war selbst in den Bergen Mangelware. Mitte Februar wurde im Südwesten schon die 20-Grad-Marke geknackt. Das Frühjahr und der Sommer lagen ebenfalls oberhalb der Durchschnittswerte der vergangenen 30 Jahre, besonders warm fiel der August aus. Teile Norddeutschlands meldeten so viele Hitzetage wie noch nie. Die hochsommerlichen Temperaturen hielten bis in den Herbst hinein an.

Ähnlich wie in den Vorjahren hat es auch 2020 mit 710 Litern auf den Quadratmeter weniger als üblich geregnet. Damit waren von den letzten 10 Jahren 9 überdurchschnittlich trocken, nur 2017 war feuchter als das Mittel. Das Defizit der vergangenen Jahre konnte somit nicht ausgeglichen werden. Vor allem die Monate März bis Mai gestalteten sich ungewöhnlich trocken, in diesem Zeitraum fiel nur etwa die Hälfte des mittleren Niederschlages. Staubtrockene Böden und Waldbrände waren die Folge. Mit 710 Litern pro Quadratmeter ist 2020 ein weiteres überdurchschnittlich trockenes Jahr. Im Mittel regnete es etwa 110 Liter mehr als im Dürrejahr 2018. Dabei gab es regional große Unterschiede: Die höchsten Jahresmengen kamen mit bis zu 2000 Liter pro Quadratmeter im Schwarzwald und an den Alpen zusammen. Am trockensten blieb es in vielen Teilen Nordostdeutschlands, wo noch nicht einmal 500 Liter pro Quadratmeter niedergingen. In vielen Regionen konnten sich tiefere Bodenschichten nicht von der Dürre erholen. So verzeichnet das Landesumweltamt in NRW Ende November bei gut zwei Drittel der Messstellen zum Wasserspeicher niedrigere Werte als im Vorjahr.

 

Die Karte zeigt in Rottönen eine extreme bis außergewöhnliche Dürre in knapp zwei Meter Tiefe.
Quelle→ UFZ-Dürremonitor / Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Mit 1901 Sonnenstunden ist 2020 das viert sonnigste Jahr seit Messbeginn der Sonnenscheindauer im Jahre 1951. Über 2000 Stunden schien die Sonne vor allem im Süden. Mit rund 2250 Stunden verzeichnete eine Wetterstation bei Kaufbeuren im Allgäu die meisten Sonnenstunden. Vergleichsweise sonnenscheinarm blieb es dagegen in der norddeutschen Tiefebene. In Glücksburg in Schleswig-Holstein wurden nur etwa 1500 Sonnenstunden registriert. Auch die Mittelgebirge gehörten naturgemäß zu den sonnenscheinärmsten Regionen. Global gesehen wird sich das Jahr in die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn einreihen. Derzeit ist es sogar in etwa gleichauf mit dem bisher wärmsten Jahr 2016. Die endgültigen Daten liegen hier jedoch erst zu Beginn 2021 vor. Nach dem Stand von Ende Dezember ist das Jahr 2020 etwa 1,2 Grad wärmer als in der vorindustriellen Zeit von 1850 bis 1900. Klimaforscher gehen davon aus, dass auch das 2021 zu einem der wärmsten gehören wird und dies, obwohl sich im Pazifik eine La Niña Phase durch kältere Oberflächentemperaturen bemerkbar macht.

Beitrag→ Verena Leyendecker


Dezember 2020

Teils große Wetterunterschiede

Zudem gab es kaum Schneefälle

Foto→ Volker Eschenbach
Foto→ Volker Eschenbach

Der Wintermonat ist gebietsweise sehr unterschiedlich verlaufen. Während für die einen der Monat grau und nass in Erinnerung bleibt, war er für die anderen so sonnig wie lange nicht. Zudem gab es kaum Schneefälle.

Der Dezember war mit einer Mitteltemperatur von 3,0 Grad rund 1,3 Grad wärmer als das langjährige Mittel von 1990 bis 2019. Große Kaltlufteinbrüche blieben aus. Stattdessen strömte besonders zur Monatsmitte oftmals milde Luft nach Deutschland. Die Höchstwerte lagen verbreitet im zweistelligen Bereich. An manchen Stationen wurden neue Monatsrekorde aufgestellt wie zum Beispiel in Andernach bei Koblenz mit einem neuen Höchstwert von 15,6 Grad. Die höchste Temperatur wurde allerdings in Müllheim (Baden) mit 16,6 Grad gemessen.  Die niedrigste Temperatur wurde in der Nacht zum 25. Dezember auf der Zugspitze mit minus 11,1 Grad gemessen. In der Südhälfte war es insgesamt frostiger. Dies spiegelt sich vor allem in der Anzahl von Frosttagen wider. Im Süden gab es verbreitet mehr als 15 Frosttage. Im Norden waren es meist 5 bis 10 Tage, an denen Tiefstwerte unter 0 Grad lagen.

Vielen blieb der Monat aber wohl eher grau in Erinnerung. Besonders im Süden und Norden wurden nur rund 50 Prozent der durchschnittlichen Anzahl an Sonnenstunden gemessen. Hermaringen-Allewind in Baden-Württemberg kam gerade einmal auf 8,1 Sonnenstunden im gesamten Monat. Grund dafür war unter anderem hartnäckiger Nebel- und Hochnebel, der sich über längere Zeit halten konnte. Es gab aber auch Ausnahmen wie die meisten Regionen im Osten. Dort haben einige Wetterstationen überdurchschnittlich viel Sonne gemessen. Die Stadt Hoyerswerda verzeichnete sogar über 70 Stunden. Auch auf den Bergen war es über dem Nebel sehr freundlich. Die hohe Anzahl an Sonnenstunden spiegelt sich auch in den aufgetretenen Niederschlägen wider. So wurden im Osten lediglich 15 bis 40 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags erreicht. Auch in Teilen der Mitte und im Süden Bayerns regnete es im Vergleich zum langjährigen Mittel weniger. Ganz anders sah es im Südwesten aus. In den meisten Regionen fielen dort 30 Prozent mehr Regen als im Durchschnitt. Nennenswerten Schnee gab es nur am Monatsanfang und -ende in den Bergen.

Die unterschiedliche Verteilung der Niederschläge kam vor allem durch die Lage der Hoch- und Tiefdruckgebiete zustande. Ein markantes Hochdruckgebiet über Osteuropa blockte die meisten Regenwolken der atlantischen Tiefs über längere Zeit ab. Die Niederschläge kamen meist nur bis zur Landesmitte voran und lösten sich anschließend auf. Im Mittel kamen im letzten Monat des Jahres knapp 55 Liter pro Quadratmeter zusammen.

Beitrag→ Sebastian Keßler


November 2020

Mild, sehr sonnig und trocken

In der ersten Monatshälfte gab es sogar neue Wärmerekorde

Foto→ Freepik @Wirestock
Foto→ Freepik @Wirestock

Viel Sonne und nur wenig Regen - der November 2020 hat seinem Namen als grauer und nasser Monat kaum Ehre gemacht. In der ersten Monatshälfte gab es sogar neue Wärmerekorde. Unten grau, oben blau - der November war von zahlreichen Inversions-Wetterlagen geprägt. Während sich in der ersten Monatshälfte noch vielfach die Sonne zeigte, kam nach Monatsmitte in den Tälern Nebel mit ins Spiel. Insbesondere die erste Monatshälfte war örtlich über fünf Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. In der zweiten Monatshälfte wurde die positive Abweichung durch sehr kühle Tage aber etwas gedrückt.

Mit einer Mitteltemperatur von 6,0 Grad war der November 1,2 Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Durch die zahlreichen Hochdruck-Wetterlagen und die damit verbundenen Inversionen stechen vor allem die Berge mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen heraus. Am 2. wurden mit Temperaturen über 20 Grad verbreitet neue Wärmerekorde für November aufgestellt. Am mildesten war es mit 24,0 Grad in Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Die kälteste Nacht gab es am 30. mit minus 9 Grad rund um Nürnberg. Besonders im Süden und Osten gab es verbreitet 10 bis 15 Frosttage. In Reit im Winkl zeigte das Thermometer sogar an 24 Tagen Werte unter dem Gefrierpunkt an. Komplett ohne Frost verlief der November hingegen an der Nordsee und teils auch an der Ostsee. Die letzten Tage des Monats bescherten manchen Regionen sogar die ersten Eistage. Im Nebel schafften die Temperaturen so kaum noch den Sprung über die 0-Grad-Marke. Im Bayerischen Wald und in Südbayern blieb es mancherorts an 3 bis 5 Tagen bei Dauerfrost.

Die meisten Novembertage verliefen komplett trocken. Insgesamt kamen im Schnitt nur knapp 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen. Dies sind 45 Liter weniger als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Somit gehört der Monat auch zu den trockensten seit 1990. Nennenswerte Regenmengen gab es nur an der Nordsee sowie naturgemäß in den Mittelgebirgen. Besonders im Osten blieb es mit vielfach unter 10 Liter sehr trocken. Rund um Magdeburg reichte es sogar nur für rund 3 Liter.

In Nordrhein-Westfalen, Sachsen sowie in den Mittelgebirgen und Alpen ist der November ausgesprochen sonnig gewesen. Mit durchschnittlich 85 Stunden Sonnenschein war es der zweitsonnigste seit 30 Jahren. Durch die vielen Hochdruckwetterlagen schien die Sonne in den Bergen am längsten. So konnten auf der Zugspitze über 200 Sonnenstunden gemessen werden. Trüber blieb es hingegen im Nordosten sowie teils entlang der Donau. So reichte es in Greifswald lediglich für 40 Stunden Sonnenschein. Mit 85 Stunden Sonne geht der November als zweitsonnigster seit 30 Jahren in die Geschichtsbücher ein. Blau und Grau waren dabei allerdings sehr unterschiedlich verteilt.

