Case Fatility Rate (CFR) Letalitätsrate in Prozent

Berechnung der aktuellen Case Fatality Rate (CFR) Allgemein

Die Letalitätsrate ist das Verhältnis der Anzahl der an einer bestimmten Krankheit Verstorbenen zur Anzahl neuer Fälle. Sie ist nur bei akuten Fällen sinnvoll zu berechnen. Die Berechung der Letalitätsrate ist rückblickend auf eine Epidemie sehr einfach: Man teilt die Verstorbenen durch die Infizierten, multipliziert mit Hundert und erhält so die Letalitätsrate in Prozent. Während des Verlaufs einer Epidemie ist die Berechnung der aktuellen Rate unsicherer und schwankt. Deshalb behilft man sich mit der Berechnung der Case Fatality Rate (CFR), die eine Schätzung der Sterberate darstellt. Wie wird diese berechnet? Machen wir ein Beispiel. Sagen wir zum 1. Dezember wären 100 Personen mit einem Virus infiziert. Nach ca. 2-3 Tagen zeigen sich die ersten Symptome, nach 2 weiteren Tagen wird der Test durchgeführt. Der Test ist positiv, die 100 Infizierten tauchen in der Statistik am 5. Dezember auf. Am 14. Dezember sterben nun 5 der hundert Patienten. Damit ergibt sich eine Case Fatality Rate von 5%. Wie man sich leicht vorstellen kann, ist die Berechnung stark vereinfacht: Dauert es wirklich nur 2 Tage bis die ersten leichten Symptome auftreten? Oder 5? Und sterben alle Infizierten vom 1. Dezember am 5. Dezember oder sind komplett geheilt? Natürlich nicht.

 

Hier muss man von Annahmen aus Untersuchungen ausgehen, die insbesondere in Wuhan durchgeführt wurden, wo der Ausbruch rückwirkend untersucht wurde. Diese sind in den Referenzen zu finden, hier aber die groben Zahlen: Die Berichte geben einen Zeitversatz von ersten Symptomen zu Tod von durchschnittlich 14 Tagen an. Das Robert-Koch-Institut schreibt dazu: ""In einer chinesischen Fallserie (siehe 9.) betrug diese Zeitspanne im Mittel (Median) acht Tage (IQR: 6–12 Tage) (34), und in einer anderen Veröffentlichung (n = 298 Patienten) 9 Tage (IQR: 7–11 Tage) (35)."". 

Der Text des RKI bietet noch weitere sehr lesenswerte Informationen und ist hier zu finden. Insbesondere ist hier sehr gut beschrieben, wieso die einfache Teilung der existierenden Infizierten durch die gerade Verstorbenen zu einer Verfälschung der Letalitätsrate führt. Grund ist, dass wie beschrieben die Kranken in der Regel nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit sterben (Mehr dazu auch ausführlich in dem Artikel Ghani AC, Donnelly CA, Cox DR, Griffin JT, Fraser C, Lam TH, Ho LM, Chan WS, Anderson RM, Hedley AJ, Leung GM. Methods for estimating the case fatality ratio for a novel, emerging infectious disease. American journal of epidemiology. 2005 Sep 1;162(5):479-86.).

 

Dennoch bleibt eine gewisse Unsicherheit, weil wir nicht genau wissen, mit welchem Tag, d.h. mit welcher Infiziertengruppe, ein Toter verglichen werden muss. Oder anders gesagt: Wie ist die Anzahl der Tage zwischen der Meldung der Infektion (das ist der Wert den wir in der Erfassung sehen) und dem Tod. Um die Unsicherheit in der Berechnung der Case Facility Rate abzubilden, haben wir uns deshalb entschlossen eine Bandbreite von Tagen aufzunehmen, nämlich zwischen 8 Tagen (was einen optimistischen Werte darstellt) und 12 Tagen (was einen pessimistischen Wert darstellt). Zum Ende der Epidemie werden sich die Werte annähern. Eine weitere Unsicherheit ergibt sich aus den Meldezahlen: Für beide Zahlen, gemeldete Infiziert und gemeldete Tote, gibt es eine Dunkelziffer, die aber aufgrund fehlender Datengrundlage nicht in die Berechnung mit aufgenommen werden kann. D.h. werden z.B. viele Infektionsfälle nicht erfaßt, wäre die Sterblichkeit niedriger als die Prozentzahlen vermuten lassen. Für die Vergleichbarkeit der aktuellen Situation zu früheren Epidemien oder zur Epidemielage in anderen Ländern spielt das eine untergeordente Rolle, da dort ebenfalls nur auf der Basis der erfassten Fälle gerechnet wird. 

Quellen→ WHO, WHO Director-General's opening remarks at the media briefing on COVID-19, 03. März 2020

 



Weitere Maßnahmen ab Mittwoch

Pressekonferenz zu den Beschlüssen des Corona-Kabinetts

Lockdown ab Mittwoch 16. Dezember

WIESBADEN · Ministerpräsident Volker Bouffier und Sozialminister Kai Klose informieren über weitere Maßnahmen gegen das Corona-Virus.



Diese Regeln gelten ab 11. Dezember

Nächtliche Ausgangssperre für Hessen

Alkoholgenuss im öffentlichen Raum rund um die Uhr untersagt

WIESBADEN - In Hessen gilt ab Freitag eine Ausgangssperre in der Zeit von 21:00 Uhr bis 05:00 Uhr. Die Landesregierung hat die Einführung einer solchen Ausgangsbeschränkung in Kommunen mit einer besonders hohen Zahl an Neuinfektionen beschlossen. Diese Regelung gilt dort, wo der Inzidenzwert von wöchentlich 200 neuen Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern „dauerhaft erheblich überschritten wird“, wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in seiner Regierungserklärung mitteilte.

Darüber hinaus werden private Begegnungen auf maximal fünf Personen aus zwei Haushalten beschränkt – Kinder bis zu 14 Jahren zählen nicht dazu.

Der Ministerpräsident betonte, dass Ausnahmen nur aus wichtigen Gründen erlaubt sind. Zudem ist der Alkoholgenuss im öffentlichen Raum rund um die Uhr untersagt. Diese Regeln gelten vorläufig bis zum 10. Januar 2021.