Beitrag→ Björn Goldhausen


Oktober 2020

Wenig Sonne und reichlich Regen

Zwischendurch wehte sogar ein Hauch vom Spätsommer durchs Land

Foto→ Jutta Schütz
Foto→ Jutta Schütz

Ausgesprochen wechselhaft und vielfach sehr nass hat sich der Oktober gezeigt. Oftmals hatten Tiefs mit wolkenreicher und zeitweise sehr milder Atlantikluft das Sagen. Dazwischen gab es auch kurze goldene Phasen, davon profitierten aber nur wenige Regionen. Trotz trüber Regentage erlebte man im Oktober auch goldene Momente, wie hier im Markgräflerland im Südwesten Baden-Württembergs. Zwischendurch wehte sogar ein Hauch vom Spätsommer durchs Land. Der Oktober 2020 war knapp ein Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Etwas wärmer fielen die vergangenen drei Jahre aus.

Mit 10,2 Grad lag das landesweite Monatsmittel um 0,8 Grad über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Der Oktober begann angenehm warm mit Spitzenwerten um 20 Grad und milden Nächten. Mit 24,6 Grad meldete Kiefersfelden-Gach im oberbayerischen Landkreis Traunstein am 3. Oktober den bundesweit höchsten Wert. Dort und generell an den Nordseiten der Gebirge ließ Föhn die Temperaturen rasch ansteigen. Erst nach dem 10. Oktober drehte der Wind auf Nord bis Nordost. Damit strömte spürbar kühlere Luft ein, sodass man eine dicke Jacke brauchte. In den Frühstunden zeigte das Thermometer besonders im Südosten und Osten Frost bis minus 4 Grad an, recht verbreitet gab es bei oft sternklarem Himmel Bodenfrost. Die tiefste Temperatur registrierte Oberstdorf mit minus 4,4 Grad am 14. des Monats. Im letzten Oktoberdrittel lenkten Atlantiktiefs wieder Warmluft zu uns. So wurden beispielsweise am 21. und 22. Oktober am Rhein und an seinen Nebenflüssen 20 Grad und mehr erreicht. Zum Monatsende floss dann wieder frischere Atlantikluft ein.

Hinsichtlich der Regensummen zeigte sich der Oktober viel nasser als der September. Mit rund 75 Liter pro Quadratmeter kam etwa ein Fünftel Niederschlag mehr als im Klimamittel zusammen. Besonders in der ersten Monatshälfte regnete es ergiebig. Das Adriatief GISELA brachte beispielsweise der Osthälfte am 13. und 14. Oktober teils so viel Regen, dass die durchschnittliche Monatsmenge schon erreicht wurde. Mit rund 64 Liter verzeichnete Wernigerode-Schierke im Harz dabei die höchste Tagessumme. Hochwasser an einigen Flüssen war die Folge.  In den Alpen und in den Hochlagen der Mittelgebirge schaute zur Monatsmitte der Frühwinter mit Schnee vorbei. Anschließend brachten uns Hochs oft trockene Tage. Zum Monatsausklang überquerten uns erneut Tiefausläufer mit viel Regen. Im Westen und Norden gesellten sich sogar kräftige Gewitter dazu. Die höchsten Summen fielen im Monatsverlauf mit über 200 Liter pro Quadratmeter im Südschwarzwald und Harz. Dagegen reichte es an der Ostseeküste oder im Windschatten der Mittelgebirge, wie im Hunsrück oder Sauerland, gerade mal für 30 Liter.

 

Im Oktober 2020 fiel mit etwa 75 Liter Regen pro Quadratmeter etwas mehr als im langjährigen Mittel. Ähnlich nass war es auch in den Jahren 2017 und 2019.

Die Sonne machte sich insgesamt rar. Entweder lenkten Tiefs wolkenreiche Luft zu uns oder während der kurzen Hochdruckwetterlagen hielten sich zähe Nebel- und Hochnebelfelder. Daher summierte sich die Sonnenscheindauer nur auf rund 70 Stunden, das ist weniger als zwei Drittel des langjährigen Mittels. Besonders trüb mit 40 Sonnenstunden zeigten sich die westlichen Mittelgebirgsregionen wie das Sauerland oder der Hunsrück. Am längsten schien die Sonne mit etwa 100 Stunden an den Küsten und im Alpenvorland. Die Ausbeute an Sonnenstunden war mager: Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren war es der sonnenscheinärmste Oktober nach 1998 und 2016.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


September 2020

Sehr sonnig, warm und trocken

Von den Spitzenreitern der vergangenen 30 Jahre war aber auch er noch weit entfernt

Foto→ Freepik @master1305
Foto→ Freepik @master1305

Der September ist ein sehr sonniger und relativ trockener Monat gewesen. Der Spätsommer zeigte sich noch wochenlang mit Spitzenwerten bis fast 35 Grad. Erst zum Monatsende setzte sich teils herbstliches Wetter mit ergiebigen Regenfällen und sogar Schnee durch. Von den Spitzenreitern der vergangenen 30 Jahre war aber auch er noch weit entfernt.

Mit 14,8 Grad war der September im deutschlandweiten Mittel ein Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Besonders in den ersten 3 Wochen gab es unter Hochdruckeinfluss häufig spätsommerliche Wärme. Im Südwesten wurden bis zu 18 Sommertage gezählt. Zur Monatsmitte wurde es sogar nochmals hochsommerlich. Am heißesten war es am 15. September mit 34,8 Grad in Trier. Teils sehr frisch waren die Nächte in der zweiten Monatshälfte. Am 28. September wurde im Zollernalbkreis mit minus 2 Grad die tiefste Temperatur des Monats gemessen. Der September 2020 ist überdurchschnittlich warm gewesen.

Im September fielen im Durchschnitt fast 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Der Monat war damit deutlich trockener als im langjährigen Mittel. Nach wochenlanger Trockenheit brachten erst Richtung Monatsende Tiefs vom Atlantik ergiebige, flächendeckende Regenfälle. In den Alpen und in den Mittelgebirgen schneite es dabei auch zum ersten Mal. Am nassesten war es mit mehr als 150 Liter Regen in Teilen des Südschwarzwaldes und an den Alpen. Zu den trockensten Gebieten zählte neben Hessen der äußerste Norden Deutschlands.

Im ersten Herbstmonat gab es in Deutschland sehr viel Sonnenschein. Vor allem in der ersten Monatshälfte trübten nur wenige Wolken den Himmel, Richtung Monatsende wurden es dann mehr. Durchschnittlich schien die Sonne dennoch mehr als 200 Stunden lang, was fast 7 Stunden pro Tag entspricht. Das Monatsmittel der vergangenen 30 Jahre liegt bei rund 150 Stunden. Die sonnigsten Regionen lagen in Thüringen und Sachsen. Der Monat gehörte zu den sechs sonnigsten Septembermonaten der vergangenen drei Jahrzehnte.

Beitrag→ Dennis Oswald


August 2020

Erste Hälfte mit Hitzewelle dann sehr kalt

In den Alpen gab es in den ersten Monatstagen sogar einen Wintereinbruch mitten im Sommer

Foto→ Rodelbahn Zugspitze
Foto→ Rodelbahn Zugspitze

Hitzewelle, Sommersturm und Regengüsse: Der August 2020 ist sehr vielfältig gewesen. Mancherorts gab es sogar Hitzerekorde. Trotz kräftiger Gewittergüsse mit Unwettern und Dauerregen verschärfte sich die Trockenheit in einigen Regionen. Die ersten drei Augustwochen waren hochsommerlich. Eine Hitzewelle mit Spitzenwerten weit über 30 Grad überrollte fast das ganze Land. Besonders in den Ballungsräumen war es mit Temperaturen teils über 35 Grad unerträglich. In den Hochlagen der Alpen gibt es in den ersten Monatstagen sogar einen Wintereinbruch mitten im Sommer. Auf der Zugspitze fallen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bis zu 30 Zentimeter Neuschnee.

Mit 19,9 Grad war der August im Mittel zwei Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. Besonders in den ersten drei Wochen trumpfte der Hochsommer auf, da Hochdruckeinfluss mit Mittelmeerluft überwog. Teile Norddeutschlands meldeten mit Spitzenwerten über 30 Grad so viele Hitzetage wie noch nie, in Hamburg gab es beispielsweise 11 Hitzetage. Der heißeste Tag mit 38,6 Grad war der 9. August in Trier-Petrisberg. Das war zugleich auch der heißeste Ort in diesem Sommer. Zudem gab es viele tropische Nächte mit Tiefstwerten über 20 Grad, das war besonders in den Ballungsräumen an Rhein, Ruhr und Main vom 10. bis 14. August der Fall. Die tiefste Temperatur meldete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit 3,5 Grad am 5. des Monats. Zum Monatsausklang wurden bei klarem Himmel Tiefstwerte von 10 bis 7 Grad gemessen.

Nach einem meist trockenen Juli regnete es im August in vielen Regionen endlich wieder ausgiebiger. Mit rund 90 Liter pro Quadratmeter fiel sogar etwa 15 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Die höchste Tagesmenge mit 152 Liter Regen pro Quadratmeter verzeichnete am 3. August der Ort Aschau-Innerkoy im Chiemgau. Im Alpenvorland führten einige Flüsse Hochwasser. Auf den ganzen August bezogen kam der meiste Regen mit 200 bis 350 Liter am Alpenrand zusammen. Im August fiel etwas mehr Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. Von den Mengen her ist er mit den Jahren 2011, 2014 und 2017 vergleichbar. Der nasseste August mit 162 Liter ist jener aus dem Jahre 2010. Zudem entluden sich einzelne starke Gewitter, die punktuell über 50 Liter Regen in kurzer Zeit hinterließen, unter anderem in den Mittelgebirgen und im Ruhrgebiet. Mancherorts standen Straßen, Unterführungen und Keller unter Wasser. Doch die lang ersehnten Regenfälle überquerten uns erst in den letzten Augusttagen. Zum Monatsausklang gingen auch im zuvor vom Niederschlag ausgesparten Norden und Osten Deutschlands bedeutsame Mengen nieder. Tief KIRSTEN brachte am 16. August Dauerregen, verursachte jedoch auch Sturmschäden. Mit Tief MARLIS wenige Tage später gingen von Franken bis nach Sachsen 40 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Ab 2000 Meter Höhe schneite es in den Alpen zum Teil ordentlich. Allerdings gab es auch Regionen, die fast leer ausgingen. Im westlichen Saarland und am Niederrhein fielen im Monat lokal gerade einmal 15 Liter pro Quadratmeter.

Der August war besonders im Norden sonnenscheinreich. Beim Sonnenschein gab es keine großen Auffälligkeiten. Im Bundesdurchschnitt schien die Sonne mit 220 Stunden nur etwas mehr als in den Jahren zuvor. "Überstunden" leistete sie vor allem vom Norddeutschen Tiefland bis zur Ostseeküste, wo örtlich 290 sonnige Stunden gezählt wurden. Etwa 100 Stunden weniger zeigte sie sich im Sauerland.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


Juli 2020

Sommermonat voller Kontraste

Der Juli ist nach dem Mai der zweite unterdurchschnittlich temperierte Monat seit einem Jahr gewesen

Foto→ Sebastian Goette
Foto→ Sebastian Goette

Der Sommermonat Juli hat sich zeitweise sehr launisch präsentiert. Bei den Temperaturen und den Regenmengen gab es zum Teil große Unterschiede. Vor allem nach Norden hin beeinflussten immer wieder Tiefs mit Regengüssen das Wetter. Hochs haben im Juli besonders dem Süden Deutschlands wiederholt Sonne und Hitze beschert. Dagegen zeigte sich der Norden unterkühlt, aber regenreich. Zeitweise war es auch nachts ungewöhnlich frisch. Erst zum Monatsausklang stellte sich fast landesweit heißes Hochsommerwetter ein. Der Juli ist nach dem Mai der zweite unterdurchschnittlich temperierte Monat seit einem Jahr gewesen. Letztmals schaffte dies der Juli 2011, der mit 16,1 Grad noch knapp zwei Grad frischer war als der diesjährige.

Mit 17,9 Grad ist der Juli im Mittel 0,6 Grad kühler als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre gewesen. Es gab aber große Temperaturkontraste: Tiefs brachten vor allem dem Norden oft wolkenreiche und kühle Meeresluft. Dagegen konnte der Sommer im Süden immer wieder auftrumpfen. Dort war es nach der Monatsmitte durchweg warm mit auch heißen Tagen. Am 31. Juli ging es im südbadischen Rheinfelden sogar bis auf 38,5 Grad hinauf. Die tiefste Temperatur meldete am 12. Juli Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit 1,1 Grad und leichtem Bodenfrost.

Nach einem ziemlich nassen Juni zeigte sich der Juli in vielen Regionen wieder sehr trocken. Mit rund 50 Liter pro Quadratmeter reichte es im Landesmittel nur für etwa zwei Drittel der durchschnittlichen Regenmenge. Die Niederschläge waren jedoch ungleich verteilt. Ausreichend Regen fiel im Küstenumfeld sowie am Alpenrand. Besonders südlich der Donau bildeten sich im ersten und letzten Monatsdrittel immer wieder kräftige Gewitter, die von Starkregen und teils bis zu 4 Zentimeter großen Hagelkörnern begleitet wurden. Die höchste Tagesmenge mit fast 97 Liter Regen pro Quadratmeter meldete Murnau am Staffelsee in Oberbayern. Auf den ganzen Juli bezogen kam der meiste Regen mit 240 Liter in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen zusammen. Vom Saarland und vom Oberrhein bis nach Franken und Sachsen verschärfte sich dagegen die Trockenheit, sodass sich die Blätter erster Bäume verfärbten. Dort wurden im gesamten Monat gebietsweise nur knapp 10 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Zudem brachen kleinere Wald- und Flurbrände aus. Im Juli ist im Landesdurchschnitt recht wenig Regen zusammengekommen. Er gehörte damit zu den fünf trockensten Juli-Monaten der vergangenen 30 Jahre.

Beim Sonnenschein waren die Unterschiede ebenfalls groß. Im Bundesdurchschnitt schien die Sonne mit 230 Stunden nur etwas mehr als in den Jahren zuvor. "Überstunden" leistete sie vor allem im Westen und in der Mitte Baden-Württembergs sowie dem westlichen Bayern, wo örtlich 320 sonnige Stunden gezählt wurden. Oft bewölkt und fast schon herbstlich zeigten sich viele Regionen von den Küsten bis zu den Mittelgebirgen. So wurden beispielsweise in weiten Teilen Schleswig-Holsteins nur rund 150 Sonnenstunden registriert. Der Juli ist besonders im Westen und in Teilen Süddeutschlands sehr sonnig gewesen. Insgesamt war er durchschnittlich.

Beitrag→ Tommy Kühnlein


Juni 2020

Ein ganz normaler Sommermonat

Nach dem sehr trockenen Frühjahr brachte der Juni endlich reichlich Regen

Foto→ Achim Otto
Foto→ Achim Otto

Der Juni hat sich dieses Jahr nach den zwei vergangenen Hitzesommern als typisch mitteleuropäischer Sommermonat präsentiert. Allerdings gab es beim Sonnenschein und Regen regional große Unterschiede.

Mit einer Mitteltemperatur von 16,8 Grad ist der Juni ein halbes Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre gewesen. Dennoch war es damit der "kühlste" Juni seit fünf Jahren. Nach einer ausgeprägten Schafskälte zum Monatsanfang kletterten die Temperaturen langsam und erreichten zum Ende des Monats teils hochsommerliches Niveau. Die Temperaturspanne reichte von Bodenfrost am 1. Juni bis hin zu 34 Grad am 14. Juni in Coschen in Brandenburg. Im Mittel war der Monat in Berlin mit 19,5 Grad am wärmsten.

Nach dem sehr trockenen Frühjahr brachte der Juni endlich reichlich Regen. Mit im Durchschnitt rund 90 Liter pro Quadratmeter fiel etwas mehr als im Mittel. Am nassesten war es im Allgäu mit teils über 300 Liter. Die höchsten Tagesmengen wurden aber bei Gewittern in Ostdeutschland erreicht. Spitzenreiter war Klein Germersleben in Sachsen-Anhalt mit 133 Liter am 13. Juni. Schwere Überflutungen waren die Folge. Es gab aber auch Regionen, an denen alle Regengüsse vorbeizogen. In Golßen südlich von Berlin kamen so insgesamt nur 10 Liter zusammen.

Beim Sonnenschein gab es große Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland. Mit rund 300 Stunden schien die Sonne in Sankt Peter-Ording, Kiel und auf Rügen knapp doppelt so lang wie in den Bayerischen Alpen und im Südschwarzwald. Im Mittel kamen landesweit 215 Sonnenstunden zusammen und damit etwa genauso viele wie im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Nachts ermöglichte der wolkenarme Norden dabei oft die Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken.

Beitrag→ Denis Möller


Mai 2020

Sehr trocken, kühl und sonnig

Zum ersten Monat mit unterdurchschnittlichen Temperaturen seit genau einem Jahr

Foto→ Michael Häbler
Foto→ Michael Häbler

Besonders die frischen Nächte machten den Mai zum ersten Monat mit unterdurchschnittlichen Temperaturen seit genau einem Jahr. Dazu gab es viel Sonnenschein und verbreitet blieb es sehr trocken. Die Eisheiligen kamen in diesem Jahr pünktlich. Neben Nachtfrost rieselten in den Mittelgebirgen sogar noch mal Flocken.

Mit einer Mitteltemperatur von 11,9 Grad ist der Mai 1,3 Grad kälter als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre gewesen. Die Eisheiligen machten ihrem Namen alle Ehre. Am 11. gab es landesweit einen Temperatursturz von bis zu zwanzig Grad. Die tiefste Temperatur mit minus 5,1 Grad wurde am 12. in Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald gemessen. Insgesamt gab es im Mai mancherorts mehr Tage mit Bodenfrost als im Januar oder Februar. Erst im letzten Monatsdrittel wurde es zeitweise deutlich wärmer, wie am 22. mit 29,0 Grad in Kleve am Niederrhein. Der Mai 2020 ist der erste unterdurchschnittlich temperierte Monat seit einem Jahr. Letztmals schaffte dies der Mai 2019, der mit 10,9 Grad noch ein Grad frischer war als der diesjährige.

Nach dem sehr trockenen April blieb auch der Mai deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Schnitt reichte es nur für 39 Liter Regen pro Quadratmeter. Dies sind rund dreißig Liter weniger als in einem durchschnittlichen Wonnemonat. Die regionalen Unterschiede waren allerdings groß: Während am Alpenrand nicht selten mehr als 150 Liter zusammenkamen, blieb es in der Nordwesthälfte sehr trocken. So reichte es in Teilen von Nordrhein-Westfalen, wie zum Beispiel in Dormagen, für nur wenig mehr als 5 Liter Regen.

Beim Sonnenschein machte der Mai da weiter, wo der April aufgehört hat. Die Sonne schien mit knapp 240 Stunden überdurchschnittlich lange. Besonders die Küstenregionen und der Westen des Landes stechen aber heraus. Dort reichte es für mehr als 280 Sonnenstunden. Deutlich seltener zeigte sich der blaue Himmel am Alpenrand, im Bayerischen Wald und im Erzgebirge. Vielfach konnten dort lediglich 150 Sonnenstunden gemessen werden.

Beitrag→ Björn Goldhausen


April 2020

Rekordsonnig und sehr trocken

So fielen die Nächte meist unterdurchschnittlich kalt aus, während die Tage warm waren

Foto→ pixabay
Foto→ pixabay

Blauer Himmel von früh bis spät und kaum ein Tropfen Regen. So präsentierte sich der April in weiten Teilen. Ein neuer Sonnenscheinrekord war die Folge. Trotz vielfach kalter Nächte endet der Monat im Schnitt überdurchschnittlich warm. Staubige Felder, der ausbleibende Regen machte Hobbygärtnern und Landwirten zu schaffen.

Mit einer Mitteltemperatur von 10,5 Grad ist der April überdurchschnittlich warm ausgefallen. Im Vergleich zum Mittel der vergangenen 30 Jahre war es 1,6 Grad wärmer. Aufgrund der vielen Hochs brachte der Monat große Unterschiede zwischen Nacht und Tag: So fielen die Nächte meist unterdurchschnittlich kalt aus, während die Tage warm waren. Mit mehr als fünf Grad gab es die größten positiven Abweichungen in den Mittelgebirgen. Gleichzeitig war es im Nordosten und in einigen Tälern kaum ein Grad wärmer als im Mittel. Am wärmsten war es am 17. in Waghäusel-Kirrlach nördlich von Karlsruhe mit 26,5 Grad. Dort zeigte das Thermometer an insgesamt acht Tagen Werte von über 25 Grad an. Die tiefste Temperatur im Flachland wurde gleich zu Monatsbeginn in Bad Königshofen in der Röhn mit minus 11 Grad gemessen. Im ganzen Monat gab es besonders in der Nordosthälfte verbreitet mehr Tage mit Frost als im Dezember, Januar oder Februar. In Sohland an der Spree fror es an insgesamt 23 Tagen. Mancherorts gab es sogar fast jeden Morgen Bodenfrost.

Mit rund 17 Liter Regen pro Quadratmeter war der April der dritttrockenste seit Messbeginn. Bei einem häufig böigen Ostwind trockneten die Böden oberflächlich rasch aus. In der Folge stieg die Waldbrandgefahr stark an. Regional kam es auch zu größeren Feuern. Bis zum 27. blieb es in weiten Landesteilen fast komplett trocken. Erst in den letzten Monatstagen wurde es wechselhafter. Viel Regen kam dabei allerdings fast nur am Alpenrand zusammen. Dort reichte es am Ende verbreitet für mehr als 50 Liter.

Mit durchschnittlich über 290 Stunden Sonnenschein war der April der sonnigste seit Messbeginn. Im Schnitt sind dies über 160 Prozent der mittleren Sonnenscheindauer. Insgesamt gab es seit Beginn der Aufzeichnungen nur vier Monate mit mehr Sonnenschein. Dies waren der Mai 1989, der Juli 2006, der Juli 2018 und der Juni 2019. Absolut gesehen schien die Sonne in München mit rund 325 Stunden am längsten. Am wenigsten Sonne gab es in Oberstdorf mit 230 Stunden. Aber auch dort wurde der Durchschnittswert weit überschritten.

Beitrag→ Björn Goldhausen


März 2020

Ein Monat mit zwei Gesichtern

In einigen Landesteilen sank die Temperatur häufiger unter den Gefrierpunkt als im Dezember, Januar, Februar

Foto→ Wetter Online
Foto→ Wetter Online

Rein von den Zahlen verlief der März 2020 eher unspektakulär. Bei genauerer Betrachtung offenbart der Monat aber doch einige Besonderheiten. Verantwortlich hierfür waren komplett unterschiedliche Wetterlagen.

Die durchschnittliche Temperatur hat im März 5,3 Grad betragen. Damit war der Monat 0,6 Grad milder als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Am wärmsten war es mit Föhnunterstützung am 12. in Garmisch-Partenkirchen mit 22,3 Grad. Am 30. zeigte das Thermometer in Martinroda in Thüringen einen Tiefstwert von minus 10,4 Grad an. Im ganzen Winter wurden im Flachland keine Werte von unter minus 10 Grad gemessen. In einigen Landesteilen sank die Temperatur häufiger unter den Gefrierpunkt als im Dezember, Januar oder Februar.

Beim Niederschlag präsentierte sich der Monat sehr unterschiedlich. Während die erste Monatshälfte häufig nass verlief, kam in der zweiten verbreitet kaum noch Regen vom Himmel. Unterm Strich reichte es im Mittel für rund 50 Liter pro Quadratmeter. Dies sind 15 Liter weniger als im Durchschnitt. Die Niederschlagsverteilung war dabei sehr unterschiedlich: Im Schwarzwald kamen teils über 200 Liter zusammen, in Teilen von Sachsen-Anhalt waren es hingegen nur rund 15 Liter. Besonders in der zweiten Monatshälfte stieg die Waldbrandgefahr an.

Mit durchschnittlich über 170 Sonnenstunden gehört der März 2020 zu den sonnigsten der vergangenen 30 Jahre. Dies sind rund 50 Stunden mehr als in einem durchschnittlichen Monat. Besonders in der zweiten Monatshälfte präsentierte sich der Himmel vielfach strahlend blau. Im Süden sowie an der Nordsee reichte es örtlich sogar für rund 200 Stunden Sonnenschein. Mit unter 150 Stunden schien die Sonne im Nordosten Bayerns im Schnitt am seltensten. Aber auch dort war der Monat überdurchschnittlich sonnig.

Beitrag→ Björn Goldhausen


Februar 2020

Extrem mild und sehr nass

Dazu fiel wenig Schnee, dafür umso mehr Regen

Foto→ Wetter Online
Foto→ Wetter Online

Der nächste sehr milde Monat: 2020 hat es den zweitwärmsten Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gegeben. Dazu fiel wenig Schnee, dafür umso mehr Regen. Gebietsweise war es so nass wie noch nie in einem Februar.

Die Temperaturen schlagen im Winter 2020 fast alle Rekorde. Nach den schon sehr milden Monaten Dezember und Januar ist der Februar noch extremer ausgefallen. Mit einem landesweiten Durchschnittswert von plus 5,3 Grad war er fast vier Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Insbesondere im Osten und in Teilen Süddeutschlands betrug die Abweichung nach oben vielfach sogar fünf Grad und mehr. Am Oberrhein gab es örtlich an 20 Tagen im Februar zweistellige Plusgrade. Am wärmsten war es am 16. mit 21,5 Grad in Müllheim nahe Freiburg. Selbst auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, gab es gleich mehrere Tage mit Temperaturen über 0 Grad. Kaltluft konnte sich jeweils nur kurzzeitig durchsetzen. In eine solche Phase fiel auch der kälteste Tag am 6. Februar, als in Oberstdorf im Allgäu minus 14,7 Grad registriert wurden. Verantwortlich für die insgesamt hohen Temperaturen waren atlantische Tiefs, die immer wieder sehr milde Luft heranführten. Teils entwickelten sie sich zu kräftigen Stürmen, die auch schwere Schäden hinterließen, wie beispielsweise Orkan SABINE.

Die Tiefs brachten auch jede Menge Niederschlag, von dem das meiste als Regen herunter kam. Im Landesdurchschnitt fiel mit 125 Liter pro Quadratmeter mehr als doppelt so viel wie im langjährigen Mittel (knapp 52 Liter). Damit war es bundesweit der zweitnasseste Februar seit Aufzeichnungsbeginn, in vielen Regionen Norddeutschlands und im Saarland sogar der nasseste. Die höchsten Niederschlagsmengen wurden mit zum Teil mehr als 400 Liter im Schwarzwald gemessen. Am trockensten blieb es auf den abgewandten Seiten von Mittelgebirgen, wie dem Harz.

Schnee gab es dagegen im Februar vielerorts gar nicht. Einmal gegen Ende des Monats schneite es allerdings vor allem in den westlichen und südlichen Landesteilen bis ins Flachland. Die Sonne schien den Monat über besonders in der Nordhälfte sehr wenig. In einigen Orten in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein kamen nur 30 sonnige Stunden zusammen. Über deutlich freundlicheres Wetter durfte man sich hingegen von der Schwäbischen Alb bis ins Alpenvorland freuen. Dort gab es örtlich mehr als 120 Sonnenstunden.

Beitrag→ Dr. Bernd Maurer


Januar 2020

Sehr mild, trocken und sonnig

Dabei war es einer der trockensten seit zehn Jahren

Foto→ Wetter Online
Foto→ Wetter Online

Der Januar 2020 reiht sich in die Folge der überdurchschnittlich warmen Monate ein. Dabei war es einer der trockensten seit zehn Jahren. Besonders im Süden präsentierte sich der Monat zudem extrem sonnig.

Mit einer Mitteltemperatur von 3,3 Grad ist der Januar überdurchschnittlich mild ausgefallen. Dabei war es um zweieinhalb Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Besonders groß waren die Abweichungen nach oben im Nordosten. In einigen Tälern Süddeutschlands blieb es bei den Temperaturen durch die zahlreichen Inversionswetterlagen nur minimal überdurchschnittlich. Mit 16,0 Grad war es am 9. in Ohlsbach an der Badischen Weinstraße am wärmsten. Am 20. zeigte das Thermometer in Oberstdorf kalte -14,7 Grad. Unter dem Strich hatte der Monat mit Hochwinter wenig zu tun. In Teilen Schleswig-Holsteins blieb es sogar komplett frostfrei. Auch Eistage, an denen die Temperatur nicht den Sprung über die 0-Grad-Marke schafft, waren die absolute Ausnahme. Nur in den Mittelgebirgen und im Süden reichte es stellenweise an mehr als fünf Tagen für Dauerfrost. In vielen Regionen bildete sich an keinem Tag eine Schneedecke und selbst in den Mittelgebirgen blieben die Schneemengen kläglich. Häufig war es bis auf über 1000 Meter Höhe sogar komplett grün.

Mit durchschnittlich 45 Liter Niederschlag pro Quadratmeter war es einer der trockensten seit zehn Jahren. Im Mittel kamen nur rund 70 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge der vergangenen 30 Jahre zusammen. Während es an den Küsten und in der Landesmitte nicht selten überdurchschnittlich nass war, reichte es in Teilen Süddeutschlands kaum für 10 Liter. Am wenigsten fiel in Vogtsburg-Bischoffingen im südwestlichen Baden-Württemberg mit nur rund 6 Liter. Über 100 Liter prasselten hingegen in den Mittelgebirgen vom Himmel.

Beim Sonnenschein hätten die Unterschiede kaum größer ausfallen können. Im Schnitt schien die Sonne zwar rund 60 Stunden lang, im Nordwesten musste man sich allerdings mit weniger als 20 Sonnenstunden begnügen. Gleichzeitig war es vom Südschwarzwald bis zum Alpenrand mit teils deutlich über 100 Stunden ausgesprochen sonnig. Das ist mehr als doppelt so viel wie in einem durchschnittlichen Januar. Wie so häufig im Winter zeigte sich die Sonne absolut gesehen auf der Zugspitze mit über 170 Stunden am längsten.

Beitrag→ Björn Goldhausen


Wetterrückblick 2019


Jahresrückblick

Nächstes extrem warmes Jahr, knapp hinter 2018 und 2014

 

Ende Juli wurden die bisher gültigen Hitzerekorde sprichwörtlich "pulverisiert"

Foto→ Pixabay
Foto→ Pixabay

Das Jahr 2019 reiht sich in die Folge überdurchschnittlich warmer Jahre ein. Dabei war es nach 2018 und 2014 das drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zudem geht es etwas trockener und sonniger als im Schnitt zu Ende. Ende Juli wurden die bisher gültigen Hitzerekorde sprichwörtlich "pulverisiert".

Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,2 Grad ist das Jahr 2019 ein Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre gewesen. Knapp hinter 2018 und 2014 war es das drittwärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen vor über 140 Jahren. Abgesehen vom Mai fielen dabei alle Monate überdurchschnittlich warm aus. An rund 52 Tagen stieg die Temperatur im Landesmittel auf über 25 Grad. Dies sind 17 Tage mehr als im Durchschnitt. Über 30 Grad heiß war es im Schnitt an 17 Tagen, was zehn Tage mehr als im Mittel sind. Bei der Durchschnittstemperatur braucht sich das Jahr 2019 nicht hinter dem Rekordjahr 2018 zu verstecken.

 

Beim Regen unterscheidet sich das Jahr zum Glück von seinem Vorgänger: Mit im Schnitt rund 730 Liter Niederschlag pro Quadratmeter war es fast durchschnittlich feucht. Spitzenreiter beim Niederschlag waren der Alpenrand und der Schwarzwald. Dort kamen örtlich mehr als 2.000 Liter zusammen. In den Mittelgebirgen wurde die 1.000 Liter-Marke häufig überschritten. In Teilen Ostdeutschlands blieb es trockener. So kamen beispielsweise in Erfurt gerade einmal 350 Liter vom Himmel. Am Alpenrand fiel etwa ein Drittel dieser Menge allein am 28. Juli. Im Vergleich zum Vorjahr fiel im Jahr 2019 deutlich mehr Niederschlag. Dennoch bleibt es leicht hinter dem Durchschnitt zurück.

Mit über 1.800 Sonnenstunden gehört das Jahr zu den sonnigsten der vergangenen 30 Jahre. In der Südosthälfte kam 2019 teils sogar auf über 2.000 Stunden. Am sonnigsten war es in Rheinfelden unweit der Schweizer Grenze. Dort reichte es für über 2.100 Sonnenstunden. Im Nordwesten zeigte sich die Sonne hingegen am seltensten. In Wittmund bei Wilhelmshaven gab es nur rund 1.400 Sonnenstunden. Zu den sonnenscheinärmsten Regionen gehörten naturgemäß die Mittelgebirge, wie zum Beispiel das Sauerland. Dennoch war es auch dort überdurchschnittlich sonnig. Nach 2018 und 2003 gehört das Jahr 2019 zu den sonnigsten der vergangenen 30 Jahre.

Bericht→ Björn Goldhausen


Dezember 2019

Sehr mild und sehr sonnig

Zudem blieben viele Nächte frostfrei

Foto→ Eric Gessmann
Foto→ Eric Gessmann

Der Dezember 2019 ist sehr mild ausgefallen. Er fügt sich damit nahtlos in die Reihe überdurchschnittlich warmer Dezember-Monate ein. Außerdem war er sehr sonnig. Beim Niederschlag fiel vor allem auf, dass es - wenn überhaupt - fast nur im Bergland schneite. Wie schon die vergangenen sechs Dezember-Monate lag auch der Dezember 2019 bei der Temperatur über dem langjährigen Durchschnittswert. Er übertraf diesen sogar um zwei Grad. Ursachen dafür waren Wetterlagen, bei denen häufig sehr milde Luft nach Deutschland gelenkt wurde. Zudem blieben viele Nächte frostfrei. Kalte Phasen gab es dagegen nur wenige. Die tiefste Temperatur wurde am 12. Dezember mit minus 13,1 Grad in Oberstdorf gemessen. Am wärmsten war es am 20. Dezember am Alpenrand, als Piding in Oberbayern auf 20,2 Grad kam.

 

Zum Teil halfen Föhneffekte, die Temperaturen nach oben zu treiben. Auch der Sonnenschein kam dabei im Dezember nicht zu kurz. Mit fast 60 Sonnenstunden im landesweiten Mittel lag die Monatssumme deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Zu den sonnigsten Regionen zählten neben der Zugspitze auch der Raum Stuttgart sowie das Alpenvorland mit teils mehr als 100 Stunden Sonne. Am trübsten blieb es in Teilen Schleswig-Holsteins und in einigen Mittelgebirgsregionen, wo gerade einmal 30 Sonnenstunden registriert wurden. Etwa 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter im Landesdurchschnitt konnten das immer noch große Regendefizit des gesamten Jahres in Deutschland nicht auffüllen. Es waren im Dezember sogar etwas weniger als im Mittel. Das meiste davon fiel als Regen, lediglich in den Mittelgebirgen und in den Alpen schneite es in höheren Lagen ab und an. Am meisten Niederschlag gab es im Schwarzwald und am Alpenrand mit 200 bis vereinzelt sogar über 300 Liter. Demgegenüber kamen in einigen Gebieten Sachsen-Anhalts und Thüringens nicht einmal 20 Liter zusammen.


November 2019

Durchschnittlicher Herbstmonat

Die regionalen Unterschiede waren aber groß

Foto→ Achim Otto
Foto→ Achim Otto

Egal ob bei Temperatur, Niederschlag oder Sonnenschein - der November 2019 hat sich meist durchschnittlich präsentiert. Die regionalen Unterschiede waren aber groß. Besonders bei den Regenmengen gab es sehr nasse, aber auch trockene Gebiete. Mit 5,2 Grad war der November im Mittel nur wenig wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Im Westen lagen die Temperaturen dabei leicht unter dem Durchschnitt, im Osten hingegen teils zwei Grad darüber. Besonders der 2. November präsentierte sich tagsüber sehr mild. In Ohlsbach an der Badischen Weinstraße zeigte das Thermometer warme 20,2 Grad an. Abgesehen von den Küsten fror es fast landesweit an mindestens einem Tag. Im Tiefland am kältesten war es am 1. mit minus 7,0 Grad in Faßberg südlich von Hamburg.

Im Landesmittel kamen im November rund 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen. Dies ist nur minimal weniger als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Überdurchschnittlich viel regnete es besonders in vielen Regionen Westdeutschlands, aber auch im Nordosten. In Ückermünde kam dabei fast das doppelte des sonst in einem November üblichen Niederschlags vom Himmel. Vor allem vom Alpenrand bis nach Sachsen war es hingegen sehr trocken. In Teilen Oberbayerns reichte es für kaum 20 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. An vielen Tagen blieb der Himmel grau und die Sonne zeigte sich nur selten. Entsprechend reichte es im Schnitt nur für rund 45 Stunden Sonnenschein. Dies sind 15 weniger als im 30-jährigen Mittel. Dennoch gab es auch beim Sonnenschein große Unterschiede: Während die Sonne in vielen Teilen von Sachsen überdurchschnittlich lange vom Himmel strahlte, reichte es in den Mittelgebirgen für kaum 20 Sonnenstunden. Zum Vergleich: An einem sonnigen Sommertag sind bei uns rund 16 Stunden Sonne möglich.


Oktober 2019

Reichlich Regen und meist warm

Nach unterkühltem Start gab auch der Spätsommer noch mal ein Gastspiel

Foto→ Carmen von Weschpfennig
Foto→ Carmen von Weschpfennig

Das wechselhafte Wetter im September hat sich im Oktober fortgesetzt. Nach unterkühltem Start gab auch der Spätsommer noch mal ein Gastspiel. In den meisten Regionen regnete es reichlich, teils fielen sogar enorme Mengen. Mit 10,9 Grad lag das landesweite Monatsmittel knapp zwei Grad über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Der Oktober begann zunächst ausgesprochen kühl. Um die Monatsmitte herum gelangte mit südwestlichen Winden Mittelmeerluft zu uns, sodass noch mal ein letzter Hauch von Spätsommer durchs Land wehte. Mit 27,7 Grad meldeten Ohlsbach im nördlichen Schwarzwald am 13. Oktober sowie Müllheim bei Freiburg am Folgetag den bundesweit höchsten Wert. Auch einige Nächte verliefen mit Tiefstwerten um 15 Grad sehr mild.

Foto→ Carmen von Weschpfennig
Foto→ Carmen von Weschpfennig

Im letzten Monatsdrittel lenkte ein Tief kältere Luft zu uns. Anschließend pendelten die Temperaturen der Jahreszeit entsprechend im einstelligen Plusbereich. Zum Monatsende trat verbreitet Frost bis minus 6 Grad auf. Hinsichtlich der Regensummen zeigte sich die erste Oktoberhälfte sehr nass. Mit über 80 Liter pro Quadratmeter kam rund ein Drittel Regen mehr als im Klimamittel zusammen. In einigen Regionen wie der Prignitz oder Niederlausitz regnete es jedoch mit etwa 35 Liter deutlich weniger. In der Nacht zum 16. Oktober intensivierten sich die Niederschläge an einer Kaltfront über Norddeutschland. Teilweise entluden sich sogar für die Jahreszeit schwere Gewitter. In Bergen (Lüneburger Heide) wurde mit rund 52 Liter pro Quadratmeter die größte Tagesmenge gemessen. Mit insgesamt über 230 Liter prasselte der meiste Regen in den Staulagen des Schwarzwaldes und dem Allgäu nieder. Ein Frontensystem aus Südwesten ging am 18. Oktober mit teils schweren Sturmböen einher, die im Rheinland auch Schäden verursachten. Die Sonnenscheindauer erreichte mit rund 105 Stunden fast das langjährige Mittel. Tiefausläufer hatten zeitweise dichte Wolken im Gepäck. Die sonnenscheinarmen Gebiete lagen vor allem im Westen, im Norden und in der Mitte Deutschlands mit gebietsweise nur rund 65 Sonnenstunden. Am längsten schien die Sonne mit bis zu 160 Stunden in Ober- und Niederbayern sowie in den östlichen Bundesländern.


September 2019

Der September ist ein durchschnittlicher Monat gewesen

Der September präsentierte sich mit einem Auf und Ab der Temperaturen

Foto→ Jörg Conrad
Foto→ Jörg Conrad

Der Spätsommer bäumte sich nur an wenigen Tagen auf. Den lang ersehnten Regen gab es zwar immer wieder, viele Regionen mussten aber wochenlang darauf warten. Zum Monatsende wurde es dann turbulent. Der September präsentierte sich mit einem Auf und Ab der Temperaturen. Tiefausläufer brachten zeitweise Regen und Schauer. Zwischendurch spannten sich auch Regenbögen am Himmel auf. Mit 14,1 Grad lag das landesweite Monatsmittel nur knapp über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September verdrängte eine Kaltfront die Sommerhitze nach Osten. Lediglich in den östlichen Bundesländern zeigte das Thermometer nochmals über 30 Grad an. Mit 33,8 Grad erreichte Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, den höchsten Wert des Monats. Anschließend wurde es überall deutlich angenehmer. Zwischendurch floss jedoch sehr frische Luft ein, sodass vielerorts nur 15 Grad erreicht wurden.

Der September 2019 war nur wenige Zehntelgrade wärmer als im langjährigen Durchschnitt. 2018 war es rund ein Grad, 2016 sogar fast drei Grad wärmer gewesen. Um den 20. September meldeten etliche Stationen den ersten Frost. Den tiefsten Wert mit minus 3 Grad registrierte das unterfränkische Bad Königshofen. Auch hinsichtlich der Niederschläge war der Monat mit knapp 65 Liter pro Quadratmeter durchschnittlich. Allerdings gab es bis nach Monatsmitte nur gebietsweise ausreichend Regen. Das war besonders im äußersten Norden und südlich der Donau der Fall. Die größte Tagesmenge mit rund 70 Liter kam in Sigmarszell-Zeisertsweiler im Allgäu am 8. September zusammen. Im September 2019 fiel mit rund 60 Liter pro Quadratmeter im Landesmittel etwa so viel Regen wie üblich. Allerdings waren die regionalen Unterschiede groß. Der meiste Regen insgesamt mit örtlich fast 220 Liter prasselte im Norden Schleswig-Holsteins nieder. Im Gegensatz dazu fielen in Teilen Hessens und Frankens bis zum 22. September kaum 5 Liter. Laubbäume, die die Hitze des Sommers überstanden hatten, färbten sich bereits herbstlich bunt. Erst in den letzten Monatstagen hatten Tiefs reichlich Regen im Gepäck. Zum Ende wirbelte Sturmtief MORTIMER Deutschland durcheinander und verursachte Schäden. In Norddeutschland entwickelten sich auch Tornados, die Schäden hielten sich jedoch in Grenzen. Die Sonnenscheindauer lag mit rund 165 Stunden nur ein wenig über dem langjährigen Mittel. Tiefausläufer und West- bis Nordwestwinde brachten zeitweise dichte Wolken. Besonders im Süden und Osten sorgten Hochs dagegen oft für freundliches Altweibersommerwetter. Am längsten zeigte sich die Sonne am Hochrhein mit bis zu 210 Stunden, am wenigsten in der Lüneburger Heide und in Schleswig-Holstein mit gerade einmal 125 Stunden. Die Sonnenscheindauer lag etwa zehn Prozent höher als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.


August 2019

Der August hat sich die meiste Zeit von seiner wechselhaften und angenehmen Seite gezeigt

Trotz vieler Gewittergüsse und kräftiger Regenfälle ging jedoch die Trockenheit weiter

Foto→ Tony Starck
Foto→ Tony Starck

Trotz vieler Gewittergüsse und kräftiger Regenfälle ging jedoch die Trockenheit der Vormonate in einigen Regionen weiter. In vielen Regionen war der August 2019 deutlich feuchter als im vergangenen Jahr. Vor allem in der ersten Hälfte regnete es vielfach kräftig, danach bildeten sich vermehrt Gewittergüsse. Besonders auffällig im August war das Auf und Ab der Temperaturen. Mit 19,0 Grad liegt das landesweite Monatsmittel mit etwas mehr als ein Grad über dem Mittel der vergangenen 30 Jahre. In den ersten drei Wochen hielt sich die meiste Zeit angenehme Luft. Erst im letzten Monatsdrittel drehte der Spätsommer richtig auf und bescherte vielerorts Höchstwerte um 30 Grad. Örtlich zeigte das Thermometer 35 Grad an, wie beispielsweise in Wunstorf am 27. August. Der August 2019 fiel überdurchschnittlich warm aus. Deutlich wärmer war jedoch der August in den Jahren 2018, 2015 und 2003.

Mit rund 65 Liter Regen pro Quadratmeter kamen rund vier Fünftel des Klimamittels zusammen. Einige Regionen, wie zum Beispiel große Teile Baden-Württembergs und Bayerns, bekamen reichlich Niederschlag ab. Insbesondere in Ostdeutschland gingen manche Orte mit 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter fast leer aus. Deshalb verschärfte sich die Trockenheit gerade dort. Mit bis zu 270 Liter pro Quadratmeter prasselte der meiste Regen im Alpenvorland nieder. Punktuell hinterließen die Gewittergüsse in nur wenigen Stunden über 100 Liter Regen, wie zum Beispiel am 28. August im thüringischen Bibra bei Jena. Schlammfluten waren die Folge. Ähnlich schlimm sah es auch am 7. August aus: Ein Unwetter wütete in Mannheim und Karlsruhe und entwurzelte viele Bäume. Am 18. August zog eine starke Gewitterzelle vom Saarland bis nach Polen. Auf ihrem Weg richtete sie besonders südlich von Offenbach und nördlich von Aschaffenburg immense Schäden durch Hagel und Orkanböen an. Hinsichtlich der Regenmengen war der August im Mittel ein ganz normaler Monat. Allerdings gab es regional sehr große Unterschiede. Die Sonnenscheindauer lag im August mit rund 220 Stunden nur ein wenig über dem langjährigen Mittel. Immer wieder brachten Tiefs dem Norden und den Alpenregionen viele Wolken, sodass zeitweise kaum Sommerfeeling aufkam. Hochdruckgebiete bestimmten vor allem im letzten Monatsdrittel mit viel Sonne das Wetter. Am Alpenrand schien die Sonne nur 180 Stunden. Den meisten Sonnenschein mit bis zu 270 Stunden verzeichnete der Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns, wie zum Beispiel Arkona auf Rügen oder die Insel Usedom. Die Sonnenscheindauer lag in etwa im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.


Juli 2019

Rekordhitze und Trockenheit

Drei Tage in Folge 40 Grad und mehr ...

Foto→ Pixabay
Foto→ Pixabay

Eine Hitzewelle wie im letzten Julidrittel hat es seit Messebeginn nicht gegeben. Zusammen mit einem deutlichen Regendefizit nimmt die Dürre katastrophale Ausmaße an. Vom 24.Juli bis zum 26.Juli war bei Werten bis 40 Grad jede Erfrischung willkommen. Der Juli 2019 zeichnet sich durch eine historische Hitzewelle im letzten Julidrittel aus. An zahlreichen Stationen wurde die 40-Grad-Marke geknackt. In Duisburg und Tönisvorst zeigte das Thermometer 41,2 Grad an. In Lingen im Emsland sollen es sogar 42,6 Grad gewesen sein. Doch wegen Kritik am Standort führen wir diesen Wert nicht als Rekord auf. Aufgrund eines ansonsten eher durchschnittlichen Monats liegt das Monatsmittel mit "nur" 18,9 Grad knapp über dem Mittel der vergangenen 30 Jahre. 

Trotz der Hitzewelle im letzten Julidrittel fällt der Juli 2019 deutlich kühler aus als der im Jahre 2018. Mit 55 Litern pro Quadratmeter kamen nur etwa zwei Drittel des Klimamittels zusammen. Regional gab es, wie es typisch für die Sommermonate ist, große Unterschiede: Während am Alpenrand der Durchschnitt sogar übertroffen wurde, waren es an einigen Stationen über ganz Deutschland verteilt nur 10 bis 20 Prozent. In Kombination mit extrem hohen Temperaturen im letzten Monatsdrittel verschärfte sich somit die Dürre. Unter anderem lässt die Trockenheit Nadelhölzer und Buchen sterben, es ist von einer Jahrhundertkatastrophe die Rede. Heftige Gewitter und Tornados, ein großer Teil des Niederschlags kam in Form von lokalen Schauern und Gewittern vom Himmel. Zur Monatsmitte waren heftige Unwetter mit Hagel dabei. Im rheinland-pfälzischen Bobenheim am Berg wütete sogar ein Tornado und beschädigte mindestens zehn Gebäude. Ende des Monats vertrieben weitere Gewitter die extreme Hitze, dabei gab es zahlreiche Überschwemmungen. Nach dem Juli 2018 verzeichnet auch der Juli 2019 ein deutliches Niederschlagsdefizit. Die Sonnenscheindauer lag mit 235 Stunden etwas über dem langjährigen Mittel. Hochdruckgebiete brachten viele freundliche Tage. Mit knapp 300 Stunden verzeichnete die Wetterstation in Saarbrücken am meisten Sonne. Mit 140 Stunden bekam man sie bei Wittmund im Nordwesten Niedersachsen am wenigsten zu Gesicht.


Juni 2019

Doppelrekord: Heiß und sonnig

Wie üblich in den Sommermonaten waren die Regenmengen ungleichmäßig verteilt

Foto→ Pixabay
Foto→ Pixabay

Der Juni 2019 hat die bisher gültigen Temperaturrekorde regelrecht pulverisiert. Im Osten war es dabei besonders heiß. Der Monat präsentierte sich dazu sehr sonnig und vielerorts regnete es nur wenig. Besonders im Osten war jede Art von Abkühlung im Juni heiß begehrt. Der Juni 2019 geht als wärmster seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. Mit einer Mitteltemperatur von 19,8 Grad war er sogar 3,7 Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. Sogar der Rekordjuni 2003 wurde um 0,4 Grad übertroffen. Bis nach Monatsmitte lagen die Wärmehochburgen im Osten, im letzten Monatsdrittel setzte sich überall zeitweise heißes Wetter durch. Dazu gab es neue Hitzerekorde: Am 30. meldete Bernburg in Sachsen-Anhalt mit 39,6 Grad die höchste jemals in einem Juni gemessene Temperatur.

Mit einer Mitteltemperatur von rund 20 Grad war es der heißeste Juni seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. Beim Regen blieb der Monat mit 55 Liter pro Quadratmeter weit hinter dem Durchschnitt zurück. Dies sind rund 30 Prozent weniger als im 30jährigen Mittel. Wie üblich in den Sommermonaten waren die Regenmengen ungleichmäßig verteilt. Während es im Nordosten und im Südwesten überdurchschnittlich nass war, kamen in der Landesmitte teils nur 10 bis 20 Liter zusammen. Besonders in Erinnerung bleibt auch das schwere Hagelunwetter in Südbayern am 10. des Monats. Hagelgeschosse mit bis zu 8 Zentimeter Durchmesser beschädtigten rund 100.000 Autos. Trockener Sommermonat: Nach Monatsmitte fiel besonders in der Landesmitte kaum noch Regen. Über fehlenden Sonnenschein konnte man sich wahrlich nicht beklagen. Im Mittel schien die Sonne 300 Stunden lang. Damit war der Juni der sonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen. Sogar die rekordsonnigen Junimonate aus dem Jahr 1976 und 2003 wurden übertroffen. Absolut gesehen war der Himmel im Osten am längsten blau. Dort strahlte die Sonne rund 370 Stunden lang. Am wenigsten Sonnenschein gab es rund um die Nordsee, aber selbst dort reichte es für rund 235 Stunden. Neuer Rekord: Auch beim Sonnenschein setzte der Juni mit durchschnittlich 300 Stunden neue Maßstäbe.


Mai 2019

Sehr kühl und gebietsweise nass

Der Wonnemonat bescherte in diesem Jahr immer wieder Wolken und Schauer

Foto→ Dennis Oswald
Foto→ Dennis Oswald

Der Mai 2019 ist seinem Ruf als Wonnemonat nicht gerecht geworden. So blieb er deutlich kühler als im vieljährigen Mittel. Zudem war er regional sehr nass und recht wolkig. Bis ins Flachland gab es sogar noch mal Schnee. Aprilwetter im Mai, der Wonnemonat bescherte in diesem Jahr immer wieder Wolken und Schauer. In höheren Lagen wie hier an der Zugspitze fiel sogar noch öfter mal Schnee. Vor allem in der ersten Monatshälfte war es für die Jahreszeit erheblich zu kalt. In den teils klaren Nächten gab es wiederholt leichten Frost. Am kältesten war es mit minus 5,4 Grad am 7. Mai in Oberstdorf. Direkt über dem Erdboden wurden in der ersten Maiwoche regional sogar minus 8 Grad erreicht. In der zweiten Monatshälfte erwärmte sich die Luft Stück für Stück, doch reichte es in den meisten Regionen nicht für die 25-Grad-Marke. Wärmster Ort war mit 27,6 Grad am 19. Mai Lingen im Emsland.

Mit 10,9 Grad war der Mai 2019 landesweit um 2,4 Grad kälter als im Mittel der vergangenen 30 Jahre und sogar mehr als fünf Grad kälter als der rekordwarme Mai 2018. Fast pünktlich gaben auch mal wieder die Eisheiligen ein Stelldichein. Begleitet wurden die bescheidenen Temperaturen von häufigen Niederschlägen. Sie fielen im Bereich von ersten, starken Gewittern gebietsweise - im Süden auch flächendeckend - sehr ergiebig aus. In Teilen Bayerns ließ Tief ALEX um den 20. Mai herum viele Flüsse und Seen über die Ufer treten. Dagegen blieben die Regensummen in einigen Teilen Norddeutschlands immer noch deutlich unter dem vieljährigen Durchschnitt. Im Emsland war es mit kaum 10 Liter pro Quadratmeter sogar extrem trocken. Landesweit kamen im Schnitt aber rund 80 Liter zusammen. Mit rund 80 Liter Regen pro Quadratmeter war der Mai im Landesmittel fast 20 Prozent feuchter als im Klimamittel. Am meisten Regen fiel mit rund 400 Liter pro Quadratmeter in den Alpen. Wegen der niedrigen Temperaturen gingen die Niederschläge in der ersten Monatshälfte oft bis in mittlere Lagen herab in Schnee über. Am 4. und 5. Mai schneite es im Osten und Süden teils sogar bis ins Flachland. Aber auch in den westlichen Mittelgebirgen wurde es vielerorts noch mal weiß. In den Hochlagen der Alpen kamen sehr große Neuschneemengen zusammen. So wuchs die Gesamtschneehöhe auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, bis zum 29. Mai auf rekordverdächtige 6,40 Meter, so viel Schnee wie seit 1981 Jahren nicht mehr. Hochwasser im Süden, während sich die häufigen Niederschläge und die kühle Witterung nach dem extremen Dürrejahr 2018 als Segen für die Land- und Forstwirtschaft erwiesen, ließ die Zahl der Sonnenstunden in diesem Mai zu wünschen übrig. Aber auch hier gab es regional sehr große Unterschiede: So standen über 220 Sonnenstunden an den Küsten kaum 120 Stunden in den Alpen gegenüber. Im Landesmittel wurden 175 Stunden mit Sonnenschein registriert und damit spürbar weniger als nach dem Klimamittel. Mit 175 Sonnenstunden blieb der Mai 2019 hinter dem vieljährigen Durchschnitt zurück.


April 2019

Sonnig, trocken und warm

Nach einem Durchhänger zur Monatsmitte präsentierten sich die Ostertage fast makellos schön

Foto→ Jan Schlomach
Foto→ Jan Schlomach

In Sachen Sonne und Trockenheit hat sich der April direkt am Vorjahresmonat orientiert. Dazu präsentierte sich der Monat warm. Der Nordosten war dabei in allen Belangen "im Vorteil", im Südwesten gab es hingegen winterliche Rückschläge. Viel Sonne und wenig Regen - unter diesem Motto stand der April 2019. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,6 Grad war der April 2019 knapp ein Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Lange Zeit hatte Hoch KATHARINA das Sagen, wodurch besonders im Norden und Osten Sonne und Wärme regierten. Nach einem Durchhänger zur Monatsmitte präsentierten sich die Ostertage fast makellos schön. Am wärmsten war es am 25. in Kitzingen und in München mit jeweils 28,1 Grad. Zudem gab es mancherorts bereits sechs Sommertage. In Carlsfeld im Erzgebirge musste man bei -7,4 Grad am Morgen des 12. hingegen frieren.

Traumhaftes Osterwetter, bezogen auf das noch gültige Klimamittel 1961 bis 1990 war der April der dreizehnte überdurchschnittlich warme Monat in Folge. Dies gab es seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 noch nie. Im gleitenden Mittel der vergangenen 30 Jahre macht nur der Januar eine kleine Ausnahme, denn dieser war geringfügig kälter. Bei den Temperaturen kam der Frühlingsmonat erwartungsgemäß nicht an den rekordwarmen April 2018 heran, es war aber trotzdem überdurchschnittlich warm. Im Landesmittel kamen nur rund 30 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Dies sind rund 18 Liter weniger als im Schnitt der vergangenen 30 Jahre. Somit war es noch trockener als im April 2018 und auch die Trockenheit führte teils wieder zu Problemen. Die regionalen Unterschiede waren allerdings groß: So reichte es im Nordosten örtlich kaum für 10 Liter, während im Südwesten teils 90 Liter pro Quadratmeter zusammenkamen. Abgesehen vom Jahr 2016 fiel in allen Aprilmonaten der vergangenen zehn Jahre weniger Regen als üblich. Im April 2019 hat es noch weniger geregnet als im Vorjahresmonat. Im Bergland Neuschnee, mit 220 Sonnenstunden präsentierte sich der Monat ähnlich sonnig wie schon der April 2018. Im Durchschnitt waren dies rund 50 Stunden mehr als im Mittel. Aufgrund des kräftigen Hochs KATHARINA über Skandinavien war der Nordosten in Sachen Sonne aber klar im Vorteil. Dort zeigte sich der Himmel örtlich über 300 Stunden lang blau. Dies entspricht rund 10 Stunden pro Tag. Im Südwesten reichte es hingegen teils nur für durchschnittliche 140 Sonnenstunden. Im Schnitt rund 220 Sonnenstunden - im April zeigte sich der Himmel mehr blau als grau.


März 2019

Mild, nass und stürmisch

Ergiebiger Regen führte im März um die Monatsmitte an einigen Flüssen zu Hochwasser

Foto→ Thomas S.
Foto→ Thomas S.

Der März hat sich von zwei Seiten gezeigt. Eine turbulente erste Monatshälfte mit Stürmen brachte recht milde Luft und viel Niederschlag. Anschließend beruhigte sich das Wetter deutlich, dafür wurde es aber auch zeitweise frisch. Ergiebiger Regen führte im März um die Monatsmitte an einigen Flüssen zu Hochwasser, wie hier an der Ilz in Passau. Schon kurz nach Monatsbeginn richtete Rosenmontagssturm BENNET gebietsweise Schäden an. Die Karnevalzüge kamen meist unbeschadet davon, einige starteten jedoch verspätet. Am 10. März brachte Sturm EBERHARD mit Orkanböen regional den Bahnverkehr komplett zum Erliegen. Im Umfeld kräftiger Schauer und Gewitter bildete sich am 13. März in Roetgen bei Aachen ein Tornado, der ebenfalls größere Schäden hinterließ.

Die zahlreichen Tiefs lenkten schon in der ersten Märzhälfte häufig sehr milde Luft heran. Nach Monatsmitte hielten sich kühlere und mildere Phasen in etwa die Waage. Heraus kam für den März eine deutschlandweite Mitteltemperatur, die mit 6,6 Grad fast zwei Grad über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre lag. Die tiefste Temperatur des Monats wurde mit minus 9,2 Grad am 20. März in Oberstdorf gemessen. Am wärmsten war es am 22. März im Ruhrgebiet mit Spitzenwerten bis zu 22 Grad. Der März gehörte mit einer Durchschnittstemperatur von 6,6 Grad zu den fünf wärmsten März-Monaten seit 1990. Nach dem sehr trockenen Februar fiel im März wieder deutlich mehr Regen, im Bergland schneite es dabei zeitweise. Insgesamt kam mehr als doppelt so viel Niederschlag zusammen wie im Vormonat. Zu den niederschlagsreichsten Regionen im März zählten neben dem Schwarzwald der äußerste Norden und Nordwesten. In Schleswig wurden beispielsweise mehr als 160 Liter registriert. Dagegen waren es in Thüringen und am Oberrhein örtlich weniger als 25 Liter Regen. Mit rund 75 Liter Niederschlag pro Quadratmeter im Landesdurchschnitt war der Monat vergleichsweise nass und damit der feuchteste März seit zehn Jahren. Sturm BENNET am Rosenmontag. Beim Sonnenschein präsentierte sich der März mit im Mittel etwa 115 Sonnenstunden leicht unterdurchschnittlich. Die regionalen Unterschiede waren jedoch beträchtlich. Am trübsten blieb es in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns mit nicht einmal 70 sonnigen Stunden. Dies entspricht nur etwa 50 Prozent des dortigen Klimamittels. Am längsten schien die Sonne im Südwesten. Vor allem rund um den Bodensee waren es vielfach mehr als 180 Stunden. Der März zählte zu den graueren Frühjahrsmonaten. Dass es im März aber noch deutlich trüber zugehen kann, zeigen unter anderem die Jahre 2000 und 2001.


Februar 2019

Viel Sonne und ungewöhnlich mild

Dabei blieb es deutlich trockener als im Mittel der Jahre

Foto→ Holger Fischer
Foto→ Holger Fischer

Nach unterkühltem Auftakt hat sich der Februar 2019 zu einem sehr sonnigen und ungewöhnlich milden Spätwintermonat entwickelt. Regional wurde schon die 20-Grad-Marke geknackt. Dabei blieb es deutlich trockener als im Mittel der Jahre. Mehrere Wochen früher als sonst ließ das außerordentlich sonnige und milde Wetter im Februar die ersten Frühlingsblüten sprießen. Trotz Kaltstart und vielen frostigen Nächten war der Februar 2019 ein außergewöhnlich milder Monat. So war er mit knapp 4 Grad fast zweieinhalb Grad wärmer als im langjährigen Klimamittel. Kurz nach der Monatsmitte, vor allem aber in den letzten Monatstagen wurde regional bereits vielfach die 20-Grad-Marke überschritten. Wärmster Ort war Saarbrücken-Burbach, wo am 27. Februar 21,7 Grad gemessen wurden. Dem stehen eisige minus 17,9 Grad am kältesten Ort im Oberpfälzer Waldmünchen gegenüber. Diese wurden am Morgen des 5. Februar registriert.

Mit einer Mitteltemperatur von 3,9 Grad war der Februar 2019 landesweit um 2,4 Grad wärmer als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Dabei fallen vielerorts auch neue Temperaturrekorde. Wer nach den ergiebigen Regen- und Schneefällen wie im Januar auf weitere Entspannung beim Niederschlagsdefizit des vergangenen Jahres gehofft hatte, wurde leider enttäuscht: Der Februar 2019 brachte es nicht mal auf 60 Prozent des klimatischen Niederschlagsmittels. Extrem trocken war es vor allem in Teilen Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts mit kaum 5 Liter pro Quadratmeter. Der Alpenrand brachte es dagegen auf teils mehr als 120 Liter, wobei das meiste davon Anfang des Monats noch bis in die Täler als Schnee vom Himmel kam. Kräftige Schneefälle im Südosten. Weil die Temperaturen tagsüber meist in Gefrierpunktnähe verharrten, war dieser Schnee oft pappig und schwer, sodass es teils zu erheblichen Problemen durch Schneebruch kam. Ebenso wurden Teile der Oberpfalz und Sachsens von den Schneefällen erfasst und auch dort brachen viele Bäume unter der Last von bis zu 30 Zentimeter Neuschnee zusammen. Zahlreiche Straßen wurden sicherheitshalber gesperrt und am 4. Februar blieben wegen der Schneemassen vielerorts sogar die Schulen geschlossen. Nach den feuchten Vormonaten war der Februar mit rund 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter wieder sehr trocken. Er erreichte bundesweit nicht mal 60 Prozent des vieljährigen Klimamittels. Nachdem das Schneetief abgezogen war übernahmen im ganzen Land stabile Hochdruckgebiete die Wetterregie. Sie ließen die Zahl der Sonnenstunden auf ein weit über dem Durchschnitt liegendes Niveau steigen. Diese summierten sich auf rund 130 Stunden Sonnenschein, also rund drei Viertel mehr als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Damit wurde der Monat zum sonnenscheinreichsten Februar seit Messbeginn. Am häufigsten schien die Sonne vom Oberrhein bis zum Bodensee - am seltensten zeigte sie sich im Osten von Vorpommern. Mit 130 Sonnenstunden überrundete der Februar 2019 sogar noch den bisherigen Rekordhalter, den Februar 2003.


Januar 2019

Rekord-Schnee in den Alpen

Zum Monatsende fiel dann häufiger Schnee

Foto→ Marco Kaschuba
Foto→ Marco Kaschuba

Der Januar hatte zwei Gesichter: Die erste Monatshälfte war mild, trüb und feucht. In den Alpen gab es in dieser Zeit Rekord-Schneefälle. Anschließend brachte Hochdruckeinfluss trockenere Kälte und mehr Sonne. Zum Monatsende fiel dann häufiger Schnee.

Der Januar hat den Bayerischen Alpen extreme Schneefälle gebracht. In manchen Orten türmte sich der Schnee über zwei Meter hoch. Viele Dächer mussten freigeschaufelt werden, da sie einzubrechen drohten. Die milde und die kalte Monatshälfte glichen sich am Ende in etwa aus. Mit einer gemittelten Temperatur von 0,6 Grad war der Monat am Ende minimal kälter als im Klimamittel der vergangenen 30 Jahre. Damit war es der erste unterdurchschnittlich temperierte Monat seit März 2018. Die kältesten Nächte gab es verbreitet um den 21. Januar, als es vielfach strengen Frost gab. Der absolute Tiefstwert wurde mit minus 18,6 Grad in Deutschneudorf im Erzgebirge, der Höchstwert mit 11 Grad am 27. in Rheinfelden am Hochrhein gemessen.

Mit einer Mitteltemperatur von 0,3 Grad war der Januar deutlich kälter als im Vorjahr, aber nicht vergleichbar mit dem eisigen Januar von 2017. Nach einem sehr nassen Dezember half auch der Januar etwas, das Grundwasser nach der extremen Trockenheit des vergangenen Jahres aufzufüllen. Nur in einigen Gebieten blieb es trockener als im langjährigen Durchschnitt. In Nordthüringen und am Oberrhein waren es im gesamten Monat örtlich weniger als 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Im Flächenmittel fiel mit rund 80 Liter fast ein Drittel mehr als sonst. Das allermeiste davon kam in der ersten Monatshälfte durch eine regenreiche Nordwestlage zusammen. Dabei stauten sich die Wolken an den Alpen, wodurch sich dort enorme Schneemengen auftürmten. In Ruhpolding-Seehaus waren es in den ersten 15 Tagen fast 440 Liter pro Quadratmeter, wodurch die Schneehöhe auf nur 750 Meter Höhe auf 2,10 Meter anwuchs. In Anger-Stoißberg bei Bad Reichenhall waren es am 13. auf ähnlicher Höhenlage sogar 2,40 Meter. Von Garmisch-Partenkirchen bis zum Berchtesgadener Land herrschte tagelang der Katastrophenfall. Unzählige Dächer mussten von der tonnenschweren Schneelast befreit werden. Mit rund 80 Liter pro Quadratmeter war der Januar nach der langen Trockenheit der zweite feuchte Monat in Folge. So viel Niederschlag wie im vergangenen Jahr, als es ein größeres Hochwasser gab, kam aber nicht vom Himmel. Die sonnigere zweite Monatshälfte konnte die erste trübe nicht ganz ausgleichen. Mit 45 Sonnenstunden fehlten am Ende ein paar zum Mittel der vergangenen 30 Jahre. Im Vergleich zum Dezember schien die Sonne allerdings um die Hälfte mehr. Üblicherweise gab es jedoch regional große Unterschiede. Im Nordschwarzwald und entlang der Schwäbischen Alb lachte die Sonne im Januar zum Teil weniger als 25 Stunden lang. Am sonnigsten war es auf der Zugspitze mit über 100 Sonnenstunden.Der Januar war mit 45 Sonnenstunden sonniger als im Vorjahr, aber deutlich trüber als vor zwei Jahren.

Quelle→  Wetter Online